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Gersthofen

29.11.2018

"Öffentlichkeit bewusst getäuscht": Scharfe Kritik an Bürgermeister Wörle

Muss heftige Kritik einstecken: Stadtchef Michael Wörle (hier zwischen den Alltagsmenschenskulpturen) .
Bild: Marcus Merk

Stunk im Stadtrat um die Neubesetzung einer Stelle: CSU und W.I.R. werfen Bürgermeister Michael Wörle „Unzulänglichkeit“ und “fragwürdigen Führungsstil“ vor.

Die Gräben zwischen Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle (parteilos) und den Fraktionen von CSU und W.I.R., die gemeinsam die Mehrheit im Stadtrat haben, werden immer tiefer. Deren Chefs Georg Brem (W.I.R.) und Max Poppe (CSU) haben Wörles Amtsführung erneut scharf kritisiert. Dabei geht es um einen schon länger schwelenden Streit, der bereits im Frühjahr zu scharfen Auseinandersetzungen geführt hatte. Wörle wirft den beiden Fraktionen vor, durch ein Nein zu Neueinstellungen wichtige Bauvorhaben der Stadt verzögert zu haben. Diese wiederum sagen, Wörle habe seinen Laden nicht im Griff.

Auslöser waren diesmal Aussagen Wörles in einem Interview mit unserer Redaktion. Darin hatte der Gersthofer Bürgermeister Verzögerungen bei der Sanierung der städtischen Bäder wie folgt begründet: „Wir wollten Anfang dieses Jahres jemand für Projektmanagement und Assistenz direkt beim Stadtwerkegeschäftsführer Bernhard Schinzel einstellen“, so Wörle. Diese Stelle wäre vor allem mit der Abwicklung der Bädersanierung betraut gewesen.“ Der Wunschkandidat sei aber dann von der Mehrheit der Fraktionen CSU und W.I.R. abgelehnt worden.

Vorwurf gegen Bürgermeister Wörle: "die Öffentlichkeit bewusst getäuscht"

In der Stadtratssitzung am Mittwochabend wies WIR-Chef Brem diese Darstellung scharf zurück. „Dieser Wunschkandidat des Bürgermeisters wurde nicht aus Jux und Tollerei, oder weil es der Wunschkandidat des Bürgermeisters war, abgelehnt. Er war schlicht nicht geeignet.“ Der Bewerber hätte die in der Ausschreibung genannten Kriterien nicht erfüllt. Brem warf Wörle deshalb vor, er habe „die Öffentlichkeit wieder einmal bewusst getäuscht.“

Georg Brem wirft Bürgermeister Michael Wörle vor, "die Öffentlichkeit bewusst getäuscht" zu haben.
Bild: Diana Deniz (Archiv)

Und weiter: "Ihre schon mehrmals angewendete Methode, Ihre eigene Unzulänglichkeit immer auf den Stadtrat und insbesondere natürlich auf die CSU und W.I.R.-Fraktion abzuwälzen, ist ein leicht durchschaubares Manöver. Unsere Fraktion lässt sich das nicht mehr gefallen.“

Wörle antwortete am Mittwochabend nicht auf den Angriff, sondern läutete nach einer kurzen Pause den nichtöffentlichen Teil der Sitzung ein.

Gersthofer Stadtverwaltung vermeldet mehrere Neueinstellungen

Am Donnerstagmorgen nun hat CSU-Fraktionschef Poppe in einer Presseerklärung nachgelegt. Darin zeigt er sich verärgert „über einen zusehends fragwürdigen Führungsstil im Gersthofer Rathaus“. Poppe weiter: Demotivation bei den Bediensteten und der Weggang vieler engagierter und verdienter Mitarbeiter sollte ein deutliches Alarmsignal sein, hierfür den Grund nur beim Stadtrat zu suchen ist zu kurz gesprungen. Auch sollte Bürgermeister Wörle endlich wieder Ältestenratssitzungen ermöglichen, um miteinander statt übereinander zu reden und vertrauliche Dinge voranzubringen“.

Max Poppe ist Stadtrat in Gersthofen für die CSU.
Bild: Max Poppe

Auch die CSU habe in den vergangenen Monaten Bewerber abgelehnt, weil sie sie nicht für geeignet hielt, beziehungsweise weil sie vor Neueinstellungen im Bauamt dort Strukturreformen sehen wollte. Diese gehe der neue Bauamtschef Roland Schmidt nun an, so Poppe, weshalb der Weg für neue Stellen nun frei sei.

Tatsächlich vermeldete die Stadtverwaltung in der Sitzung am Mittwochabend mehrere Neueinstellungen. Darunter waren drei Architekten fürs Bauamt und eine Projektunterstützerin für Stadtwerkechef Bernhard Schinzel. Wie mehrfach berichtet, möchte Wörle in Gersthofen in den kommenden Jahren ein ehrgeiziges Bau- und Erneuerungsprogramm verwirklichen. Geschätztes Volumen: 120 Millionen Euro.

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