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Gersthofen

16.12.2020

TSV Gersthofen vollzieht Führungswechsel mitten im Lockdown

Klare Ansage: Hinrich Habenicht wird nach fast sieben Jahren am 31. Dezember sein Amt als Präsident des TSV Gersthofen niederlegen.
Bild: Fred Schöllhorn

Plus Am 31. Dezember tritt Hinrich Habenicht als Präsident des TSV Gersthofen zurück. Wer beim größten Sportverein im Landkreis Augsburg sein Nachfolger wird.

Keine Jahreshauptversammlung, kein Neujahrsempfang – trotz Corona-Pandemie und erneutem Lockdown gibt es beim TSV Gersthofen am letzten Tag des Jahres 2020 Bewegung: Es handelt sich dabei allerdings nicht um den Silvesterlauf, der nach 53 Jahren zum ersten Mal ausfallen muss. Am 31. Dezember beendet Hinrich Habenicht seine Tätigkeit als Präsident des größten Sportvereins im Landkreis Augsburg. "Ich freue mich", sagt der 75-Jährige, "in der letzten Zeit war doch alles ziemlich hektisch."

Habenicht hatte seinen Rücktritt schon länger angekündigt, doch immer wieder musste er seine Amtszeit unfreiwillig verlängern, weil sich unter den 4000 Mitgliedern aus 15 Abteilungen niemand fand, der ein Amt im Präsidium übernehmen wollte. Im April 2020 sollte dann die Amtszeit des Präsidiums, aus dem auch Jürgen von Willert und Franz Schwab ausscheiden, endgültig enden. "Der Beginn der Covid-19-Pandemie und die schwierige Suche nach einem neuen Präsidium haben uns einen Strich durch diese Planung gemacht", erklärt Habenicht.

Corona verhindert Mitgliederversammlung des TSV Gersthofen

Als nun im Herbst endlich ein Nachfolger gefunden war, stoppte Corona das Vereinsleben erneut. Kurz bevor Habenicht am 27. Oktober bei einer Mitgliederversammlung in der Gersthofer Stadthalle sein Amt in jüngere Hände legen wollte, machten neue, noch striktere Vorgaben in Bezug auf die Teilnehmerzahl von geschlossenen Veranstaltungen diese Hoffnung zunichte.

Vor fast sieben Jahren hatte Hinrich Habenicht den damals durch den Höhenflug der Fußballer in die Bayernliga finanziell stark angeschlagenen TSV Gersthofen übernommen, brachte mit akribischer Arbeit Ruhe und Struktur in den Verein. "Die Bilanz 2013 wies ein Minus von 115.000 Euro aus", erinnert er sich zurück. "Inzwischen konnten die Verbindlichkeiten um 320.000 Euro auf nunmehr 136.000 Euro verringert werden."

Finanzen des TSV Gersthofen saniert

Damit nicht genug: Für 2020 wird nach vorläufigen Schätzungen in den Kassen aller Abteilungen und des Hauptvereins ein Plus im mittleren sechsstelligen Bereich erwartet. "Damit kann das Rücklagenkonto für anstehende Investitionen erstmalig erheblich aufgestockt werden", freut sich Habenicht, dass darüber hinaus auch Investitionen für Sanierungen in Höhe von 200.000 Euro weitgehend abgeschlossen wurden. Die Flutlichtanlagen an allen drei Plätzen sollen 2021 mit LED-Lampen bestückt werden. "Die Finanzierung kann voraussichtlich zu 80 bis 90 Prozent aus Zuschüssen gesichert werden, an Energie sparen wir zwei Drittel, zusätzlich 40 Tonnen CO2", berichtet Habenicht, der sich im Verlauf seiner Amtszeit als absoluter Macher erwiesen hat.

Oft packte er selbst mit an. Nicht nur, als er die Organisation des Silvesterlaufes zur Chefsache erklärt hatte. Für ihn war das eine gesellschaftspolitische Verpflichtung. Ganz besonders freut es ihn, dass der TSV Gersthofen in der Öffentlichkeit wieder einen hervorragenden Ruf genießt.

Kol-La-Spielleiter wird neuer Präsident

Als Nachfolger von Hinrich Habenicht wird ab dem 1. Januar 2021 Manfred Lamprecht, bisher bekannt als Spielleiter der Kol-La-Faschingssitzungen, in Kooptation fungieren. Ebenso wie seine neuen Mitstreiter Markus Kölsch als Schatzmeister sowie Barbara Eßt und Daniel Kloda. Im Amt bleiben Uli Meitinger und Marcel Schöne.

Er wisse zwar noch nicht, ob er mit seinem Jawort das Richtige getan habe, meint Manfred Lamprecht, der vor einigen Wochen in die Ruhephase der Altersteilzeit eingetreten ist. Aber: "Ich bin so gerne Gersthofer, dass ich für die jungen Leute, die im TSV Sport treiben, gerne die Verwaltungsarbeit mache." Halbe Sachen wird es dabei für ihn nicht geben.

Wenn irgendwann wieder die Möglichkeit besteht, eine Mitgliederversammlung einzuberufen, müssten diese kooptierten Vorstandsmitglieder ihre Ämter zur Verfügung stellen, um dann neu gewählt zu werden. Ebenso will man dann eine neue Satzung beschließen, die eine Art Aufwandsentschädigung für den Vorsitzenden zulässt. Doch dieser Termin steht noch in den Sternen.

"Fast sieben Jahre haben mir die Augen geöffnet, was man alles in einer von sportlicher Gemeinschaft geprägten Grundhaltung erreichen kann", bilanziert Hinrich Habenicht. "Ich bin mir deshalb ganz sicher, dass die große integrative Kraft des Sports auch weiterhin dazu beitragen wird, dass des TSV Gersthofen dem nächsten Jahrzehnt trotz Corona-Krise mehr oder minder gelassen entgegensehen kann."

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