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Stadtbergen

04.11.2019

Stadtberger Tüftler punkten mit einem Lernspiel

Mit dem digitalen Lernspiel „Gymazing“ aus dem 3D-Drucker haben drei Stadtberger Schüler eine Konsole entwickelt, die spielerisch den Schulstoff aller Jahrgangsstufen vermittelt.
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Mit dem digitalen Lernspiel „Gymazing“ aus dem 3D-Drucker haben drei Stadtberger Schüler eine Konsole entwickelt, die spielerisch den Schulstoff aller Jahrgangsstufen vermittelt.

Schüler erwecken ein altes Spiel wieder zum Leben und sind für den Deutschen Medienpreis nominiert. Damit soll auf spannende Weise Schulstoff vermittelt werden.

Es sieht aus wie ein futuristisches Raumschiff aus fernen Welten, es leuchtet und blinkt in allen Farben, und auf dem Display in der Mitte poppt die Frage auf, was genau man in Deutschland als die „Stunde Null“ bezeichnet. Doch bei diesem seltsamen schwarzen Objekt handelt es sich keineswegs um ein Ufo, sondern um eine trickreiche Erfindung des 17-jährigen Stadtbergers Tobias Wohlhüter und seiner beiden Schulkollegen Alexander Mandera und Moritz Aschenbrenner.

Mit „Gymazing“ haben die drei jungen Tüftler ein Handy-Spiel der völlig anderen Art entwickelt und es mit ihrer originellen Innovation schließlich bis in die Endrunde des Deutschen Multimediapreises mb21 geschafft. Das Grundprinzip der Neuentwicklung: Bei „Gymazing“ handelt es sich um ein klassisch anmutendes Spielbrett aus dem 3D-Drucker, auf welchem kleine Figuren ihre Runden ziehen und deren Spieler immer wieder Fragen aus dem schulischen Lernstoff beantworten müssen. Abgerufen und gesteuert werden die Spielzüge über Handy-Apps, wobei aber auch kooperatives Handeln unter den Mitspielern gefordert ist.

Jede Menge Action und Handygames eingebaut

„Momentan enthält Gymazing zu Demonstrationszwecken 1000 Fragen aus sieben Schulfächern“, lässt Wohlhüter zum aufgebauten Prototypen des digitalen Wissensspiels verlauten. Und das in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, sodass Fünftklässler auch problemlos mit Schülern höherer Jahrgangsstufen zusammenspielen können. Damit das Ganze jedoch nicht zur trockenen Frage- und Antwortrunde mutiert, haben die jungen Erfinder auch jede Menge Action und Handygames mit eingebaut – wie etwa eine spannende Gruppenherausforderung namens „Mathe-Battle“.

Entwickelt haben die Schüler die aktuelle Version von „Gymazing“ gerade mal innerhalb eines Monats, wobei sie wie Profi-Ingenieure ein rundum ökonomisches Teamwork an den Tag gelegt haben: Während der eine für den 3D-Druck der Einzelkomponenten verantwortlich war, kümmerten sich die anderen um das Design oder preisgünstige Bezugsquellen von Elektronikbauteilen.

Viele Nutzungen von „Gymazing“ sind denkbar

Mit einer Vorgängerversion von „Gymazing“ waren die drei Entwickler bereits auch schon bei „Jugend forscht“ und Wettbewerben wie „PR!NT IT“ mit am Start, doch haben sie die ungewöhnliche Spielkonsole seither perfektioniert: „Wir sehen das Ganze nicht mehr als reines Lernspiel an, sondern als eigenständige Open Source-Plattform, auf welche man problemlos auch eigene Themenkomplexe und Fragen aufspielen kann“, erläutert Wohlhüter. Und in der Tat sind viele Nutzungen von „Gymazing“ denkbar: Führerscheinprüfungen, Ausbildungstraining, spannende Detektivspiele. Der große Wunsch der drei Tüftler ist es nun nicht nur, am 23. November den Deutschen Multimediapreis in Dresden für sich zu entscheiden, sondern mit „Gymazing“ in naher Zukunft in Serie zu gehen.

Potenzielle Abnehmer gibt es wohl jetzt schon für die ausgeklügelte Wissenskonsole, und dies von allerhöchster Stelle: Wohlhüter zufolge habe bereits das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) Interesse angemeldet. Was der Stadtberger Schüler für seine eigene Zukunft plant? „Zuerst mal nächstes Jahr das Abitur machen. Danach ist alles offen, da ich mich für so viele unterschiedliche Dinge gleichzeitig begeistern kann.“ Ob an dieser allumfassenden Begeisterung auch „Gymazing“ ein bisschen mitverantwortlich war, soll an dieser Stelle offen bleiben. Tobias Wohlhüter und seine Kollegen jedenfalls glauben mit Herz und Seele an ihr spannendes Lernprojekt und wären trotz aller Bescheidenheit sicherlich stolz, mit dem Gewinn des Multimediapreises einen neuen Meilenstein in ihrer Erfinderkarriere erreicht zu haben.

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