1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Tagesmütter gibt es nun auf einen Blick

Familie

11.02.2017

Tagesmütter gibt es nun auf einen Blick

Heike Rebas aus Ostendorf betreibt eine Webseite für Tagesmütter, im Bild (von links) David, Peter, Korbinian, Elwin, Heike Rebas, Niklas und Karina.
Bild: M. Hochgemuth

Eine neue Webseite informiert Eltern. Was diese alles bietet und wer dahintersteht

Eltern, die Interesse an einer Tagesbetreuung für ihre Kinder haben, finden online relativ einfach Daten und Webseiten von Kindertagesstätten und Horten in der Region. Wollen die Mütter und Väter aber wissen, ob es in der Nähe eine qualifizierte Tagesmutter gibt, wird die Sache schwieriger. Für den Augsburger Landkreis gab es bislang keine Homepage, die auf diese Frage eine Antwort bietet.

Das wollten die Tagesmütter Heike Rabas aus der Marktgemeinde Meitingen, Janet Jahn aus Neusäß und einige ihrer Kolleginnen nicht so einfach hinnehmen. Sie gründeten Ende Januar den Verein „Tagesmütter Augsburger Land“ und riefen die Webseite „www.tagesmutter-augsburg-land.de“ ins Leben. Auf dieser befindet sich unter anderem auch eine interaktive Landkarte, auf der die Vereinsmitglieder samt Kontaktdaten verzeichnet sind. Außerdem gibt es viele allgemeine Informationen rund um die Tagesmütter, wie beispielsweise über mögliche Kosten.

Doch wie fanden Eltern aus dem Landkreis bislang eine Alternative zu Hort oder Kinderkrippe? Laut Auskunft des Landratsamtes gibt es dafür unterschiedliche Kanäle. Die Mütter oder Väter wenden sich zum Teil direkt an den Tagespflegekinderdienst im Amt für Jugend und Familie oder stellen Anfragen über Kindertagesstätten oder Familienbüros. Außerdem würden einige Eltern gleich Kontakt zu ihnen bekannten Tagesmüttern aufnehmen. Einige Städte und Gemeinden geben hierfür die Adressen der ortsansässigen Tagesmütter bekannt, wie etwa Neusäß im Amtsblatt. In der Stadt Augsburg kümmert sich die agita (Agentur für Kindertagespflege des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Augsburgs) um die Vermittlung von Tagesmüttern.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Rabas kritisiert, dass Eltern im Landkreis Augsburg nicht die Möglichkeit haben, selbst herauszufinden, welche Tagesmütter – auch von der geografischen Lage – am besten zu ihnen passen würde. Manchmal sei es nämlich sinnvoller, wenn die Betreuung des Kindes in der Nähe des Arbeitsplatzes erfolge.

Außerdem erklärt die Tagesmutter, dass Eltern, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, meist früh eine Bestätigung brauchen, dass ihre Kinder während der Arbeitszeit betreut wird. Daher empfiehlt Rabas, dass sich interessierte Eltern rechtzeitig, zum Beispiel jetzt für eine Betreuung ab September, mit möglichen Tagesmüttern in Verbindung setzen.

Laut Auskunft des Landratsamtes gibt es derzeit 62 Tagesmütter und momentan werden insgesamt 209 Landkreis-Kinder in Tagespflege betreut. Auf der Webseite von Rabas sind insgesamt 29 Tagesmütter eingetragen. Rabas hofft, dass diese Zahl noch zunimmt und dass sie künftig schneller gefunden werden. „Viele von uns haben einfach zu wenig Kinder beziehungsweise zu wenig Betreuungsstunden“, erklärt sie. Aus diesem Grund würden sich viele Tagesmütter überlegen, ob sie nicht aufhören sollen.

Das bedauert Rabas, denn sie weiß, wie viel Herzblut die meisten Tagesmütter in diese Arbeit stecken. Rabas selbst hat 2014 einen Tagespflegekurs besucht und sich zur Tagesmutter ausbilden lassen. Um eine Pflegeerlaubnis zu bekommen, muss derzeit ein 160-stündiger Qualifizierungskurs absolviert werden. Außerdem werden ein Erste-Hilfe-Kurs für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, ein erweitertes Führungszeugnis und jährliche Weiterbildungen und Auffrischungen gefordert.

Die 34-Jährige, die Elektrotechnik studiert hatte, war zuvor als Projektleiterin tätig. Nach der Geburt ihres ersten Kindes stand für sie fest, dass es kein familienfreundliches Arbeitsmodell für diese Tätigkeit gibt und so entschloss sie sich, Tagesmutter zu werden. Heute kümmert sie sich neben dem eigenen Nachwuchs um weitere sieben Kinder, wobei die meisten unter 15 Stunden pro Woche bei ihr sind.

„Das ist eine super Möglichkeit, wenn man sich zutraut, mit fremden Kindern zu arbeiten“, sagt sie. Allerdings werde man dabei nicht reich, die Arbeitszeiten sind lang und der Organisationsaufwand ist hoch. Immerhin sind Tagesmütter selbstständig, müssen viel dokumentieren und sich selbst versichern. Für sie selbst ist dennoch ein besonders schöner Beruf, weil ihr das Herz aufgeht, wenn sie das besondere Miteinander der Kinder sieht.

Informationen zu den Tagesmüttern, sprich Tagespflegepersonen im Landkreis, gibt es im Internet unter

www.tagesmutter-augsburg-land.de

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren