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Fischach

05.04.2021

Storchenpaar aus Willmatshofen ist erfolgreich umgezogen

Ein noch im Bau befindliches Storchennest (rechts) wurde in Willmatshofen von der Zinne entfernt. Zuvor überprüfte ein Gutachter, ob es bereits zur Eiablage gekommen war.
Foto: Anton Burnhauser

Plus Die Jungvögel mussten von ihrem Nest auf der Kirche St. Vitus in Willmatshofen aus Sicherheitsgründen weichen. Nun haben die Störche eine neue Heimat gefunden.

Das junge Storchenpaar, dessen Nest auf der Zinne der Kirche St. Vitus in Willmetshofen entfernt werden musste, hat ein neues Domizil. Es befindet sich nur rund 100 Meter vom Gotteshaus entfernt auf einem Privatgrundstück.

Die zwei Störche thronen nun auf einer rund 23 Meter hohen Fichte. Zur Verfügung gestellt haben den Baum für die Langschnabeltiere die Brüder Franz und Ernst Neumayer an der Hauptstraße. „Wir sind jetzt sozusagen Storchenpaten“, sagt Franz Neumayer und schmunzelt. Die Entfernung des sich noch im Bau befindlichen Nests auf der Kirche St. Vitus hatte bei einigen Fischacher Bürgern für Empörung und Protest gesorgt. Doch die Demontage war nicht grundlos erfolgt.

Bei Sturm und Regen wäre das Nest vor einem Absturz von der Zinne nicht gefeit gewesen, verdeutlichte Anton Burnhauser. Er ist Mitglied im Weißstorch-Betreuungswerk Schwaben und kümmert sich seit Jahrzehnten um das Wohl und die Sicherheit der Tiere. Vielen Landwirten ist er als schwäbischer Storchenvater bekannt.

Schnelle Lösung für die Jungstörche aus Willmatshofen

Die Problematik fiel auch der Kirchenverwaltung von St. Vitus auf. Sie informierte die zuständigen Stellen. Daraufhin wurde in enger Absprache mit der Regierung von Schwaben, dem Landratsamt, Fischachs Bürgermeister Peter Ziegelmeier und dem Storchenexperten Anton Burnhauser die Entfernung des Nests beschlossen und durchgeführt. Während die Beteiligten zunächst davon ausgingen, dass die Jungvögel sich woanders ein neues Zuhause bauen, tat sich schließlich zeit- und ortsnah eine andere Lösung auf. Und die gestaltete sich sehr zum Segen der Jungstörche.

„Der Kirchenpfleger hat mich angerufen, ob ich mit der Errichtung eines Nests für die Störche einverstanden bin“, erzählt Franz Neumayer unserer Zeitung. Die neue Heimat für die Langschnäbel sollte eine Fichte auf dem zurückgesetzten Grundstücks an der Hauptstraße 80 werden, nicht weit vom alten Standort entfernt. „Ich habe das mit meinem Bruder Ernst besprochen“, so Franz Neumayer weiter. „Für uns beide war klar, dass Störche nicht nur Glück bringen, sondern - wenn sie sich schon hier niedergelassen haben – auch dableiben sollen.“

Rund 100 Meter von der Kirche entfernt haben die Jungstörche in der Krone einer Fichte eine neue Heimat gefunden.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Feuerwehr hat eine Fichte für ein neues Storchennest präpariert

Dann ging alles sehr schnell. Am Gründonnerstag rückte die Feuerwehr an. „Der Diedorfer Bürgermeister hat genehmigt, dass wir uns die dortige Drehleiter der Feuerwehr ausleihen dürfen“, berichtet Fischachs Rathauschef Peter Ziegelmeier. So wurde in einer Gemeinschaftsaktion der Diedorfer und Fischacher Floriansjünger die Fichte für ein neues Storchennest präpariert. Mit ihm Boot waren ebenso der örtliche Bauhof und Storchenexperte Anton Burnhauser. Hand in Hand entstand der Unterbau für den Horst. Das Nestinnere stattete Burnhauser unter anderem mit Reisig aus. Nach rund vier Stunden war die Aktion abgeschlossen.

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Foto: Ulla Gutmann

Sicher waren die Beteiligten allerdings nicht, dass die Jungvögel, denen man zuvor das Nest von der Zinne entfernt hatte, das neue Domizil annehmen würden. „Die Beteiligten äußerten sich schon skeptisch“, meint Franz Neumayer. Doch bereits am nächsten Tag in der Früh gegen sieben Jahr hörte der „Storchenpate“ im Nest auf der Fichte das Klappern der Jungvögel. „Ich bin sehr erleichtert, dass der Umzug erfolgreich abgeschlossen wurde“, betont er. Hier seien die Störche gern gesehene Gäste.

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