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Zusmarshausen-Gabelbachergreut

31.10.2016

Ross und Reiter putzen sich heraus

Fast 100 Pferde waren beim Leonhardiritt dabei.
Bild: Marcus Merk

Für Menschen und Tiere ist der Leonhardiritt in Gabelbachergreut ein großes Fest. Viele bereiten sich aufwendig vor.

Heidi und Heike haben sich hübsch gemacht. Schließlich ist dieser Sonntag ihr Tag: Es ist Leonhardiritt in Gabelbachergreut, und da stehen die Pferde im Mittelpunkt. Heidi und Heike, Mutter und Tochter, sind die Rösser von Kaspar Zott aus Ried, selbst gezüchtet. Beim Umzug werden sie gleich die alte Greuter Feuerwehrspritze von 1921 ziehen. „Ich glaube, die wissen ihren Weg schon bald allein“, sagt Kaspar Zott schmunzelnd. Er ist schließlich schon zum 16. Mal beim Leonhardiritt in Gabelbachergreut dabei. Am Vormittag hat er die Pferde hergerichtet und ihr Geschirr geputzt. „Man möchte sich ja nicht blamieren“, sagt er. „Die anderen schauen schließlich ganz genau, ob die Hufe eingeschmiert sind und die Mähne sauber ist.“

Mehr als 1000 Besucher sind am Sonntagnachmittag in das Dorf gekommen, schätzen die Veranstalter. Am Straßenrand bestaunen sie die fast 100 Pferde und Ponys und fast ein Dutzend Kutschen, die nach der Andacht in der Leonhardskirche durch den Ort ziehen. Auch einige Hunde sind beim Umzug dabei. Die Reiter und Kutscher haben ihre Tiere und die Wagen mit Blumen und Bändern geschmückt, Mähne und Schweif gestriegelt und geflochten. Teilweise sind sogar Muster ins Fell geschoren.

Gekommen sind sie wegen des heiligen Leonhard, dem Patron des Viehs, dem die Kirche im Dorf geweiht ist und in dieser Jahreszeit besonders verehrt wird. Pfarrer Pater Saji segnet die Tiere und die Menschen, erinnert daran, dass sie alle Teil der Schöpfung sind. Der Leonhardiritt verbindet Glaube, Tradition und Heimatverbundenheit.

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Die Teilnehmer kommen vor allem aus den Landkreisen Augsburg und Günzburg, aber auch bis aus Mindelheim. Viele sind Stammgäste. Sie kommen jedes Jahr wieder dorthin und beteiligen sich jährlich gleich an mehreren Leonhardiritten. So wie die Reiter vom Pferdehof Frank. Mit sechs Pferden sind sie angereist, erzählt Cornelia Frank – und in diesen Wochen sind sie bei insgesamt vier Leonhardiritten dabei.

Auch viele Menschen aus dem Ort sind beteiligt. Kirchenverwaltung und Feuerwehr organisieren den Ritt, etwa 50 Helfer sind dabei. Die Seniorengruppe hat aus Blumen, Gemüse und Getreide wieder einen prächtigen Erntewagen gestaltet. Und der jüngste Reiter an diesem Tag kommt ebenfalls aus dem Ort. Es ist der vierjährige Daniel Langenmair, der stolz hoch oben auf seinem Pferd sitzt.

Der Namenstag des heiligen Leonhard ist übrigens erst am Sonntag, 6. November. Deshalb finden die meisten Leonhardiritte am kommenden Wochenende statt, zum Beispiel im Landkreis Augsburg in Dinkelscherben-Stadel, Welden-Reutern, Altenmünster-Baiershofen, Gessertshausen und – als größter der Region – in Inchenhofen (Kreis Aichach-Friedberg).

Eine Bildergalerie gibt es hier.

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