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Welden

31.01.2020

Streifzug durch die vergangenen 100 Jahre in Welden

Welden hat sich in den vergangenen 100 Jahren verändert. Die großen Themen in der Gemeinde sind aber noch immer die selben. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Arthur Maximilian Abele untersuchte die Geschichte der Kommunalwahlen in der Gemeinde. Welche Themen die Menschen im Laufe der Zeit umgetrieben haben.

Wer ab Mai auf dem Rathausstuhl sitzt und wer im Gemeinderat, wird sich auch in Welden nach den anstehenden Kommunalwahlen entscheiden. Wahlen sind heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Doch wie war es vor 100 Jahren? Wissen Sie noch, wer damals Bürgermeister in Welden oder wer die erste Frau im Gemeinderat war? Oder wussten Sie, dass Mitte der 70er-Jahre der Kernort in Welden größer war als der in Zusmarshausen?

Arthur Maximilian Abele, Lehrer an der Realschule Zusmarshausen, hat einen rasanten Zeitsprung zurückgemacht und in seinem Vortrag im Heimatverein die Entwicklung der Kommunalwahlen in Welden erläutert. Entsprechend groß war das Interesse bei den Besuchern, die zahlreich erschienen waren. Seit Gründung der Bundesrepublik 1949 unter Konrad Adenauer sind die Leute wieder vermehrt zur Wahl gegangen. Der Ablauf der Wahl, mitsamt Stimmzetteln und Wahlkabinen, ist bis heute unverändert geblieben. Im Herbst 1945 wurde die Gründung von Parteien angeregt. CSU und SPD hätten bereits am 8. Januar 1946 die Lizenz für ganz Bayern erhalten, weiß Max Abele.

Themen in Welden: Umwelt, Ausbau von Straßen, Rad- und Wanderwege

Die Wahlbeteiligung war meist hoch. 1966 lag sie bei der Bürgermeisterstichwahl sogar bei rund 89 Prozent. Bis 1972 wurde das Amt des Bürgermeisters ehrenamtlich ausgeführt. Die Kommunalwahl sei damals wie heute eine reine Persönlichkeitswahl, sagt Abele. Ob hierzulande die Wahl von John F. Kennedy zum US-Präsidenten im November 1960 einen Einfluss hatte, bezweifelt Max Abele. „Das war alles zu weit weg. In den Städten war es vielleicht anders, aber nicht auf dem Land. Hier waren die Einflüsse von Vereinen groß. Beim Stammtisch wurde politisch heftig diskutiert. Wer jedoch auf große Veränderungen im Dorf hoffte, wurde enttäuscht. Lieber wollte man alles so belassen, wie es ist.“

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In den 70er-Jahren waren Kanalbau und Kläranlage ein großes Thema. Und weil es damals während der Bauarbeiten im Ort so schlimm ausgesehen hat, hatte Werner Zapf, Dichter und Förster, seinen Unmut in Form eines Gedichts aufgeschrieben: „In Welda werd a Metro baut, so moint ma, wann ma net gnau schaut. In jeder Straß und überall siegt ma bloß Bagger und Kanal!“, schrieb er damals.

Bis 1978 gab es in Welden noch keine Frau in der Männerdomäne des Marktrats. Erst mit Anneliese Kammermeir wuchs der politische Einfluss von Frauen in Welden. 1984 waren es bereits drei Frauen.

Rad- und Wanderwege waren schon 1984 zentrale Themen in Welden

Vergleicht man die Wahlprogramme früher und heute, so sind die großen Themen noch immer dieselben. 1984 waren schon Umwelt, Ausbau von Straßen, Rad- und Wanderwegen, neue Baugebiete und Bildung zentrale Themen. Nur für Wahlveranstaltung ließen sich manche Parteien etwas Besonderes einfallen. So veranstaltete 1978 die CSU einen Dämmerschoppen und eine Disco im Landgasthof Hirsch. Und wohl aus einer gewissen Unzufriedenheit mit den bestehenden Parteien und Listen entstand die „Volleyballliste“ der Bürgergemeinschaft Welden/Reutern.

1990 sorgte die neue Partei REP bundesweit für Furore. Selbst in Welden gab es damals Kandidaten. Von den vier Bürgermeisterkandidaten erreichte seinerzeit keiner die Mehrheit, sodass es wieder zu einer Stichwahl kam, bei der schließlich Peter Bergmeir das Rennen um den begehrten Rathaussessel gewonnen hat. Von 1996 bis heute wurde die Politik von Peter Bergmeir fortgesetzt. Nach dem 15. März ist auch diese Ära in Welden Geschichte.

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