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Stadtbergen

04.12.2019

Parkschule: Wird die Sozialarbeit verdoppelt?

Der Stadtrat in Stadtbergen diskutiert über eine Erhöhung der Jugendsozialarbeit an den Schulen.
Bild: Andreas Lode (Archiv)

Der Stadtrat in Stadtbergen diskutiert über eine Erhöhung der Jugendsozialarbeit an den Schulen. Doch nicht alle Kommunalpolitiker sind davon überzeugt.

Überfüllte Klassen, ein stetig wachsender Migrationsanteil und zunehmend Kinder aus sozialschwachen Familien – Lehrkräfte sind mit Problemen konfrontiert, die weit über die Stoffvermittlung hinausgehen. Jugendsozialarbeiter unterstützen daher bei der Betreuung der Kinder. Doch sind die derzeitig dafür angesetzten 1,8 Stunden pro Tag an den Stadtberger Schulen noch ausreichend? Soll die Jugendsozialarbeit ab dem Doppelhaushalt 2021/22 massiv aufgestockt werden? Darüber wurde im Stadtrat diskutiert.

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Derzeitig werden von der Stadt grundlegende Überlegungen angestellt, ob die Einsatzzeiten für die Jugendsozialarbeit an der Parkschule von 9 auf 19,5 Stunden und an der Leopold-Mozart-Schule von 9 auf auf 10 Stunden ausgeweitet werden sollen - was für die Stadt jährlich Mehrkosten von rund 12.000 Euro bedeuten würde. Abgesehen davon, dass in einem solchen Falle dauerhaft Fördermittel vom Staat in Anspruch genommen werden könnten, scheinen zusätzliche Betreuungsstunden dringend erforderlich, wenn man einen Blick auf die Sozialstatistik wirft, die im Stadtrat genant wurde. So stammen alleine in der Parkschule 15 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden, sind 25 Prozent als emotional auffällig einzustufen und erhalten 21 Prozent keine oder nur wenig Unterstützung von zuhause.

Pro Tag vier Stunden Jugendsozialarbeit

Eine Ausweitung der Betreuungsstunden ruft bei manchem Stadtrat allerdings auch gewisse Zweifel hervor, so etwa bei Gerhard Heisele (Freie Wähler): „Ich glaube sehr wohl an die bestehenden Probleme und unsere Kinder sollten uns alles Geld der Welt wert sein. Aber die Zahl von 19,5 Stunden hat mich sehr überrascht.“ Auch Josef Kleindienst (CSU) zeigt sich irritiert von dem angedachten Umfang der zukünftigen Betreuungszeit in der Parkschule und verwies darauf, dass es sich damit um eine Erhöhung von nahezu 100 Prozent handeln würde. Johannes Münch (PRO Stadtbergen) sieht das etwas anders: „Ich glaube nicht, dass 19,5 Stunden zu viel sind. Dies würde pro Tag vier Stunden Jugendsozialarbeit bedeuten - ein Stundenmaß, welches der Anzahl der Schüler absolut gerecht wird.“

Parkschule: Wird die Sozialarbeit verdoppelt?

Doch ist die Jugendsozialarbeit überhaupt Sache der Kommune? Heisele zufolge würden die Betreuungskräfte „Schulpersonal“ darstellen und müssten daher vom Freistaat Bayern gestemmt werden. Auch Günther Oppel (PRO Stadtbergen) sieht darin ein überregionales Problem und verwies darauf, dass es in Stadtbergen Grundschulklassen mit mittlerweile 75 Prozent Migrationsanteil gäbe. Diese Sonderaufgabe müsse ihm zufolge auch gesondert gefördert werden. Geschäftsleiter Holger Klug hingegen stellte klar, dass Jugendsozialarbeit durchaus Sache der Kommunen sei, weil diese kein Lehrangebot, sondern ein Betreuungsangebot darstellen würde.

Entscheidung über eine Ausweitung fällt im Januar

Zu einer endgültigen Entscheidung ist es in der Stadtratssitzung letztendlich noch nicht gekommen, doch wurde beschlossen, die Kompetenzen nun an den Verwaltungsausschuss zu übergeben, der im Januar schließlich über eine Ausweitung der Jugendsozialarbeit entscheiden wird. Bis dahin sollen auch die Lehrer, Schuldirektoren und Sozialarbeiter mit einbezogen und angehört werden.

Obwohl es in der praktischen Umsetzung erst um den Doppelhaushalt 2021/22 geht, scheint in dieser Thematik dennoch Eile geboten, wie Bürgermeister Paulus Metz im Hinblick auf staatliche Förderungen erläuterte: „Die Beantragung der Fördermittel sollte möglichst früh erfolgen“, sagte er und setzte knapp und deutlich hinzu: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“

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