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Biberbach

03.07.2020

So schön ist die 40 Kilometer lange Radtour ins Donauried

Das Hofgut Bäldleschwaige ist beliebter Anziehungspunkt für Ausflügler jeden Alters. Streichelzoo, Spielplatz, ein schattiges Plätzchen im Biergarten. Alles mitten in der Natur.
Bild: Sonja Diller

Plus Es ist fast schon eine Überdosis an bayerischer Postkartenidylle, die knapp 40 Kilometer lange Radtour ins Donauried. Das gibt es auf dem Weg zu entdecken.

Saftig-grüne Wiesen, auf denen Pferde genüsslich rupfend stehen. Barocke Zwiebeltürme vor weiß-blauem Himmel. Darüber kreisende Rotmilane. Zugegeben, alles zusammen ist es schon fast eine Überdosis an bayerischer Postkartenidylle. Aber nützt ja nichts. Genau so sind die Aussichten auf unserer Radeltour im nördlichen Augsburger Land und hinein ins Donauried.

Der Startpunkt zur gemütlichen Tour hat ein Wahrzeichen, das schon kilometerweit zu sehen ist: die Markter Burg hoch über dem Schmuttertal. Die Burganlage ist in Privatbesitz. Besucher können deshalb die Türme und Gebäude nicht besichtigen, doch in der barocken Schlosskirche aus dem Jahr 1732 werden Gottesdienste gefeiert und Führungen können gebucht werden.

Heute ist unser Ziel aber nicht gebaute Geschichte und hochherrschaftliche Anwesen, sondern eine uralte Landschaft an der Donau. Wo die Schwaigen, die einstigen Einödhöfe, wie Inseln mitten in fruchtbaren Feldern ruhen. Hundeschwaige, Dreiwinkelschwaige oder auch Rothhahnenschwaige heißen sie.

So schön ist die 40 Kilometer lange Radtour ins Donauried

Hungrige Radler zieht es zur Bäldleschwaige, einem Hofgut, das von der Landwirtsfamilie Sautter zum beliebten Ausflugsziel entwickelt wurde. Zum schon legendären Weihnachtsmarkt in der Adventszeit und zum großen Biergarten mit Spielplatz und Streichelzoo zieht es das ganze Jahr viele Familien, ohne dass es zu eng wird auf dem weitläufigen Gelände.

Im Biberbacher Ortsteil Markt kann man das Auto abstellen

Am Bürgerhaus an der Langenreicher Straße im Biberbacher Ortsteil Markt kann man das Auto abstellen und die Räder in Ruhe abladen, falls die zweirädrige Anfahrt zu weit ist. Damit die Brotzeit nachher auch wirklich schmeckt, legen wir los und treten gleich ordentlich in die Pedale den Hügel hinauf nach Langenreichen.

Oben angekommen der Lohn: Der erste weite Blick ins nördliche Augsburger Land, wo sich zwischen Langenreichen und Wortelstetten gleich fünf Windräder drehen. Rechts der Wald, in dem sich die Burg versteckt. Geradeaus duckt sich Langenreichen in eine Senke. An der Hauptstraße angelangt geht es nach links, an der kleinen Kirche St. Nikolaus vorbei, die durchaus einen Blick wert ist. Zu Corona-Zeiten, informiert ein Schild an der Kirchentür, darf man von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen von 13-18 Uhr hinein.

Richtung Hirschbach geht es ein kurzes Stück nach der Kirche rechts hinauf zum Plateau der Windräder. Obstbäume säumen die schmale Straße. Wer sich mal richtig zwergig fühlen will, der kann sich unter das erste Windrad links von der Straße stellen. 138 Meter plus Rotorblätter ist die Anlage hoch, die 2013 ans Netz ging. Weiter geht’s nach Hirschbach hinein, an der kleinen Gärtnerei vorbei und kurz nach einem wunderschönen Fachwerkhaus rechts die Wortelstetter Straße hinauf.

Ein kleines Freibad am Waldrand bei Lauterbach

Bis dahin sind es 2,8 Kilometer, sagt der Wegweiser, von denen es reichlich gibt. Verfahren ist fast nicht möglich. Nur in Wortelstetten heißt es kurz aufgepasst. An der Hauptstraße, die hier Ehinger Straße heißt, geht es erst links Richtung Buttenwiesen, an der Kirche rechts, wieder rechts am mächtigen Baum vorbei, der mitten in der Straße steht, und links in die Gärtnerstraße, die uns aus dem Ort hinaus über Felder und Wald nach Lauterbach schickt. Dort gibt es ein kleines Freibad am Waldrand. Pfingsten war noch kein Wasser im Becken, vielleicht wird es ja noch Badespaß geben in diesem ungewöhnlichen Jahr.

Von Lauterbach ist es jetzt nicht mehr weit bis zur Einkehr. Nach dem Freibad die Badstraße hinuntergerollt, kurz links und gleich wieder rechts in die Bahnhofstraße eingebogen; dort wo das große Schild das einheimische Bier lobt, das seit über zehn Jahren nicht mehr im Ort gebraut wird. Von dort aus kann nichts mehr schiefgehen. Immer der Nase nach über die kleine Zusambrücke hinein ins Donauschwemmland bis die schnell anwachsende Dichte an Radlern und motorisierten Ausflüglern klar signalisiert: Hier muss es Kühles und Nahrhaftes geben.

Über Illemad und Allmannshofen führt die Strecke zum imposanten Kloster

Die Bäldleschwaige ist nicht mehr zu verfehlen. Wenn die Beine ausgeruht sind und das Kaloriendepot wieder gefüllt ist, geht es die Strecke bis nach Lauterbach auf bekanntem Weg zurück. Doch bleiben wir nach dem Links abbiegen in die Mertinger Straße ein paar hundert Meter darauf und folgen dann dem Wegweiser rechts hinauf nach Kloster Holzen. Über Illemad und Allmannshofen führt die Strecke zum imposanten Kloster samt Barockkirche. Ob der gemütliche Biergarten oder der Klostergarten eher lockt, ist Geschmackssache. Die Kirche ist auf jeden Fall einen Blick wert.

Nach Kultur pur gibt es wieder Natur pur auf dem Rückweg den Klosterberg hinunter und auf dem Radweg Richtung Meitingen und Nordendorf über Blankenburg nach Kühlenthal. Die kleinste Gemeinde im Augsburger Land punktet mit einem eigenen kleinen Badeweiher am Ortsausgang, der an einem heißen Tag und immerhin schon über 30 Kilometer im Sattel tolle Abkühlung verspricht. Nun ist es auch nicht mehr weit zum Ausgangspunkt. Immer geradeaus am Waldrand entlang endet der Radweg am Fuß der Markter Burg. Rechts abgebogen und einmal quer durchs Dorf zum Bürgerhaus gerollt, dann ist der Startpunkt wieder erreicht.

Alle Ausflugstipps samt Übersichtskarte gibt es hier zum Nachlesen.

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