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Diedorf

31.07.2015

Schüler bilden eine lange Umzugs-Kette

Schmuttertalgymnasium Diedorf / Umzug / mit einer Menschenkette haben die Schüler Stühle aus den Containern in die Mittelschule befördert.

Nächstes Schuljahr dürfen die Schmuttertal-Gymnasiasten in ihre neue Schule ziehen. Doch nun waren die Stühle dran.

Der rote Holzstuhl wird von einem Schüler zum nächsten übergeben und wieder zum nächsten... Er passiert einige Hundert Schülerhände, bis er in der Aula der Grund- und Mittelschule Diedorf landet. Alle 536 Schüler sind an der Umzugsaktion des Schmuttertal-Gymnasiums beteiligt. Die Möbel müssen aus den Containern raus und werden in der benachbarten Schule zwischengelagert, bevor sie Ende August in das neue Schulgebäude gebracht werden können.

Ziemlich am Anfang der etwa 350 Meter langen Schülerkette steht der Fünftklässler Luis Schönweiß. „Da kriegt man gute Muskeln“, sagt er und reicht einen von den besonders schweren Drehstühlen an seinen Nachbarn weiter. Er hat mitgezählt – 284 Stühle sind schon durch seine Hände gewandert.

Rektor Günter Manhardt steht auf dem Pausenhof vor den Containern, die die letzten Jahre das Zuhause der Schule waren. Dort beginnt die Schlange, aus einer Tür heraus werden die Stühle an die ersten Schüler der Kette gereicht. Doch die löst sich plötzlich auf. Irgendwie ist wohl das Gerücht aufgekommen, dass jetzt Pause sei. „Es hat eine gute halbe Stunde gedauert, bis die Kette aufgebaut war“, meint Manhardt. Jetzt sei es eh schon zu spät. Er nimmt das Megafon und ruft: „Um halb Zehn geht jeder wieder an seinen Platz!“

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Die Umzugshelfer stürzen sich auf die Elternvertreter, die eine kostenlose Brotzeit verteilen – belegte Semmel und Getränke. Die Aktion, erklärt Manhardt, sei nicht nur Beschäftigungstherapie kurz vor den Sommerferien. „Mir war es wichtig, dass die Schüler auch ein Gefühl von Umzug kriegen. Außerdem ist es schön, dass alle Schüler an einer Aktion beteiligt sind. Das gibt es nicht oft.“

Die Schülerkette hat auch einen ganz praktischen Grund: Während der Lehrerkonferenz nach der Zeugnisvergabe heute werden vielleicht schon die ersten Container abgebaut. Sie müssen also leer geräumt werden. „Dann findet alles im Stehen statt“, meint der Schulleiter schmunzelnd.

Tafeln und Tische müssen die Kinder aber nicht weiterreichen, sie werden in die Container umgeräumt, die noch stehen bleiben. Einige dieser Container wird der katholische Kindergarten während seiner Umbauphase beziehen. Andere wandern an das Paul-Klee Gymnasium in Gersthofen. Nur das erste Jahr nach der Gründung 2010, als es nur fünfte Klassen gab, war das Gymnasium im dritten Stock der Mittelschule untergebracht. Dann zog es in die Container um. Manhardt nennt es ein „gut gemachtes Provisorium“.

In der Schule stehen in den Gängen stapelweise Umzugskartons. Die neunten Klassen ziehen lautstark alle Tische über die Flure in die vorgesehenen Räume. Einige der Klassenzimmer sind schon komplett leer. An den weißen Wänden erinnern nur noch Klebestreifenreste an die bunten Plakate, die dort hingen. „Es ist komisch, dass es so leer ist“, sagt Schülerin Jasmin Janz. Die Sechstklässlerin Hannah Schmidt meint: „Es gibt echt viele Erinnerungen an die Zeit.“ Trotzdem sind die Schüler froh, dass sie nächstes Jahr in die neue Schule dürfen. „Es war im Sommer schon etwas heiß und im Winter kalt“, sagt Tamaja Grganovic.

Draußen läuft die ratschende und kicherende Schülerkette inzwischen wieder. Holzstühle, Plastikstühle, Drehstühle und die Stühle aus dem Musikunterricht, an denen ein Tischchen montiert ist, wandern von Hand zu Hand. Felix Teut erzählt, dass er mit seiner Klasse schon eine Führung durch die neue Schule bekommen hat. „Die ist riesig groß“, meint er. Die Kette läuft vom Pausenhof über den Stieglitzweg zu den ersten Gebäuden der Mittelschule, an den Klettergerüsten vorbei und schließlich zum Haupteingang der Mittelschule und in die Aula. Dort werden die Stühle gestapelt und aufgereiht. In ein paar Wochen werden sie dann von einem Umzugsunternehmen in die neue Schule gebracht.

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