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Diedorf

08.11.2019

Umfahrung mit Tunnel in Diedorf: Knackpunkt sind die Kosten

In langen Kolonnen quält sich der Verkehr auf der B 300 durch die Marktgemeinde Diedorf. Seit vielen Jahren wird über den Verlauf einer Umfahrung diskutiert, jetzt liegt ein Vorschlag vor, ein Teilstück der Trasse in einen 800 Meter langen Tunnel zu verlegen. 
Bild: Marcus Merk

Plus Der Gemeinderat ist begeistert von der Variante mit einem langen Tunnel. Doch wie realistisch ist das? Das sagt der Bundestagsabgeordnete Durz dazu.

Eine Umgehung mit einem Tunnel wäre für die Diedorfer die beste Lösung. Diese Ansicht teilt der CSU-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz. Er mahnt aber zugleich: Umso höher die Kosten für eine Straße, umso schwieriger werde die Umsetzung sein. Vereinfacht gesagt, könnte es auf die Diedorfer auf folgendes Szenario hinauslaufen: Besser überhaupt eine Umfahrung bekommen als vielleicht gar keine.

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In das Ringen um eine Entlastung für Diedorf vom Durchgangsverkehr auf der B300 ist in dieser Woche neue Bewegung gekommen. Stefan Scheckinger, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Augsburg, hatte im Gemeinderat vier Varianten für eine Umgehung vorgestellt. Alle verlaufen entlang der Bahntrasse, drei davon sehen einen Tunnel vor. Die größte Begeisterung löste der Vorschlag eines 800 Meter langen Tunnels aus. Er beginnt vor dem Gymnasium und endet nach der Oggenhofstraße. Als Vorteil dieser Variante sahen der Gemeinderat und Bürgermeister Pete Högg, dass sich Straße und Bahn nicht in die Quere kommen. Ein drittes oder viertes Gleis könnte darüber gebaut werden. Damit hoffen die Diedorfer, unabhängig vom Zeitplan der Bahn zum Ausbau der Strecke voranzuschreiten. Sie wollen sich daher bei den Abgeordneten aus der Region für diese Variante stark machen.

113 Millionen Euro für die Umfahrung Diedorf

Der Bundestagsabgeordnete Durz kann die Wünsche der Diedorfer verstehen, dass möglichst viel von der Umfahrung unter die Erde gelegt wird. Letztlich sei alles aber eine Frage der Kosten. Als er die aktuellen Daten des staatlichen Bauamts durchsah, staunte der Politiker, wie stark bereits die Kosten der Basis-Variante – also diejenige ohne Tunnel – in die Höhe geschossen sind. Statt 62 Millionen werden diese auf 113 Millionen geschätzt, haben sich also fast verdoppelt. Ein Grund dafür sei, dass Wünsche der Kommunen Neusäß und Diedorf eingearbeitet worden seien. So sieht die Planung bei Vogelsang eine tiefer gelegte Straße vor. Auch die Vorstellungen der Diedorfer zu Anschlussstellen seien berücksichtigt worden. Teurer als gedacht seien auch die Grundwasserwannen. Durz: „Man muss wissen, wir befinden uns da im Wasser.“

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Höhere Kosten bedeuten gerne mal eine Verzögerung, warnt Durz. Bisher sei das Projekt Diedorfer Umgehung im Bundesverkehrswegeplan bei den Prioritäten ganz oben gelistet. Ein Grund sei der „sehr gute Wert“ bei der Kosten-Nutzen-Rechnung. Wird dieser Wert schlechter, wird die Umsetzung im Vergleich zu anderen Maßnahmen schwieriger, so Durz. Die Variante mit dem 800 Meter langen Tunnel ist mit 164 Millionen Euro rund 50 Millionen Euro teurer als die Umfahrung ohne Tunnel.

Was sind die weiteren Schritte zur Umfahrung?

Wie geht es weiter? Vom staatlichen Bauamt gehen die Unterlagen ins bayerische Ministerium und dann ans Bundesverkehrsministerium. Wie realistisch es ist, dass die teure Variante kommt, könne er momentan nicht einschätzen, so Durz.

Er teilt allerdings nicht die Auffassung, dass man die Straße mit Tunnel losgelöst von der Bahn bauen könnte. „Wir müssen schon wissen, was die Bahn vorhat.“ Den entscheidenden Engpass sieht der Abgeordnete daher immer noch dort. „Ich dränge massiv darauf, dass deutlich vor 2025 die Pläne der Bahn zum Ausbau klar sind.“ Kapazitäten müssten für solche Projekte verstärkt da sein, findet der Politiker. Schließlich habe die Bahn durch das Klimaschutzpaket mehr Geld bekommen.

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