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Stadtbergen-Deuringen

16.07.2010

Schützenswerten Pflanzen wieder Platz schaffen

Schafe werden in der Deuringer Heide gehalten, um den Boden zu verdichten. Nun wird darüber nachgedacht, dort auch Rinder und Pferde zu halten. Foto: Lode
Bild: Lode

Elf Männer und Frauen sichern bei Bürgerversammlung in Deuringen ihre Hilfe für den Erhalt Heide zu. Außerde gibt es neue Information über den Stand der Landschaftspflege. Von Angelika Urbach

"Wir Deuringer sind es gewohnt ehrenamtlich zu arbeiten, aber diese 20 Hektar übersteigen unsere Kräfte!" Diese Ansicht eines Deuringers teilten viele, aber nicht alle Bürger, die in die TSV-Halle gekommen waren. Dorthin hatte der Stadtberger Bürgermeister Dr. Ludwig Fink geladen, um im Rahmen einer Bürgerversammlung über den Stand der Landschaftspflege in der Deuringer Heide zu informieren - und gleichzeitig um Freiwillige zu werben, die ehrenamtlich Aufgaben übernehmen könnten. Am Ende meldeten sich spontan elf Männer und Frauen, die bereit sind, sich für den Erhalt der Heide einzusetzen.

Das Problem der Pflege für die Deuringer Heide erläuterte Bürgermeister Fink: Als die Amerikaner ihre Kasernen in Augsburg aufgaben, ging auch der ehemalige Übungsplatz südlich von Deuringen in das Eigentum des Bundesvermögensamtes (heute: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) über. Diese jedoch hat den Auftrag, mit seinen Liegenschaften Erträge zu erwirtschaften. Und dazu eignet sich ein Forstbetrieb freilich besser als die Pflege jenes Naherholungsgebiets "Deuringer Heide", das viele Bürger aus Deuringen, Stadtbergen und Leitershofen so schätzen. Allerdings: Gerade die Aufforstung würde viele der seltenen Pflanzen und Tiere wieder zurückdrängen.

Um die Schönheit der Deuringer Heide zu erhalten, muss die Landschaftspflege Gewinne einfahren. Der derzeitige Plan lautet: Wenn die Bundesanstalt die Deuringer Heide als ökologische Ausgleichsfläche, z.B. für den Bau von Industriebetrieben oder Straßen, verkaufen oder verpachten könnte, wäre beiden Seiten gedient. Dadurch käme Geld in die Kasse und die Stadtberger hätten gleichzeitig den Erhalt des Naherholungsgebiets gesichert. "Die Prüfung, ob die Deuringer Heide als Ausgleichsfläche geeignet ist, läuft bereits", informierte Fink. Noch im Juli werde es einen Ortstermin mit beiden Naturschutzbehörden und Vertretern des Bundesforstes geben.

Schützenswerten Pflanzen wieder Platz schaffen

Diese langfristigen Pläne können das Wuchern von Büschen und Gräsern nicht aufhalten, die andere, schützenswerte Pflanzen immer weiter zurückdrängen. Die wichtigsten Maßnahmen, an denen sich zu Teil auch Bürger beteiligen könnten, erläuterte Andreas Fuchs von der Landwerkstatt, der im Auftrag der Regierung von Schwaben die Deuringer Heide betreut:

Goldruten Sie müssen dringend gemäht werden.

Entbuschung Im Herbst steht eine größere Aktion an. Freiwillige könnten helfen, die Äste zu Sammelplätzen zu ziehen.

Tierhaltung Neben den Schafen, die bereits jetzt auf der Heide gehalten werden, um den Boden ähnlich der Militärpanzer zu verdichten und Gras zu fressen, sollen künftig auch Pferde oder Rinder gehalten werden. Bürger könnten sich daran beteiligen, indem sie die Tierhalter bei der Kontrolle der Tiere entlasten.

Maschinenarbeiten Maschinell muss der Oberboden bzw. die Ufer der Tümpel und Teiche regelmäßig abgeschoben werden, um ein Verlanden zu verhindern.

In der Diskussion forderte Albert Geisenberger, der die Heide seit Langem ehrenamtlich pflegt, mehr Engagement von Seiten des Bauhofs. Andere Stimmen sprachen sich für die Einstellung eines hauptamtlichen Landschaftspflegers zur Unterstützung aus. Im Herbst wird es einen Landschaftspflegetag geben, an dem sich Bürger über die einzelnen Maßnahmen, die auf dem Gelände laufen, informieren können.

Mitarbeit Wer sich für den Erhalt des Naherholungsgebiets einsetzen mag, ist jederzeit willkommen. Die Koordination übernimmt Josef Lachenmair vom Stadtberger Bauamt: Telefon 0821/2438-155.

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