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Landkreis Augsburg

10.03.2020

Schulausfall wegen Corona: Was tun in den Zwangsferien?

Die Realschule in Zusmarshausen bleibt wegen des Corona-Virus in den kommenden zwei Wochen geschlossen.
Bild: Marcus Merk

Plus Unterrichtsmaterial soll es an der Realschule in Zusmarshausen nun per E-Mail geben. Wie das funktioniert und welche Maßnahmen die Gemeinde trifft.

Die Aula in der Zusmarshauser Realschule ist menschenleer. Die 728 Schülerinnen und Schüler, die dort normalerweise ihre Pause verbringen, müssen seit Dienstag zu Hause bleiben. Um zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet, wurden mehrere Schulen im Landkreis geschlossen. In einer Krisensitzung am Dienstagvormittag ist an der Realschule in Zusmarshausen besprochen worden, wie es nun weitergeht. Ganz flachfallen soll der Unterricht nämlich nicht.

Stattdessen soll es jeden Tag eine E-Mail mit Unterrichtsmaterial und Aufgaben vom Klassenleiter für die Schüler geben. Ob das funktioniert? Der stellvertretende Schulleiter Jürgen Seipt-Wunderwald ist zuversichtlich. „So ist die Zeit nicht verloren“, sagt er. Erfahrungen mit dem digitalen Unterricht gibt es an der Schule noch nicht. Nach einer Woche will das Kollegium Resümee ziehen. Frei haben auch die rund 70 Lehrkräfte trotz der Corona-Zwangspause nicht.

Noch ist unklar, ob sie von zu Hause arbeiten müssen oder sich in der Schule treffen können, erklärt Seipt-Wunderwald. Technisch sei das kein Problem. Seit Jahren arbeitet die Schule mit einem digitalen Verwaltungsprogramm, mit dem zum Beispiel Elternbriefe verschickt werden können. Vor große Herausforderungen stellt das Virus die Schule dennoch: Viele Klausuren müssen verschoben, Veranstaltungen abgesagt werden. Das Skilager im Oberallgäu, das für kommende Woche angesagt war, findet nicht statt. Und: Wegen des Virus müssen die Probentage und das Frühjahrskonzert abgesagt werden. Anders könnten die ausgefallenen Klausuren nicht nachgeholt werden.

Eine menschenleere Aula in der Realschule Zusmarshausen. Wegen des Corona-Virus bleibt die Schule geschlossen. 
Bild: Marcus Merk

Mehrere Schulen im Landkreis Augsburg wegen Corona-Virus geschlossen

Geschlossen sind die beiden Schulen in Zusmarshausen, weil eine Lehrerin, die unter anderem an der Grund- und Mittelschule arbeitet, positiv auf das Virus getestet wurde. Weil die Realschule einige Räume der Nachbarschule mitbenutzt, bleibt auch sie geschlossen.

Auswirkungen hat das auch auf Busunternehmen. Unter anderem fahren die Busse des Unternehmers Josef Brandner normalerweise Kinder zum Unterricht in Zusmarshausen. „Die Busfahrer haben jetzt erst mal Freizeit“, sagt Brandner. Bislang könne man die Ausfälle mit Überstunden oder Resturlaub abfangen. Doch das könnte sich ändern, wenn weitere Schulen schließen. Brandner: „Das wäre finanziell ein immenser Schaden für uns.“ Denn wenn die Busse des Unternehmens nicht fahren, gibt es vom Auftraggeber auch kein Geld. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, setzt der Unternehmer auf Prävention. Zum Beispiel wurden Desinfektionsmittel verteilt. Die Busse aber könnten nicht ständig desinfiziert werden, weil immer wieder neue Fahrgäste ein- und aussteigen.

Welche Auswirkungen hat Corona auf den Busverkehr?

Auch die Linienbusse des AVV bringen Schüler zu den Einrichtungen in Zusmarshausen. Die Linien fahren weiterhin, betont eine Sprecherin des Verkehrsverbunds. Gereinigt werden die Busse „ganz normal“, sagt sie. Das bedeutet einmal am Tag, nach der Tour. Ob sich die Zahl der Fahrgäste insgesamt verringert hat, kann die Sprecherin nicht sagen. Dazu gebe es noch keine Zahlen. Gefühlt seien aber allgemein weniger Menschen im öffentlichen Leben und auch im Nahverkehr zu sehen.

Wegen der aktuellen Corona-Fälle fand am Dienstagvormittag eine Krisenbesprechung im Zusmarshauser Rathaus statt. „Zwangsläufig führt die Maßnahme zu weiteren Fragen der Kinderbetreuung in der Marktgemeinde“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Zur Zeit bestünden aber keinerlei Anhaltspunkte oder Verdachtsfälle, die auch eine Schließung der Kindergärten rechtfertigen würden. Bürgermeister Bernhard Uhl ordnete deshalb an, dass die gemeindlichen Kindergärten weiter zur Verfügung stehen. Das Gesundheitsamt bestätigte diese Vorgehensweise laut der Gemeinde. Es bestehe zudem keine direkte Gefahr der Ansteckung, wenn Geschwister von Kindergartenkindern eine der betroffenen Schulen besucht haben.

Die Gemeinde Zusmarshausen trifft Maßnahmen wegen des Virus

Die Mittagsbetreuung an der Realschule in Zusmarshausen fällt in den kommenden Wochen aus. „Eine Notbetreuung für Grundschulkinder kann und darf aufgrund eines möglichen Übertragungsrisikos nicht angeboten werden“, teilt die Gemeinde mit. Von der Schulschließung außerdem betroffen seien die Schülerbeförderung, die Reinigung des Schulgebäudes und Essenslieferanten.

Die Sporthalle und das Schwimmbad bleiben ohne Bedenken für den öffentlichen Sport- und Badebetrieb geöffnet. Auch hier gebe es keinen Grund zu schließen, bestätigte das Gesundheitsamt der Gemeinde.

Da in der Sing- und Musikschule Zusmarshausen-Horgau hauptsächlich Schulkinder unterrichtet werden, findet der Unterricht hier vorläufig ebenfalls nicht statt. „Auch wenn die Umstände für die Betroffenen sehr unangenehm sind, bitte ich die Bürgerinnen und Bürger, Panik und Angst zu vermeiden“, sagt Bürgermeister Bernhard Uhl.

Die Marktgemeinde Zusmarshausen informiert die Bevölkerung ab sofort über die Homepage, Marktboten-App und unter der Telefonnummer 08291/870.

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