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Gersthofen

10.05.2015

So hat "The Biggest Loser" das Leben von Tobias Fleischmann verändert

Schon mehr als 50 Kilogramm hat Thomas Fleischmann abgenommen.
Bild: Marcus Merk

Die Abnehmshow „The Biggest Loser“ hat Tobias Fleischmann deutschlandweit bekannt gemacht. Gewonnen hat er nicht – erfolgreich ist der Gersthofer trotzdem.

Seit zwei Jahren hat Tobias Fleischmann seine XXL-T-Shirts, zum ersten Mal kann er sie nun anziehen. Der 29-jährige Logistikmanager aus Gersthofen trug in Spitzenzeiten Hosen in Größe 72, machte dann bei der TV-Show „ The Biggest Loser“ mit. Mit uns sprach er über seine Vergangenheit, seine Ziele und was ihm die Show gebracht hat.

Herr Fleischmann, was gab es bei Ihnen heute zum Frühstück?

Tobias Fleischmann: Gar nichts.

Und was hätten Sie früher gegessen?

Fleischmann: Zwei Semmeln mit Wurst und Käse, dazu einen Kakao. Da sind wir schon bei 600 bis 700 Kalorien. So viel gab’s bei „Biggest Loser“ am ganzen Tag. Wobei ich das mit gesünderen Sachen zu mir genommen habe. Alleine eine Semmel hat schon über 200 Kalorien.

Sie kennen sich offensichtlich aus.

Fleischmann: Das weiß ich schon länger. Das hat mich früher aber nicht abgehalten zu essen.

Das ist nicht Ihr erster Abnehmversuch?

Fleischmann: Mit 13 war ich zum ersten Mal in der Kur. Da hatte ich auch ein gutes Gewicht. Wenn ich das gehalten hätte, wäre ich heute glücklich. Aber dann kam der Jo-Jo-Effekt. Ich habe zehn Kilogramm im Jahr zugenommen. Mein Höhepunkt waren 215 Kilogramm. Bei Biggest Loser hatte ich schon wieder zehn Kilogramm weniger.

Wie kam es zu Ihrem Übergewicht?

Fleischmann: Das war im Kindergarten. Mein damaliger Schwarm hatte einen anderen geheiratet. Nur im Spiel, aber das hat mich so aufgeregt, dass ich auf ihre Schärpe getreten und ausgerutscht bin. Am Ende war das Bein gebrochen, und ich hatte gelernt: Ich muss mich nicht bewegen, ich bekam ja alles.

Manchmal sagen Kinder: "Mama, der ist dick."

Wann belastet Sie Ihr Übergewicht?

Fleischmann: Wenn Kinder sagen: „Mama, der ist dick“, dann wirkt das mehr als „du fette Sau“. Außerdem belastet es, wenn ich nicht in die Achterbahn passe, Gartenstühle unter mir zerbrechen, mir beim Treppensteigen die Puste ausgeht.

Trotzdem aßen Sie weiter...

Fleischmann: Ich wusste ja, dass es Frustessen war, gegessen habe ich trotzdem. Aus Liebeskummer, wegen Stress im Job, die Gründe waren sehr unterschiedlich.

Wieso haben Sie sich dann für „Biggest Loser“ aufgerafft und mitgemacht?

Fleischmann: Ich dachte: Wenn ich’s jetzt nicht pack, dann pack ich’s gar nicht mehr.

Im Camp waren Sie ja eher der ruhigere Typ. War das so gewollt?

Fleischmann: Ja, ich habe schon geplant, dass ich nicht polarisiere. Ein paar Jüngere von uns haben da weniger aufgepasst. Es sind ja nicht nur die Kameras, die immer an sind. Es sind auch die Mikros. Die vergisst man schnell.

Konnten Sie auch sagen: Das sendet Ihr jetzt aber nicht?

Fleischmann: Ich konnte nur sagen, dass ich auf einige Fragen nicht antworte – dann wurd’s auch nicht gesendet.

Die Sendung wurde ja mit Verzögerung ausgestrahlt. Wie war es, sich im Fernsehen zu sehen?

Fleischmann: Ein komisches Gefühl. Man hat sich schon gefreut, aber einiges war auch peinlich. Als ich bei der ersten Challenge aufgeben wollte – den Dialog finden meine Kumpels heute noch lustig.

Fleischmann sucht eine Freundin - 450 Frauen haben sich gemeldet

Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Fleischmann: Alle fragen mich plötzlich: „Was, du warst einmal so dick?“ Es macht definitiv mehr Spaß als früher, auf eine Waage zu steigen. Heute zeigt sie 150 Kilogramm an. Als ich bei „Biggest Loser“ ausgeschieden bin, waren das noch 30 Kilogramm mehr. Die Sendung war ein guter Anfang. Es öffnet Wege im Kopf, weiterzumachen.

Und Sie machen weiter.

Fleischmann: Ich habe jetzt seit dem Start von „Biggest Loser“ 51 Kilogramm abgenommen. Ich mache fast täglich Sport und habe die Ernährung umgestellt, esse bewusster, nicht mehr nebenbei, etwa beim Fernsehen. Weniger Kalorien, fettarm, wenig Kohlenhydrate.

Sie scheiterten früher am inneren Schweinehund. Was ist jetzt anders?

Fleischmann: Man braucht jemanden, der dahinter ist, abseits von Familie und Freunden. Ernährungs- und Fitnesscoaches. Außerdem poste ich regelmäßig auf Facebook, was ich mache. Sobald ich da mal nicht poste, kommen gleich Reaktionen wie „mach mal wieder was“ – auch wenn ich keine Lust dazu habe.

Brechen Sie auch mal aus?

Fleischmann: Das nicht, aber ein paar Dinge gehen schon, etwa selbst gemachtes Eis aus Früchten, wenn es kein Sahneeis ist. Als ich von „Biggest Loser“ zurückgekommen bin, hab ich mir einen Döner gegönnt. Der ist überraschenderweise in Ordnung. Das Schlimme ist eher die Semmel.

Was sind Ihre Ziele?

Fleischmann: An meinem 30. Geburtstag im März 2016 will ich unter 100 Kilo wiegen und dann die Haut wegoperieren lassen. Außerdem will ich beim Silvesterlauf in Gersthofen teilnehmen. Da habe ich zur Zeit noch 20 Kilo zu viel drauf, um eine gute Zeit zu laufen. Außerdem will ich die Kalorienzahl wieder erhöhen. Im Moment bin ich bei 1200 bis 1500 Kalorien am Tag, das soll sich dann bei 2000 einpendeln. Das ist ein normales Niveau.

Im Finale haben Sie gesagt, dass Sie eine Freundin suchen. Hat sich schon jemand gemeldet?

Fleischmann: 450 Frauen insgesamt. Die meisten kommen gar nicht aus der Region, ein paar von denen sind auch sehr skurril. Ich bin da noch am Durchforsten. Aber ich werde allen antworten.

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