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Gersthofen

30.01.2019

Problem-Disco: Betreiber zweifelt an Messer-Attacke

Vor zwei Jahren gab es in der Gersthofer Disco eine Attacke mit einem Messer. Ein junger Mann wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt soll es laut Polizei wieder eine Verletzung durch ein Messer gegeben haben.
Bild: Marcus Merk

Eine Hip-Hop-Party läuft aus dem Ruder: Der Betreiber in Gersthofen wehrt sich und richtet einen schweren Vorwurf an die Stadt.

Was genau hat sich in der Nacht auf Sonntag in der Sound Factory abgespielt? Und warum wurde ein 23-jähriger Gast der Hip-Hop-Party mit einem Messer am Bauch verletzt? Der Vorfall, der sich gegen 2.30 Uhr an der Tanzfläche zugetragen haben soll, wirft einige Fragen auf. Discobetreiber Alfons Weigl sagt: „Kein Mensch weiß irgendetwas.“ Sein Sicherheitsdienst habe nichts von dem Vorfall mitbekommen. Es sei nebulös. Weigl bezweifelt, ob sich die Messerstecherei überhaupt wie von der Polizei beschrieben zugetragen habe.

Die Polizei hat derweil keine neuen Erkenntnisse – weder zum Ablauf noch zum Motiv des 18-jährigen mutmaßlichen Täters. Der junge Mann wurde noch am selben Tag festgenommen und unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt (wir berichteten).

Kurz vor der Messerattacke war es laut Polizei in der Disco zu einer Schlägerei gekommen. Ein 32-Jähriger wurde nach einem Faustschlag am Kopf verletzt. In der selben Nacht schlug eine 18-Jährige einer anderen Frau ein Glas ins Gesicht.

In der Vergangenheit häuften sich die Vorfälle. Die Polizei sprach von einer Einrichtung, „die im Ruf steht, die problematischste Diskothek im Landkreis zu sein“. Angesichts der negativen Schlagzeilen mutmaßt der Discobetreiber Weigl: „Man macht uns mit allen Mitteln das Leben schwer.“ Der Stadt Gersthofen wirft er Fremdenfeindlichkeit vor. In Gesprächen mit der Verwaltung habe es entsprechende Äußerungen gegeben. Zum Hintergrund: Auf den Partys in der Disco seien viele Menschen mit Migrationshintergrund zu Gast. Weigl: „Aber in Augsburg gibt es nun mal einen hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund.“ Weigl, der im Februar 70 Jahre alt wird, stellt seine Disco für wechselnde Mottopartys zur Verfügung. Nächsten Samstag wird bei „Sound of Istanbul“ gefeiert.

Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle hört den Vorwurf zum ersten Mal. Er sagt: „Das können wir nicht nachvollziehen. Wir werden dem Vorwurf nachgehen. So etwas können wir nicht im Raum stehen lassen.“

Ausschuss erlässt Alkoholverbot

Im vergangenen Sommer hatte sich der Ordnungsausschuss der Stadt für ein Alkoholverbot auf dem Parkplatz des Hery-Parks ausgesprochen. Demnach dürfen dort donnerstags, freitags und samstags ab 22 Uhr bis zum darauffolgenden Tag um 6 Uhr keine alkoholischen Getränke mehr konsumiert oder mitgebracht werden. In der Vergangenheit war es auf dem Gelände vor der Disco immer wieder zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Beteiligten waren meistens alkoholisiert. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an – Beamte mussten ihre ermittelnden Kollegen schützen.

In letzter Konsequenz neue Sperrzeiten

Ein halbes Jahr zuvor gab es in Gersthofen einen Runden Tisch mit den Verantwortlichen. Einigkeit herrschte damals darüber, dass die Türsteher der Disco frühzeitig die Polizei verständigen, damit es später draußen nicht zu Konflikten zwischen zwei Gruppen kommt. Bürgermeister Michael Wörle machte damals deutlich: Die Vereinbarungen müssten eingehalten werden, sonst gehe es in letzter Konsequenz um eine Veränderung der Schließzeit. Sie wird allgemein von den Kommunen geregelt. In Gersthofen beginnt die Sperrzeit für Gaststätten um 3 Uhr, für den Hery-Park zwei Stunden später.

Nach den Gesprächen sei das Sicherheitspersonal sensibilisiert worden, sagt Alfons Weigl. Die Kontrollen seien jetzt intensiver, die Gäste würden abgetastet. Trotzdem kam es am Wochenende laut Polizei zu einer Verletzung durch ein Messer. Weigl: „Wenn es jemand hineinschmuggeln will, dann schafft er es auch.“

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