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Landkreis Augsburg

28.04.2020

Schule mal anders: So sieht der Alltag unter Corona-Auflagen aus

Auf der „Himmelsleiter“, im Gebäude der FOS/BOS in Neusäß, ging es nur in eine Richtung – nach oben. Das Einbahnkonzept in den Fluren und auf den Treppen gehört zum Hygieneplan der Schule. Die Masken sollen bis zum Klassenzimmer getragen werden.
Bild: Marcus Merk

Plus Fünf Wochen gab es keinen Unterricht in der Schule. Jetzt sind einige Schüler zurück. Erstes Thema war der Hygieneplan. Was den Jugendlichen dennoch Sorgen macht.

220 Schülerinnen und Schüler zurück in der Schule? Kein Grund für Schulleiter Rainer Bartl, schlecht zu schlafen. Für den Direktor der Fachoberschule/Berufsoberschule (FOS/BOS) in Neusäß ist klar: „Wir sind hier sicherer als im Supermarkt.“ Rund zehn Tage hatten er und seine Kollegen Zeit, sich auf die Rückkehr zumindest der Abschlussjahrgänge vorzubereiten. Wie berichtet, hatte das bayerische Kultusministerium beschlossen, zunächst die jeweils letzte Jahrgangsstufe einer Schule ab dem gestrigen Montag zurück in den Unterricht ins Klassenzimmer zu holen – unter strengen Hygieneauflagen.

Der Hygieneplan war dann auch das erste Thema, das Lehrer Thomas Schwarz in seiner 13. Klasse am gestrigen Montag angesprochen hatte. Dazu gehört: Das Schulhaus soll möglichst mit einer Maske, einem sogenannten Mund-Nase-Schutz, betreten werden, in den Klassenzimmern kann diese dann jedoch abgenommen werden. Die Tische stehen zwar wie sonst auch im Raum. „Aber bitte setzt euch nur auf die gekennzeichneten Plätze, um den Mindestabstand einzuhalten“, erklärt Schwarz den Schülern. Er hat an diesem Tag nur seine halbe Deutsch-Klasse vor sich. „Wir haben einen neuen Stundenplan. Die andere Hälfte der Klasse hat nebenan ein anders Fach. Die sehe ich dann erst am Mittwoch“, erklärt er.

In Neusäß wurden die Tische und Stühle in den Klassenzimmern so gestellt, dass die Schüler ausreichend Abstand haben.
Bild: Marcus Merk

FOS/BOS Neusäß: Unterricht im Klassenzimmer nur an zwei Tagen

Montag und Mittwoch, das sind die beiden Tage, an denen diese Klassen nun bis zu den Abiturprüfungen Unterricht haben werden. Die beginnen am 25. Mai. Hinzu kommen zwei Nachmittage, an denen digital unterrichtet wird. Damit hat die FOS/BOS in den vergangenen Wochen schon Erfahrungen gesammelt. Dennoch sei es nun ein ungewohntes Gefühl, wieder im Klassenzimmer zu sitzen, sagt Schülerin Veronika. „Das ist fast wie nach den Sommerferien.“ Ähnlich geht es Laura, die die 13. Klasse der Berufsoberschule besucht. Das Thema „Corona“ mache ihr im Moment weniger Sorge. „Aber die Vorbereitung ist schon schwierig. Wir hatten so lange keinen richtigen Unterricht“, sagt sie.

Dabei haben alle angehenden Abiturienten in diesem Jahr mit einer Sache Glück, erklärt Lehrer Thomas Schwarz: Sie werden alle zur Prüfung zugelassen – auch wenn noch nicht alle Noten vorliegen. „Wir haben beispielsweise in Deutsch noch keine zweite Schulaufgabe geschrieben. Die Schüler können deshalb jetzt wählen, ob sie dieselbe Note wie im ersten Halbjahr haben wollen oder eine Prüfung extra machen wollen. Im Grunde ist das so einfach wie nie“, findet der Deutschlehrer.

Stau an den Eingängen der Schule gab es nicht

Dass an der FOS/BOS in Neusäß die Schüler nur an zwei Tagen unterrichtet werden, liegt an der hohen Zahl in den Abschlussklassen. An den anderen Wochentagen sind die anderen Klassen mit Präsenzunterricht an der Reihe, erklärt Schulleiter Rainer Bartl. Schließlich wird das Gebäude auch von den Beruflichen Schulen genutzt. Und zudem sind Gymnasium und Realschule nur wenige Meter entfernt. Staus vor den Schulen hat der Leiter des Justus-von-Liebig-Gymnasiums, Stefan Düll, aber nicht beobachtet. „Die Schüler tröpfelten so nacheinander ein, das ging gut.“ Die FOS/BOS hat den Anfang des Unterrichts auf 8.45 Uhr verlegt.

Eine Lösung, die man auch in Zusmarshausen gewählt hat, wo Mittel- und Realschule ein Schulzentrum bilden. An der Mittelschule wird von der ersten bis zur vierten Stunde unterrichtet, an der Realschule von der dritten bis zur sechsten. „Damit die Schüler erst einmal ankommen konnten, haben die Lehrkräfte in den ersten beiden Stunden mit ihnen über ihre Erfahrungen, Ängste und Sorgen gesprochen“, berichtet Schulleiterin Heidrun vorm Walde. Sie hatte sich besonders über den „süßen Gruß“ des Elternbeirats zum Start in den Unterricht gefreut.

 

Landrat Martin Sailer hat einen besonderen Tipp

Landrat Martin Sailer hat einen Brief an jene Schüler geschrieben, die jetzt wieder in die Schule kommen sollen. Sein Tipp an sie: Fahrrad statt Bus oder Zug fahren. Das sorge nicht nur für mehr Sicherheit vor Ansteckung, sondern mache auch fit nach den Wochen zu Hause.

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