17.12.2014

Sie näht, um zu helfen

Sandra Schröder aus Gersthofen versucht, wann immer es möglich ist, anderen Menschen ehrenamtlich zu helfen oder ihnen wenigstens eine Freude zu machen.

Mit ihren Herzkissen unterstützt Sandra Schröder brustkrebskranke Frauen, seit ihre Mutter an dieser Krankheit gestorben ist

Die schwere Krankheit und den Tod ihrer Mutter erlebte sie mit. Dies brachte sie auf die Idee, zum Gedenken an ihre Mutter andere kranke Frauen zu unterstützen. Sandra Schröder aus Gersthofen näht nun schon seit über einem Jahr mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern Herzkissen für brustkrebskranke Frauen und macht ihnen damit nicht nur eine Freude, sondern hilft ihnen auch, durch deren Herzform Schmerzen zu lindern. Denn die Patientinnen können sich das Kissen unter die Achsel klemmen und somit den Operations- und Druckschmerz lindern.

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Als Sandra Schröders Mutter, eine Schneiderin aus Leidenschaft, 2013 an Brustkrebs stirbt, ist ihr schnell klar, dass sie nicht nur die Leidenschaft ihrer Mutter weiterführen, sondern auch mit einem guten Zweck verbinden will. „Auf der Suche nach sinnvollen Objekten stieß ich auf die Herzkissen, die von ehrenamtlichen Regionalleiterinnen des Augsburger Vereins Mamazone bundesweit an betroffene Frauen verteilt werden“, erzählt sie.

Danach ging alles sehr schnell: Via Facebook und privat machte sie diverse Aufrufe und fand bald zahlreiche engagierte Näherinnen, die sie mit ihrem Vorhaben unterstützen wollten. Der von ihr gegründete Verein „Herzkissen und Schutzengel-Aktion für Mamazone “ und die dazugehörige Facebook-Gruppe zählt mittlerweile über 150 Männer und Frauen in ganz Deutschland, die die schmerzstillenden Herzkissen und trostspendenden Schutzengel nähen beziehungsweise genäht haben. Mithilfe mehrerer Firmen in Friedberg, Wertingen und Essen, die für dieses Projekt auf Anfrage von Projektleiterin Sandra Schröder Stoffe gespendet haben, konnte sie und ihr Team binnen eines Jahres insgesamt 450 Herzkissen sowie zahlreiche Schutzengel anfertigen und diese im April dieses Jahres im Rahmen der Regionaltagung von Mamazone sowie im November 2014 im Rahmen des Kongresses „Projekt Diplompatientin“ in Augsburg offiziell übergeben.

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Die Resonanz auf diese Nähaktion ist immens. Nicht nur die Gründerin von Mamazone, Ursula Goldmann-Posch, ist begeistert vom Engagement und selbstlosen Einsatz der Näherinnen, auch Sandra Schröder selbst freut sich über die Eigendynamik, die dieses Projekt jetzt schon entwickelt hat.

Das große Team an Näherinnen, das sowohl in ganz Deutschland als auch in Gersthofen permanent Kissen näht und ihr kistenweise zuschickt, macht die Initiatorin sehr stolz. „Sprachlos bin ich auch über die zahlreichen Rückmeldungen zum Teil wildfremder Menschen, die zufällig von meinem Projekt erfahren und sich spontan dazu entschlossen haben, mitzuhelfen“, sagt sie. „Das motiviert mich, damit weiterzumachen, und zeigt mir, dass es das Richtige ist, was ich tue.“

Denn ihre Zeit ist neben weiteren Ehrenämtern und ihrem Ehemann, ihrer dreijährigen Tochter sowie ihrem neugeborenen Sohn sehr begrenzt. Das kann sie aber nicht davon abhalten, auch in Zukunft Menschen, denen es schlecht geht, mit ihrem Herz und ihren Herzen ehrenamtlich zu helfen.

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