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Kutzenhausen

14.01.2020

Silvia Kugelmann verabschiedet sich mit Appell

Das Johannes-Ochsenbauer-Trio überzeugte mit feiner jazzigen Spielkultur, Energie und facettenreichen Klangfarben.
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Das Johannes-Ochsenbauer-Trio überzeugte mit feiner jazzigen Spielkultur, Energie und facettenreichen Klangfarben.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Bürgermeisterin betont bei ihrem letzten Neujahrsempfang die Bedeutung der jungen Generation. Welche Werte ihrer Meinung nach zählen und welche nicht.

Nicht wie üblich ein kommunalpolitischer Rückblick und eine damit verbundene Vorausschau standen beim Neujahresempfang der Gemeinde Kutzenhausen im Mittelpunkt. Vielmehr legte Bürgermeisterin Silvia Kugelmann ihr Augenmerk fast ausschließlich auf die Kinder. Sie seien die kommenden Entscheider, verdeutlichte sie in der sehr vollen Gemeindehalle und erntete dafür am Ende ihrer Rede stürmischen Beifall.

Zum letzten Mal leitete Kugelmann als Bürgermeisterin den Neujahrsempfang. Ihre Amtszeit endet am 30. April. Für eine erneute Kandidatur steht sie nicht mehr zur Verfügung. Sie gestaltete 24 Jahre Kommunalpolitik: jeweils sechs Jahre als Gemeinderätin und stellvertretende Bürgermeisterin sowie zuletzt zwölf Jahre als Gemeindechefin. Diese zwölf Jahre seien für sie in vielerlei Hinsicht auf der Lebensskala nach unten und oben eine sehr intensive Erfahrung gewesen, berichtete sie.

Kugelmann geht es um die Zukunft und um Werte

Doch diesmal ging es ihr nicht um Politik, sondern in erster Linie um die Zukunft, um Werte, die – wie sie es ausdrückte – „nur im Herzen messbar“ seien, um gemeinsames Verstehen und Miteinander. „Das erforderliche Schaffen von Infrastruktur und Grundlagen, der Blick auf die Finanzen – das alles ist Pflicht“, betonte sie. „Aber nicht nur und ausschließlich.“

Die Kinder standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Gemeinde Kutzenhausen. Die Grundschüler trugen ein Lied über die Mutter Erde vor, die Kindergartenkinder zwei Tanzlieder.

Kugelmanns Botschaft hieß, mit Verantwortung die Herausforderung der Zukunft anzunehmen. Und gleichzeitig die Kinder in den Fokus zu rücken. Ihre Begründung dafür: „Die jungen Menschen sind die künftigen Entscheider.“

Doch diese Fokussierung sei nicht so einfach, gestand die Bürgermeisterin: „Es ist schlicht aus der Mode gekommen, sich auf Werte wie Respekt, Empathie, Herzlichkeit, Offenheit, Teilhabe, Bildung, Geduld oder auch Mitleid zu konzentrieren.“ Vielmehr regierten Hass und Neid, Despoten, die Zerstörung von Lebensgrundlagen und die rigorose Durchsetzung des eigenen Ichs.

Die nächsten Generationen dürfen nicht vergessen werden

Dann griff sie das von Kindern der Grundschule eingangs gesungene Lied von der „Mutter Erde“ auf. Unser Planet müsse für die Kinder bewahrt und beschützt werden, appellierte sie. Gleichzeitig richtete sie einen innigen Dank an ihre langjährigen Wegbegleiter. „Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt“, sagte sie. Es gebe Herausforderungen, die sie mit Elan anpacken werde. Vizelandrat Heinz Liebert griff in seinem Grußwort das Motto des Empfangs auf.

„Alle Zukunft beginnt mit den Kindern“, resümierte er. Zu Silvia Kugelmann gewandt, meinte er: „Sie hat in den langen Jahren ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit nicht Staub aufgewirbelt, sondern echte Spuren hinterlassen.“ Zugleich forderte er auf, Mut zu zeigen, um die Zukunft enkelfähig zu machen. Mut brauche es auch, um den ABC-Gefahren – Amerika, Brexit und China – erfolgreich entgegenzutreten und sich weiterhin nachhaltig für Bildung, Mobilität und den Folgen des demografischen Wandels einzusetzen.

Ehrungen Silvia Kugelmann zeichnete Menschen aus, die in der Gemeinde Kindern Kunst und Fantasie beibringen. Dazu zählte sie im Besonderen die Leiterin des Kindergartens St. Nikolaus, Sabine Zott, die Grundschulrektorin Helen Stroh, die Pfadfinder-Chefin Bärbel MacFarlane, die Vorsitzende des Gymnastikvereins Agawang, Claudia Hefele, die Kunstschulleiterin Maria Kugelmann-Schmid, den Verkehrserzieher Wolfgang Nowak von der Polizeiinspektion Zusmarshausen, die „Seele“ des Freibads, Anton Schmid, und den Kontrabassisten Johannes Ochsenbauer.

Der in Kutzenhausen beheimatete Ausnahmemusiker und Kunstpreisträger des Landkreises Augsburg 2019 umrahmte die Veranstaltung mit seinem Trio. Zusammen mit Alex Jung (Gitarre) und Walter Bittner (Schlagzeug) überzeugte er mit feiner Spielkultur. Die nostalgische Eleganz des traditionellen Jazz war für das Trio Ausgangspunkt für eine Reise zu zeitgenössischen Klangfarben.

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