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Karriere

18.11.2017

Schauspielerin Meike Droste: Eine Neusässerin im ZDF-Krimi

Im neuen Spielfilm „Der Kommissar und das Kind“ spielt sie die Psychologin Susanne Koch, die der Polizei bei den Ermittlungen in einem Entführungsfall hilft.
Bild: ZDF, Oliver Vaccaro

Die Schauspielerin Meike Droste ist in Neusäß aufgewachsen. Sie spricht über ihre Erinnerungen an Kindheit und Jugend, den harten Alltag im Beruf und ihre neue Rolle im ZDF-Krimi.

Die meisten kennen Meike Droste in der Rolle als Polizistin Bärbel im Örtchen Hengasch. Dort ermittelt die 37-Jährige in der Fernsehserie "Mord mit Aussicht". Die Schauspielerin hat durch die Serie viele Fans gewonnen. Wir sprachen mit Meike Droste über ihre Kindheit und Jugend in Neusäß und ihren neuen Spielfilm, der am Montagabend im Fernsehen laufen wird.

Sie standen bereits als Gymnasiastin für die Schauspielgruppe Neusäß auf der Bühne. Hätten Sie sich damals vorstellen können, dass Sie eines Tages im Fernsehen für ein Millionenpublikum zu sehen sind?

Droste: Niemals. Ich habe mit elf Jahren mit dem Theater angefangen und überhaupt nicht an das Spielen vor der Kamera gedacht. Auch als ich an der Otto-Falkenberg-Schauspielschule in München angefangen habe, wunderte ich mich, wenn die anderen Schüler sagten, sie wollten unbedingt drehen. Ich hatte damals nur das Theaterspielen auf dem Schirm. Da war ich irgendwie wahnsinnig naiv. (lacht)

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Viele Mädchen träumen von einer Schauspielkarriere. Was raten Sie ihnen?

Droste: Das ist ein sehr harter Beruf, der viel Disziplin erfordert. Man muss sich sehr ehrlich mit sich selbst auseinandersetzen. Die schönen Bilder vom Auftritt auf dem roten Teppich sind nur der äußere Schein. Das hat nichts mit meinem Alltag zu tun. 14-Stunden-Tage bei einem Filmdreh oder eine Sechstagewoche am Theater sind ganz normal. Man muss viel Leidenschaft dafür haben. Ich liebe meinen Beruf, aber man muss sich innerlich sehr wappnen.

Meike Droste auf der Theaterbühne: hier als Adriana in Salzburg in Shakespeares Komödie der Irrungen.
Bild: Barbara Gindl, dpa (Archiv)

Was meinen Sie damit?

Droste: Zum Beispiel gibt es grundsätzlich viel mehr ausgebildete Schauspielerinnen als Angebote für interessante Frauenfiguren. Dann hängt die Besetzung oft auch von Äußerlichkeiten ab, die man ja nicht beeinflussen kann. Auch das Altern von Frauen in diesem Beruf ist nicht einfach. Insgesamt verändert sich da aber im Moment eine ganze Menge, habe ich das Gefühl. Das freut mich.

Die meisten kennen Sie aus ihrer Rolle als Dorfpolizistin in der Serie "Mord mit Aussicht". Wird es noch weitere Folgen geben?

Droste: Wir haben 2007 und 2013 insgesamt 39 Folgen gedreht. Seit vier Jahren also schon drehen wir nicht mehr. Es wird nur bis heute so oft wiederholt, dass man das Gefühl hat, es wären 3900 Folgen! Die Serie liegt seitdem auf Eis, mehr kann ich dazu nicht sagen.

In der TV-Serie "Frau Temme sucht das Glück" hatten Sie ja dann die Hauptrolle als Versicherungsmaklerin. Frau Temme sagt "Das Risiko lauert überall." Sehen Sie das auch so?

Droste: Ja, das Risiko lauert im Leben überall. Aber im Gegensatz zu Frau Temme macht mir das keine Angst. Ich habe keine Scheu vor Veränderungen. Das wäre in dieses unstete Leben, das ich führe, auch schwer zu integrieren.

Frau Temme ist überzeugt, dass wir in dem Land mit den meisten diagnostizierten Ängsten leben. Ist Deutschland aus Ihrer Sicht so?

Droste: Das ist wohl tatsächlich so, ja. Auch ich erlebe in meinem alltäglichen Umfeld oftmals mehr Bedenken als ein forsches Anpacken von neuen Dingen. Aber ich denke nicht, dass das ein Alleinstellungsmerkmal der Deutschen ist. Außerdem entspringt das ja unter anderem auch unserer Geschichte.

Hat die Serie aus dem Versicherungsgeschäft Ihre persönliche Absicherung verstärkt?

