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Konzert

08.01.2020

Sie sind und bleiben die Meister

Cash-n-Go heizte drei Abende lang mit spaßigen Gesangskünsten im Stadtberger Bürgersaal ein.
Bild: Thomas Hack

An drei Abenden sorgt Cash-n-Go für einen ausverkauften Bürgersaal in Stadtbergen. Wie sich die neue Formation geschlagen hat

Ein freudig angespanntes Publikum, der Konzertsaal in geheimnisvolles Blau getaucht und sechs schwarze Silhouetten, die sich langsam aus dem Dunkel der Showbühne abzeichnen – um in allerbester A-capella-Manier erst einmal Karel Gotts Insektenklassiker „Biene Maja“ durch den Raum zu schmettern. So begann das diesjährige Neujahrskonzert der Gesangsformation Cash-n-Go, welches sich über ganze drei Tage erstreckte und für einen ausverkauften Stadtberger Bürgersaal sorgte.

Und die Gäste, die sich aus jeglichen Altersstufen zusammensetzten, wurden auch diesmal nicht enttäuscht: Neben altbewährten Publikumsreißern und spaßigen Kulthits präsentierten die sechs Stimmenakrobaten auch jede Menge neuer Arrangements, was wohl nicht zuletzt dem Neuzugang Julian Dempf zu verdanken ist, der vor einem Jahr als junger Tenor die Nachfolge des Cash-n-Go’lers Martin Seiler angetreten war.

So kamen die Besucher diesmal immer wieder in den Genuss anspruchsvoller Solostücke, die ganz speziell auf Stimmlage und Charakter des jeweiligen Interpreten zugeschnitten waren – vom kongenialen Edith-Piaf-Auftritt Thomas Haalas einmal völlig abgesehen, in welchem er mit näselndem Countertenor und einer gefühlten Körpergröße von 1,20 Meter dem „Spatz von Paris“ ein witzig-würdiges Denkmal setzte. Auch Sopranistin Christina Bianco wusste in den unterschiedlichsten Stilrichtungen zu begeistern – sei es mit emotionalen Liebesballaden, schrillem Bollywood aus indischen Gefilden oder einem selbstironischen Sakral-Epos, in dem sich alles über ungesunde Leckereien und überschüssige Körperpfunde dreht. Ebenfalls neu im Programm: ein gemeinsam dargebrachtes Medley, das nicht weniger als 80 Kulthits aus den letzten 50 Jahren miteinander vereinte – wann sonst bekommt man schon mittels halsbrecherischer Stimmenduelle U2, A-ha und Scott McKenzie in einem einzigen Song zu hören?

Im zweiten Teil des Gesangsabends bot Cash-n-Go einen musikalischen Blockbuster nach dem anderen – vom authentisch inszenierten Abba-Medley bis hin zur schillernden Bee-Gees-Hommage, in welcher Countertenor Thomas Haala noch einmal voll und ganz seine Paraderolle ausleben konnte.

Das heimliche Meisterstück des Abends entstammte schließlich aus den kühlen 80er Jahren: „Das Model“ der früheren Wave-Formation Kraftwerk wurde nicht nur seitens der Gesangsakrobatik erschreckend originalgetreu umgesetzt, sondern auch mit einem aberwitzigen neuen Text versehen, der kein Auge im Publikum mehr trocken ließ: Nicht einem neckischen Damenmodel wurde hier gehuldigt, sondern einem haushaltsüblichen Bügeleisen von Rowenta („Sie müht sich ab für das Textilprodukt … und hat es mit Millionen Tröpfchen angespuckt“).

Alles in allem: Cash-n-Go hat an diesen drei Konzertabenden wieder einmal voll ins Schwarze getroffen, das Publikum zum Toben gebracht und nicht zuletzt bewiesen, dass die sechs jungen Interpreten auch in neuer Formation die ungeschlagenen Meister des A capella sind.

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