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Meitingen

21.11.2019

Streit um Lech-Stahlwerke: Heute will Hubert Aiwanger vermitteln

Hubert Aiwanger will im Streit um die Erweiterungspläne beim Lechstahlwerk in Meitingen vermitteln. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Hubert Aiwanger tritt heute in Meitingen als Mediator im Streit um die geplante Rodung des Lohwalds auf. Dabei werden die beiden Seiten aber nicht an einem Tisch sitzen.

Die nächste Runde im Streit um die Pläne des Stahlwerks beziehungsweise der Max Aicher Gruppe ist eingeläutet. Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kommt am Freitag nach Meitingen und soll als Vermittler beziehungsweise Mediator auftreten.

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Die Bürgerinitiativen (BI) waren davon ausgegangen, dass sich Aiwanger gemeinsam mit den Vertretern der Max Aicher Gruppe und der BIs an einen Tisch setzen werde. Doch dem ist nicht so. Laut dem FW-Landtagsabgeordneten Fabian Mehring, der dafür gesorgt hatte, dass Aiwanger nach Meitingen kommt, hat das auch einen Grund. Er erklärt: „Der Wirtschaftsminister soll eine Mittlerrolle zwischen den berichtigten Interessen der Ökonomie und Ökologie einnehmen.“ Aus diesem Grund habe man sich für separate Gespräche entschieden. „Ich möchte verhindern, dass die Vertreter der Bürgerinitiativen von den Juristen des Stahlwerks überrollt werden“, sagte er. Aiwanger solle außerdem die Chance haben, das Stahlwerk in die Pflicht zu nehmen, um soviel wie möglich für den Umweltschutz rauszuholen. Sollte aber der Wunsch nach einem großen runden Tisch vorhanden sein, dann wäre er in dieser Hinsicht schmerzfrei, so Mehring.

Meitingen: Neue Anlagen und Hallen im Lohwald geplant

Hintergrund: In dem Streit geht es um die Pläne der Max Aicher GmbH & Co. KG. Diese will im Lohwald, der direkt an das Stahlwerk in Herbertshofen angrenzt, neue Anlagen und Hallen bauen. Dafür müsste ein Teil des geschützten Waldes gerodet werden. Zwei Bürgerinitiativen, Bund Naturschutz und Grüne haben sich klar gegen das Projekt in seiner jetzigen Form gestellt. Auf der anderen Seite geht es um die wirtschaftlichen Interessen eines der größten Arbeitgeber in der Region mit rund 800 Beschäftigten.

Streit um Lech-Stahlwerke: Heute will Hubert Aiwanger vermitteln

Die Bürgerinitiative (BI) Lech-Schmuttertal und ihre Mitstreiter für den Erhalt des Lohwaldes neben den Lech-Stahlwerken knüpfen große Erwartungen an den Besuch des Wirtschaftsministers. Wie aus einer Presseerklärung hervorgeht, gehen die Bürgerinitiativen allerdings davon aus, dass es am Freitag einen großen Runden Tisch mit dem Mediator Hubert Aiwanger geben wird. Markus Eckstein, der BI-Vorsitzende, erklärte deshalb: „Es werde viel über den Bedarf an Flächen für neue Betriebsteile gesprochen, doch es gebe keine öffentlich bekannt gewordenen Details. Auf diese und viele andere Fragen erhoffen sich die zum Gespräch geladenen Vertreter von BI und AGL nun Antworten von den LSW.“

Lech-Stahlwerke: Auch hinter den Kulissen tut sich einiges

Dass sich Minister Aiwanger auf Anregung des Landtagsabgeordneten Fabian Mehring dazu bereit erklärt habe, nach Meitingen zu kommen und als Mediator den unterschiedlichen Meinungen im gemeinsamen Gespräch eine Plattform zu geben, werten die Bürgerinitiativen als großen Erfolg für die demokratische Kultur.

Auch hinter den Kulissen tut sich einiges. So hatte sich kürzlich der Meitinger Marktgemeinderat in einer Klausurtagung mit dem Streitthema befasst, um eine Diskussionsgrundlage für die öffentliche Sitzung am 4. Dezember zu schaffen. Laut Auskunft aus dem Rathaus gibt es nun einen neuen Entwurf mit deutlich vergrößerten Ausgleichsflächen, die das Ausmaß der Rodungsflächen deutlich übersteigen.

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22.11.2019

Zumachen auf keinen Fall. Auch wir das Rohrwerk Maxhütte in Sulzbach Rosenberg gehören zur Aicher Gruppe.
Umweltschutz ja, aber was zur zeit in Deutschland abgeht ist schon einzigartig. Wir wollen die Energiewende, aber nicht bei uns.
Wir haben in Deutschland, auch LSW, die sauberste Stahlindustrie. Also Erweiterung von LSW.

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22.11.2019

>>Wir haben in Deutschland, auch LSW, die sauberste Stahlindustrie.<<

Womit begründen Sie diese Behauptung?

Raimund Kamm

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21.11.2019

einfach zu machen !!! andere Länder würden sich sehr darüber freuen wenn die Aichergruppe bei ihnen investiert !! hier in Süd Italien wären sie wahrscheinlich Mehr wie Willkommen und die paar arbeitslosen Familienväter würden doch im reichen Deutschland gar nicht auffallen !!!

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