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Zusmarshausen

26.05.2020

Nur ein Jungstorch hat in Zusmarshausen überlebt

Von vier geschlüpften Jungstörchen ist im Nest auf der Pfarrkirche Maria Immaculata in Zusmarshausen nur noch einer übrig geblieben. Mittels einer Webcam kann man die Tiere bei Brut und Aufzucht beobachten.
Bild: Marcus Merk

Plus In Zusmarshausen ist von vier Jungstörchen nur noch ein einziger übrig geblieben. Experte Anton Burnhauser erklärt, welche Faktoren dafür verantwortlich sind.

In Zusmarshausen hatte man sich so gefreut. Nachdem im Roth- und Zusamtal Störche inzwischen wieder in vielen Auen ein reiches Nahrungsangebot finden, hat in diesem Jahr bereits zum 16. Mal ein Storchenpaar auf der Pfarrkirche Maria Immaculata in Zusmarshausen das Nest bezogen. Wie es in der guten Stube der Storchens zugeht, kann man in einem Livestream verfolgen, dessen Kamera am Gebäude der gegenüberliegenden Brauerei Schwarzbräu montiert ist. Und schon bald lagen zunächst fünf Eier im Nest. Von den vier geschlüpften Jungvögeln ist aktuell allerdings nur noch ein einziges Tier übrig. Das hat viele besorgte Bürger auf den Plan gerufen.

„Webcams haben auch ihre Schattenseiten“, steht Anton Burnhauser diesen Übertragungen aus der Kinderstube der Störche skeptisch gegenüber. Weil man hier alles im Internet verfolgen kann, hat der Storchenexperte der Region in den letzten Tagen mehrere Anrufe von Anwohnern bekommen, die sich irritiert zeigten, weil im Zusmarshauser Nest Jungstörche gestorben waren. „Die Leute halten dies nicht aus und wollen helfen. Das ist ein Problem, das bei den Menschen immer wieder hochkocht und für Unruhe sorgt. Aber das ist ein ganz natürliches Geschehen, das ist Biologie“, beruhigt er die Gemüter.

Auch bei Störchen produziert die Natur auf Vorrat – das ist Biologie

Egal, wie viele Eier im Nest liegen, es werden nicht alle schlüpfen und überleben“, erklärt Anton Burnhauser, dass die Natur auf Vorrat produzieren würde: „Im Schnitt kommen von fünf Jungen zwei durch.“ Ob die Jungvögel letztendlich zum Ausfliegen kommen, hänge von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Da spiele sowohl ein gutes Nahrungsgebiet, aber auch Missbildungen oder Parasiten, von denen die Storchenkinder befallen sein könnten, eine Rolle. Es sei auch nicht mangelnder Fürsorge der Eltern geschuldet, wenn die Jungen nicht überleben, sondern dem Zufall und dem Timing. Burnhauser: „Es kann Tage geben, in denen es Schwierigkeiten mit der Futtersuche gibt. Es könnte aber auch von entscheidender Bedeutung sein, dass die Eltern gerade ausgeflogen sind und nicht auf den Jungen liegen, wenn Regen einsetzt oder es plötzlich kälter wird.“ Für Rückschläge könnten da speziell die Eisheiligen und die Schafskälte sorgen.

Die älteren Geschwister setzen sich bei Störchen durch

Auch das Recht des Stärkeren spiele eine Rolle. „Nachdem die Eier im Abstand von zwei Tagen gelegt werden, sind auch die Jungen unterschiedlich groß. Die Kräftigeren drücken sich weiter unter das schützende Federkleid der Eltern oder holen sich die größten Happen, wenn der Altvogel das Futter ins Netz würgt. Die Schwächeren bleiben auf der Strecke. Das hat die Natur so eingerichtet. Bei jedem Nest und jedem Storch greifen diese natürlichen Faktoren.“ In den sonstigen Nestern im Umkreis sei die Zahl der Jungen ganz normal. „Unsere Störche sind mehr oder weniger winterhart“, freut sich Anton Burnhauser.

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