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Landkreis Augsburg

17.05.2020

Ordner bremsen Ansturm auf die Wertstoffhöfe

Auto an Auto vor dem Wertstoffhof in Neusäß: Ordner des ACO regeln den Einlass. Es darf nur eine bestimmte Anzahl an Autos aufs Gelände.
Bild: Marcus Merk

Plus Es bilden sich lange Autoschlangen vor den Recyclinghöfen. Kommunen beauftragen Ordner und Sicherheitsdienste. Jetzt gibt es eine erste Lockerung bei den Regeln.

Zwei Männer vom Ordnungsdienst ACO stehen mit gelben Warnwesten und Funkgerät am Eingang des Neusässer Wertstoffhofs: Sie regeln den Verkehr und lassen nur eine bestimmte Anzahl an Autos aufs Gelände. Die Schlange der Wartenden vor den Toren wird von Minute zu Minute länger. Am Donnerstagnachmittag kamen vor der Anlage in Neusäß 250 Fahrzeuge an. Um dem Ansturm an den Recyclinghöfen besser Herr zu werden, gibt es jetzt einige Neuerungen.

Über eine Stunde Wartezeit ist an vielen Abgabestellen im Landkreis zurzeit ganz normal. Die Wertstoffhöfe waren wochenlang geschlossen, und es gelten wegen der Vorschriften in der Corona-Zeit neue Regeln, die den Ablauf verzögern. Der Wertstoffhof sei bei den Anrufern im Rathaus Neusäß das Thema Nummer eins, berichtet Pressesprecherin Michaela Axtner. „Die meisten sind gelassen, aber manche sind auch wütend über die lange Wartezeit.“ In Neusäß hat bisher nur die Abgabestelle am Eichenwald wieder geöffnet. Axtner erklärt den Bürgern, dass am Wertstoffhof vor allem ältere Männer beschäftigt seien, die besonderen Schutz bedürfen.

Sorge um die Angestellten

Die Stadt sei dankbar, dass bisher keiner der 450-Euro-Kräfte seinen Dienst aus Sorge vor einer Ansteckung aufgegeben hat. Wegen der Vorschriften zu Corona durften bisher nur vier Fahrzeuge aufs Gelände. Der Sicherheitsdienst ACO lenkt den Verkehr. Die Angestellten helfen nicht beim Ausladen. All das kostet mehr Zeit als sonst. Axtner appelliert, dass die Bürger bei der Müllabgabe Geduld für die Warteschlange mitbringen müssen.

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Um für etwas Entzerrung zu sorgen, erweitert die Stadt Neusäß die Öffnungszeiten. Die Wertstoffsammelstelle Am Eichenwald 7b in Alt-Neusäß hat ab Montag, 18. Mai, täglich von Montag bis Samstag geöffnet. Neue Öffnungszeiten: Montag: 9 bis 12 Uhr, Dienstag: 14 bis 18 Uhr, Mittwoch: 14 bis 19 Uhr, Donnerstag: 14 bis 17 Uhr, Freitag: 14 bis 17 Uhr, Samstag: 9 bis 14 Uhr. Steppach bleibt geschlossen.

Die Bürger haben jede Menge Kartons und anderes zu entsorgen.

Das wiederum habe der Markt Diedorf bemerkt, berichtet Bürgermeister Peter Högg. „Neusässer sind zu uns rübergekommen, weil wir schon früher geöffnet hatten.“ Högg berichtet von mindestens 200 Meter langen Autoschlangen vor dem Wertstoffhof. „Bei uns ist sehr, sehr viel los.“

Eine schnellere Abwicklung erhofft sich Högg von der neuen Lockerung, die das Landratsamt gestern bekannt gegeben hat. Es dürfen wieder mehr als vier Autos gleichzeitig zu den Containern vorfahren. Mitarbeiter seien besorgt, dass dadurch alles durcheinandergeht und die erforderten Abstände nicht mehr eingehalten werden, so Högg. Damit alles geordnet abläuft, hat die Gemeinde am heutigen Samstag Mitarbeiter des Bauhofs mit der Einlasskontrolle beauftragt. Högg formuliert einen „Appell an die Vernunft“ der Bürger. „Wenn schon zehn Autos anstehen, muss man halt warten.“ Dies sei wegen der besonderen Umstände in Geschäften ja genauso. Als die Wertstoffhöfe im Landkreis ihre Tore wieder öffneten, nahmen auch die Stadtberger Bürger lange Wartezeiten bis zu eineinhalb Stunden auf sich. „Die Warteschlange reichte über die ganze Augsburger Straße fast bis zum Kreisel an der B17 in Höhe Ausfahrt Leitershofen“, resümiert Fritz Strauß, Leiter der beiden Stadtberger Wertstoffhöfe am Vehiclepark und an der Deuringer Straße.

700 Fahrzeuge an einem Tag

Rund 700 Fahrzeuge voll beladen mit Schrott, Papier, Kartonagen, Sperrmüll, Möbel und Altholz führten am ersten Öffnungstag dazu, dass immer wieder Leerungen der Container erforderlich waren. „Das funktionierte sehr gut, die wiederum ausgetauschten leeren Container waren im Nu wieder randvoll gefüllt“, erklärt Fritz Strauß. Unterstützung erfuhr das fünfköpfige Wertstoff-Team durch den Ordnungsdienst der Stadt Stadtbergen, der am ersten Öffnungstag, ein Verkehrschaos bei der Zufahrt verhinderte. Es kann nur eine bestimmte Anzahl an Fahrzeugen zum Entladen in den Wertstoffhof fahren, ein Mitarbeiter regelt die Einfahrt.

Beim Ausladen muss der Abstand zwischen den Besuchern von 1,50 Meter eingehalten werden. „Mundnasenschutz versteht sich mittlerweile ja von selbst,“ betont Strauß. „Etwas Zeit mitbringen, gut vorsortieren, das trägt zu einer kurzen Aufenthaltszeit bei“, lautet sein Ratschlag. Die Stadtberger Wertstoffhöfe nehmen nur Abfall von Bürgern aus dem Landkreis an. Bauschutt kann derzeit auch in kleinen Mengen nicht angenommen werden. Auf Nachfrage betont Stadtbergens Bürgermeister Paul Metz, dass bei Bedarf die Öffnungszeiten durchaus ausgeweitet werden könnten.

In Gersthofen geht es ruhiger zu

In Gersthofen ist die Lage vergleichsweise entspannt. Die Bürger können auf der Augsburger Mülldeponie Nord ihren Abfall abgeben. Der Wertsthoffhof in Batzenhofen öffne nur samstags, so Sprecherin Ann-Christin Joder. Wartezeit müsse man aber überall in Kauf nehmen, betont auch sie.

Die Ausnahmesituation bei den Abgabestellen akzeptieren ist allemal der bessere Weg, als Müll in der Natur zu entsorgen. Müllsünder haben jüngst im großen Stil im Gemeindegebiet Aystetten zugeschlagen. Unbekannte haben Säcke mit Dämmwolle, Dämmplatten und Aluminiumtore abgelegt. Bereits vor einem Jahr hatten Kreisräte mehrerer Fraktionen beklagt, dass immer mehr Müll in der freien Natur entsorgt würde. Dabei handele es sich um Abfall unterschiedlichster Art.

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