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Politik

20.11.2019

Staudenbahn bringt Spannung in Landratsbesuch

In Gessertshausen trifft das Gleis der Staudenbahn auf die vielbefahrene Hauptstrecke nach Augsburg.
Bild: Marcus Merk

Die lange versprochene Reaktivierung ist in Gefahr. Ob der Landkreis sie rettet, ist noch offen. In dieser Situation kommt Martin Sailer nach Fischach. Die Grünen nützten das zu einem Appell

Wenn Landrat Martin Sailer (CSU) heute Fischach besucht, dürfte ein Thema bei allen Gesprächsrunden wichtig sein: Wie sieht es aus mit den Chancen für die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der Staudenbahn?

Die für Ende 2022 versprochene Rückkehr des regelmäßigen Personenverkehrs, der 1991 eingestellt worden war, ist in Gefahr. Die dafür nötige Ertüchtigung der Strecke hinkt den Zeitplänen hinterher, aktuell geht es dabei ums Genehmigungsverfahren. Grund: Die Bahnbetriebsgesellschaft Stauden findet keinen Finanzier, ihr Chef Hubert Teichmann gibt dafür dem Freistaat die Schuld.

Nun sollen der Landkreis und die drei Staudengemeinden einsteigen und Bau und Betrieb der Strecke übernehmen und damit auch das Risiko. Im Raum stehen inzwischen Kosten von bis zu 20 Millionen Euro, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen – genügend Stoff für Gespräche also in Fischach. Das Problem ist der Faktor Zeit. Denn die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats die Nahverkehrszüge bestellt und deren Qualität überwacht, drängt auf eine Entscheidung. Zwar sei bislang „keine Deadline“ definiert, so eine Unternehmenssprecherin. Aber: „Die möglichst kurzfristige und verbindliche Klärung der Finanzierung wäre für alle Beteiligten von Vorteil.“ Im Klartext: höchste Eisenbahn.

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An den Grünen im Landkreis soll das nicht scheitern. Sie haben sich nach den Freien Wählern (auf Bezirksebene) nun auch mit Nachdruck hinter die Reaktivierung gestellt. Sie fordern die Unterstützung des Landkreises, der Kommunen, aber auch der Bayerischen Staatsregierung.

Silvia Daßler, Fraktionsvorsitzende und Landratskandidatin: „Wer die Verkehrswende ernst nimmt, muss die Chancen der Reaktivierung nutzen und in die Bahninfrastruktur investieren, damit wir auch den Menschen auf dem Land, eine Alternative zum Auto bieten können. Wir brauchen nach den vielen Bekenntnissen zum Klimaschutz jetzt ganz konkrete Taten. Dazu gehört die Reaktivierung der Staudenbahn.“ Kreis und Kommunen dürften sich jetzt nicht zurückziehen.

Der Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer sieht die von CSU und Freien Wählern gebildete Staatsregierung in der Pflicht. Sie müsse Hindernisse wie die derzeitigen Kriterien für Reaktivierung und Finanzierung aus dem Weg räumen. Andere Bundesländer hätten es vorgemacht.

Joachim Schoner, Grünenkreisrat und Mitbegründer des Aktionsbündnisses „Staudenbahn hat Zukunft“ erinnert daran, dass dieses 1996 im Rathaus von Fischach gegründet wurde. Schoner: „Wir aus den Stauden brauchen hier die Unterstützung der Politik, aber auch der vielen Menschen, die in den Stauden leben und von der Staudenbahn profitieren könnten.“ Heute bestehe die Möglichkeit, mit dem Landrat darüber zu sprechen. (cf/AL)"Seite 4

Sailer trifft sich zunächst um 17 Uhr zu einem politischen Gespräch mit Bürgermeister Peter Ziegelmeier im Sitzungssaal des Fischacher Rathauses. Weiter geht es um 18 Uhr mit einem Gespräch zwischen dem Landrat und Vertretern von Organisationen und Vereinen in der Staudenlandhalle

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