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Landkreis Augsburg

10.06.2020

VR-Bank und Sparkasse schließen sechs Geschäftsstellen im Kreis Augsburg

So wie hier in Biberbach teilten sich Sparkasse und VR Bank ein Gebäude. Jetzt wird auch hier die Geschäftsstelle geschlossen.
Bild: Marcus Merk

Plus Im Landkreis Augsburg werden weitere Geschäftsstellen zu SB-Standorten mit Automaten umgestellt. Warum die VR-Bank und die Sparkasse sich zu diesem Schritt entschieden haben.

Ein Begriff, der auf den ersten Blick in Verbindung mit Geldgeschäften stutzig macht, erobert die Bankenlandschaft. SB, also Selbstbedienung, ist das Gebot der Stunde. Was bleibt, sind meist ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker. Geringe Kundenfrequenz und steigende Personalkosten in den Geschäftsstellen führen die Banken als Grund für die Veränderungen an. Jetzt sind weitere sechs Orte im Landkreis von Schließungen betroffen.

Schon vor Jahren hatten sich die Kreissparkasse Augsburg und die VR-Bank Handels- und Gewerbebank an einigen Standorten zusammengetan und boten ihren Kunden in einem Gebäude persönlichen Service an wechselnden Tagen an. In Westendorf, Biberbach, Steppach und Aystetten werden die gemeinsamen Geschäftsstellen der beiden Banken nun zu SB-Standorten. Zum 1. Juli 2020 ist die Kreissparkasse dort, sowie in Gessertshausen und Großaitingen, nicht mehr mit Personal vor Ort. Zum 1. August gibt es auch für Kunden der VR Bank Handels- und Gewerbebank in den vier gemeinsamen Geschäftsstellen sowie in Villenbach keine persönlichen Ansprechpartner mehr. Kunden müssen dann mit den bereitgestellten Geld- und Auszugsautomaten klarkommen oder sich telefonisch Hilfe bei ihren Bankgeschäften holen.

Geschäftsstellen schließen: Viele Sparkassen-Kunden nutzen Online-Banking

Online-Banking habe sich durchgesetzt, so der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Richard Fank. „Unsere größte Filiale steht inzwischen im Internet mit täglich bis zu 30.000 Besuchern.“ Wer persönlich Unterstützung möchte, für den sei das 24 Stunden täglich besetzte Servicecenter die richtige Anlaufstelle. Dort könne man telefonisch alle üblichen Bankgeschäfte erledigen oder auch einen Beratungstermin vereinbaren. „In einer Filiale, zu Hause oder an einer Örtlichkeit der Wahl.“ Die Kreissparkasse sei im Augsburger Land mit 18 Geschäftsstellen und zahlreichen SB-Standorten weiterhin nah am Kunden, so der Vorstand.

Die Umstellungen, von denen die Kunden per Anschreiben informiert wurden, seien nicht kurzfristig beschlossen, sondern von längerer Hand geplant worden, so Jürgen Reinthaler, Vorstandsmitglied bei der VR-Bank Handels- und Gewerbebank. Durch die Filialgestaltung der offenen Räume müssten immer zwei Bankangestellte zu den Öffnungszeiten vor Ort sein. Auch wenn die Kundenfrequenz das oft nicht erfordern würde. Das führe zu einer höchstens 40-prozentigen Personalauslastung, ein auf Dauer nicht haltbarer Geschäftsbetrieb.

TAN-Generatoren als eigene kleine Geräte bieten die Banken bislang fast ausschließlich fürs Online-Banking an.
Bild: Christin Klose, dpa (Symbolbild)

Banken im Kreis Augsburg: Auszüge und Geld gibt es am Automaten

Auszüge und Geld könnten die Kunden an den Automaten bekommen, wer Überweisungen lieber auf Papier in Auftrag gibt, kann diese in den Briefkasten geben. Telefonisch sei man bequem erreichbar, und die meisten Serviceleistungen könnten so abgewickelt werden. Persönliche Beratungen können flexibel vereinbart werden, so das Angebot. Im Onlinebanking-System der VR- Bank melden sich täglich rund 19.000 Kunden an, 80 Prozent aller Überweisungen laufen online. „Mit etwas Übung schätzen auch ungeübte Kunden schnell die Flexibilität der Automaten“, so Reinthaler. Die Mitarbeiter stünden dabei noch einige Wochen den Kunden gerne mit Rat und Tat zu Seite, denn „Probleme soll niemand bekommen“, betont Reinthaler.

Aktuell seien keine weiteren Umstellungen oder Schließungen von Geschäftsstellen im Landkreis Augsburg geplant, teilten beide Banken auf Nachfrage mit.

Im Bankenleben ist generell zurzeit viel in Bewegung: Seit Monaten ist bekannt, dass die Raiffeisenbanken Augsburger Land West und Jettingen-Scheppach fusionieren wollen. Doch das Coronavirus bringt die Pläne zur großen Banken-Ehe durcheinander. Aus Sicht der Vorstände wäre eigentlich alles bereit, um die Fusion der beiden Banken zu besiegeln. Das geht aber nur mit der Zustimmung ihrer Mitglieder. Die müssten den Plänen bei einer Generalversammlung zustimmen. Doch wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen kann eine solche Versammlung nicht stattfinden. Das stellt die Verantwortlichen vor eine Herausforderung.

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