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Gemeinderat

16.02.2013

Rat will keine Windräder im Weisinger Forst

Altenmünster verzichtet auf Standort im Nordwesten

Altenmünster Im Weisinger Forst werden sich keine Windräder drehen – zumindest keine auf dem Gebiet der Gemeinde Altenmünster. Der Rat hat nun beschlossen, den ursprünglich ins Auge gefassten Standort im Nordwesten aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen, der zurzeit geändert wird.

Das Gremium schätzte die Biotopvernetzung und den Erholungswert des Waldgebiets besonders hoch ein und folgte damit den Einwendungen mehrerer Träger öffentlicher Belange und einiger Privatleute, die zum Änderungsentwurf Stellung genommen hatten. Diplom-Ingenieur Werner Dehm vom Planungsbüro OPLA in Augsburg trug die Anregungen vor.

Dass der Weisinger Forst in Zukunft komplett frei von Windkraftanlagen bleibt, steht damit allerdings noch nicht fest – denn auch die Gemeinden Holzheim und Winterbach könnten Konzentrationsflächen für Windräder dort ausweisen.

Rat will keine Windräder im Weisinger Forst

Die Gemeinde Altenmünster wird nun die verbleibenden zwei Flächen mit einer Gesamtfläche von 330 Hektar weiterentwickeln: im Süden des Gemeindegebiets im Landensberger Forst an der B10 (195 Hektar) und im Osten bei der Mülldeponie Hegnenbach südlich und nördlich der Staatsstraße 2032 (135 Hektar). Heftig diskutiert wurde die Frage der Abstandsflächen zur Wohnbebauung: In vorangegangenen Beratungen hatte sich der Rat auf einen Abstand von 1200 Metern geeinigt. Günter Klaus forderte nun, dem Beispiel von Zusmarshausen zu folgen und den Abstand zwischen Windkraftanlagen und Siedlungen auf 1500 Meter zu vergrößern. Davor warnt aber ein juristisches Gutachten von Prof. Fritz Boeckh aus Augsburg: Er gibt zu bedenken, dass der Flächennutzungsplan anfechtbar sein könnte, wenn die darin geforderten Abstände weit über die in der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) festgesetzten Distanzen von maximal 800 Metern hinausgingen.

Gemeinde will möglichem Wildwuchs entgegenwirken

In der Praxis könnte ein Betreiber von Windkraftanlagen gegen den Flächennutzungsplan klagen, wenn er seine Windräder außerhalb der ausgewiesenen Konzentrationsflächen errichten wollte – und dann gälten für einen Bauantrag die Werte der TA Lärm, also der 800-Meter-Abstand. Durch die Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen will die Gemeinde ihrem Auftrag gerecht werden, sich an der Energiewende zu beteiligen, und frühzeitig einem möglichen Wildwuchs entgegenwirken, wie Bürgermeister Walter sagte: „Wir wollen Baurecht für Windräder schaffen, ohne rechtlich angreifbar zu sein.“ Die vorgesehenen Flächen sollen dann bei einer geplanten Zonierung berücksichtigt werden. Beim Landkreis wird er beantragen, die Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet zu nehmen.

Auslegung des Planentwurfs wird Anfang März sein.

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