Droste: Ich bin da im Durchschnitt wohl eher unterversichert. Mehr als eine Hausrat-, Haftpflicht- und Autoversicherung habe ich nicht.

Wird "Frau Temme sucht das Glück" fortgesetzt?

Droste: Nein. Der Sender hat sich dagegen entschieden.

Am 20. November haben Sie im ZDF-Fernsehfilm "Der Kommissar und das Kind" eine Rolle. Worum geht es?

Droste: Ich spiele die externe Psychologin, die den Fall begleitet und die Freundin des Kommissars ist. Anders als "Mord mit Aussicht" hat diese Rolle keine Komik. Ich empfinde den Spielfilm eher als ein Psychodrama als einen Krimi.

Bei der ARD-Krimi-Serie „Mord mit Aussicht“ spielte Meike Droste (rechts) als Bärbel Schmied an der Seite von Caroline Peters und Bjarne Mädel.
Bild: Henning Kaiser, dpa (Archiv)

Wie kommen Sie an solche Rollen zur besten Sendezeit?

Droste: Ich befinde mich nicht in einer beruflichen Situation, in der ich mich vor tollen Film- und Fernsehangeboten nicht mehr retten kann. Ich bekomme Anfragen, gehe zu Castings, manches klappt, anderes nicht. Wenn mir Projekte inhaltlich gar nicht gefallen, lehne ich sie ab. Ich bin froh und dankbar, dass ich beides machen kann, Theater und Film. Dieses Jahr zum Beispiel hatte ich neun Drehtage. Davon allein könnte ich meine Familie nicht ernähren.

Wo spielen Sie da zurzeit?

Droste: Ich spiele am Residenztheater in München und am Deutschen Theater Berlin. Zu meiner großen Freude durfte ich auch vor Kurzem das Gretchen bei der Eröffnung der Staatsoper Unter den Linden in Berlin spielen.

Berlin ist seit 15 Jahren ihr Wohnort. Kommen Sie noch ab und zu nach Neusäß, wo Sie aufgewachsen sind?

Droste: Ab und zu, ja. Meine Mutter lebt immer noch hier. Außerdem habe ich noch Kontakt zu Sigrid Ihlenfeldt, die mich als Leiterin der Schauspielgruppe Neusäß natürlich sehr geprägt hat. Und meiner Klavierlehrerin und Chorleiterin Veronika Schwab fühle ich mich auch bis heute sehr verbunden, obwohl wir uns fast nie sehen.

Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Ihre Kindheit und Jugend in Neusäß denken?

Droste: Zuerst die Schmutterwiesen. Da war ich oft und viel joggen. Dann natürlich meine Jugendgruppenzeit in der Emmausgemeinde unter der Leitung von Pfarrer Zach. Seine initiierten Taizé-Fahrten haben mich sehr geprägt.

Auf was dürfen sich die Fernsehzuschauer als Nächstes freuen?

Droste: Ab Dezember drehe ich für eine Folge der ZDF-Krimi-Reihe "Letzte Spur Berlin".

Das ist Meike Droste:

Meike Droste wurde am 5. Februar 1980 in Bobingen geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Neusäß. Sie studierte von 1999 bis 2003 an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und sammelte bereits während ihres Studiums erste Schauspielerfahrung an den Münchner Kammerspielen.

Theater: 2002 wechselte sie ans Berliner Ensemble und spielte dort in Inszenierungen von Claus Peymann und unter der Regie von Leander Haußmann in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum". Die Spielzeit 2004/05 führte sie ans Schauspielhaus Zürich, wo sie unter anderem in der Rolle der Doris in "Das kunstseidene Mädchen" zu sehen war. Seit der Spielzeit 2006/07 gehört Meike Droste dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin an, wo sie in verschiedenen Inszenierungen arbeitet.

Preise: 2001 wurde Meike Droste beim Schauspielwettbewerb der Carl-Orff-Stiftung mit dem ersten Preis bedacht. Für ihre Rolle als Mascha in Anton Tschechows "Die Möwe" am Deutschen Theater und den Kammerspielen Berlin wurde sie mit dem Faust-Theaterpreis für die beste darstellerische Leistung ausgezeichnet.

TV: Dem Fernsehpublikum ist Meike Droste als Polizeimeisterin Bärbel Schmied an der Seite von Caroline Peters und Bjarne Mädel in der Krimiserie "Mord mit Aussicht" bekannt. Es folgte eine Hauptrolle in "Frau Temme sucht das Glück". Am Montag, 20. November, um 20.15 Uhr spielt sie im ZDF im Fernsehfilm der Woche in "Der Kommissar und das Kind".

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