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Landkreis Augsburg

11.12.2020

So sieht das neue Corona-Impfzentrum in Gablingen aus

Ein Schild verrät inzwischen, was in der Halle in Gablingen in den kommenden Monaten geplant ist.
Bild: Marcus Merk

Plus Eine Lagerhalle in Gablingen wird auf Hochtouren zum neuen Impfzentrum des Landkreises Augsburg umgebaut. Dort sollen mehrere Hundert Menschen am Tag geimpft werden können.

"Covid 19 Impfzentrum" steht auf einem Schild an der Straße ins Gablinger Gewerbegebiet. In wenigen Wochen soll es Hunderten Menschen am Tag den Weg zum neuen Impfzentrum weisen. Das entsteht in einer großen Halle, die eigentlich einen ganz anderen Zweck erfüllen sollte. Kurzerhand wird jetzt um- und eingebaut. In wenigen Tagen soll die Infrastruktur stehen. Bleibt die Frage: Wann kann tatsächlich geimpft werden?

Eine eindeutige Antwort darauf kann zur Zeit wohl niemand geben. In erster Linie hängt das davon ab, wann der Impfstoff bereitgestellt wird. Derzeit geht man davon aus, dass es Anfang des neuen Jahres so weit sein soll. Dann werden wohl auch im Augsburger Land die ersten Menschen gegen das Virus geimpft. Wie das abläuft, lässt sich beim Rundgang durch die große Halle in Gablingen schon jetzt absehen.

Die Arbeiten zum neuen Impfzentrum in Gablingen schreiten voran

Um Begegnungen zu vermeiden, gibt es einen genauen Ablaufplan im neuen Impfzentrum. Wer die Halle betritt, gelangt zunächst in einen Anmelderaum. Am Boden finden sich schon jetzt aufgeklebte Fußabdrücke, welche die Richtung weisen. Wer geimpft werden möchte, wird auf diesem Weg nach der Anmeldung zu einer Kabine geleitet, in welcher der Impfstoff später gespritzt werden soll. Fünf solcher Kabinen sind nebeneinander in die 800 Quadratmeter große Halle gebaut worden. Noch sind sie leer, später soll es darin je eine Liege geben. Nachdem der Impfstoff gespritzt wurde, können die Patienten in einem Aufenthaltsbereich Platz nehmen und die Halle später durch einen separaten Ausgang verlassen. So soll es offenbar möglichst wenig Kontakt zwischen den Patienten geben. Vor der Halle findet sich ein gepflasterter Parkplatz von rund 1200 Quadratmetern.

Im Innern wird das Gebäude so vorbereitet, dass dort mehrere Hundert Menschen pro Tag geimpft werden können.
Bild: Marcus Merk

Läuft alles nach Plan, soll das neue Impfzentrum am 15. Dezember fertig gebaut sein Das Gebäude, das nun zum neuen Impfzentrum wird, gehört der Unternehmerfamilie Bittner aus Gablingen. Inhaber Klaus Dieter Bittner betreibt eine Putenfarm in Gablingen. Vor rund drei Jahren hat er die Halle ursprünglich als Ausweichort für seine Puten gebaut. Sollte zum Beispiel die Vogelgrippe ausbrechen, hätten die Tiere schnell in die Halle umziehen können. Deshalb entspricht das Gebäude sehr hohen Hygienestandards. Wichtig ist Bittner zu betonen, dass das neue Impfzentrum nicht am Standort seiner Putenfarm entsteht. Nachdem klar wurde, dass er der Inhaber des Gebäudes im Gewerbegebiet ist, sei es immer wieder zu Irritationen in der Bevölkerung gekommen.

Firma Ecolog übernimmt den operativen Betrieb im Impfzentrum

Bittner gehört das Gebäude, für die Ausstattung ist der Landkreis zuständig. Wer die Impfungen im neuen Testzentrum spritzen wird, ist im Speziellen noch nicht bekannt. Grundsätzlich ist mit dem operativen Betrieb des Impfzentrums das private Dienstleistungsunternehmen Ecolog beauftragt, mit dem der Landkreis seit Anfang September bereits am Testzentrum im Gersthofer Ortsteil Hirblingen zusammenarbeitet.

Unterstützend tätig sein könnten auch Ehrenamtliche des Bayerischen Roten Kreuzes, sagt Kreisverbandschef Thomas Haugg. Dazu habe es bereits ein erstes Gespräch mit der Betreiberfirma Ecolog gegeben. Das hauptamtliche Personal könne man zur Zeit nicht entbehren, sagt Haugg. Er habe aber Kontakt zu einem Team von rund 80 Ehrenamtlichen, die für die Arbeit im Impfzentrum geeignet wären. "Hilfe können wir immer gebrauchen", sagt Haugg. Die Ehrenamtlichen sollen hauptsächlich an Wochenenden und Feiertagen unterstützen. Je nachdem, wie sie geschult sind, könnten sie zum Beispiel beim Organisieren helfen oder vor Ort erste Hilfe leisten, wenn es einem Patienten nach der Impfung nicht gut geht. Das Impfen an sich müsse ein Arzt übernehmen oder zumindest beaufsichtigen, erklärt Haugg. Der Arzt informiere vor der Behandlung auch über mögliche Nebenwirkungen und Risiken.

Rotes Kreuz könnte im neuen Impfzentrum in Gablingen unterstützen

Helfen will das Rote Kreuz auch bei den sogenannten Impfbussen - mit Personal und Fahrzeugen. Mittelfristig sollen mit deren Hilfe Impftermine vor Ort realisiert werden. Die mobilen Teams sind dem Impfzentrum angegliedert und können beispielsweise die Versorgung von Risikogruppen in Alten- und Pflegeheimen sowie auch im Einzelfall die Impfung bettlägeriger Patienten zu Hause vornehmen. Ab wann die Impfbusse unterwegs sein werden, ist noch unklar. Mittelfristig ist auch ein weiteres Impfzentrum im südlichen Landkreis geplant.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Philipp Kinne: Corona-Impfzentrum in Gablingen: Sehnsüchtiges Warten auf den Impfstoff

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