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Gersthofen

29.11.2018

Verkehrsminister stellt neue Technik gegen Glatteis vor

Bayerns Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart informiert sich bei Konrad Schneller und Günter Stegmair von der Straßenmeisterei Gersthofen über neue Methoden im Winterdienst
Bild: Marcus Merk

Auf den Bundes- und Staatsstraßen soll bald eine schonende Technik vor Glatteis schützen. Die stellte Verkehrsminister Hans Reichhart nun in Gersthofen vor.

Für die Probefahrt auf einem Streufahrzeug tauschte er sein Sakko gegen eine orangefarbene Jacke der Straßenmeisterei: Der neue bayerische Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart ließ sich am Mittwoch in Gersthofen die neue Technik erklären, von der Umwelt und Geldbeutel profitieren sollen. Konkret: In Zukunft wird auch auf schmäleren Bundes- und Staatsstraßen in Bayern Sole aufgebracht. Damit lässt sich der Streusalzverbrauch verringern.

Um wie viel Salz es geht, verdeutlichte Harald Claußen von der Autobahndirektion Nordbayern mit einem Zuckerstück: Es wiegt etwa drei Gramm – genau das ist die Menge Salz, die in gelöster Form auf einen Quadratmeter Straße ausgebracht wird. Früher seien es 20 Gramm gewesen, also fast sieben Zuckerwürfel.

Neue Sole-Technik bleibt länger auf den Straßen liegen

Bei der Straßenmeister Gersthofen – sie ist die größte in Bayern und zuständig für die Staats- und Bundesstraßen in den Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg und in Teilbereichen des Augsburger Stadtgebiets – ist das Einsparpotenzial schon bekannt: Für die etwa 600 Straßenkilometer, die die 53 Mitarbeiter betreuen, werden normalerweise 52 Tonnen Salz benötigt. Jetzt sind es je nach Sole-Konzentration elf Tonnen. „Das ist enorm. Ich bin jetzt 41 Jahre dabei“, sagt Straßenmeisterei-Leiter Konrad Schneller, „es tut sich immer etwas.“

Die neue Methode ist nicht nur effizienter. Sie hat auch einen weiteren Vorteil: Die Sole bleibt länger auf den Straßen liegen. Denn: Aufgestreute Salzkörner können bei trockener Witterung leichter von der Fahrbahn geweht werden und verlieren damit ihre Wirkung. Und: Die Sole lässt sich schon vorsorglich verteilen, wenn der Wetterdienst zum Beispiel Reifglätte prognostiziert. „Wir haben damit mehr Sicherheit, dass die Sole auch so lange liegen bleibt, bis der Berufsverkehr einsetzt“, erklärt Harald Claußen, der sich an der Zentralstelle für den Betriebsdienst in Nürnberg mit Fahrzeugen, Geräten und der Tanktechnik befasst.

Neue Technik gegen Glatteis: 120.000 Liter Sole werden in Gersthofen gelagert

Die Staatsbauverwaltung war es, die zusammen mit Maschinenherstellern die Technik weiter entwickelt hat. Während früher die Sole über Düsen meistens nur breitflächig gespritzt wurde, können heute die Streuteller am Heck der Fahrzeuge für schmälere Straßen genutzt werden. Und: Es gibt erste Versuche, die Teller elektrisch zu betreiben, was wiederum Dieselkraftstoff spart.

Beim Staatlichen Bauamt Passau wurde die Technik im vergangenen Winter schon eingesetzt. „Sie hat sich bewährt“, sagt Harald Claußen. Fünf Stunden hält das Elektroaggregat. Anschließend muss es eine Stunde aufgeladen werden. In diesem Winter werden unter anderem die Wirtschaftlichkeit und auch logistische Fragen untersucht. Ein entsprechendes Fahrzeug der Straßenmeisterei Freyung-Hauzenberg wurde am Mittwoch auf dem Gelände der Straßenmeisterei Gersthofen vorgestellt. Dort gibt es bereits einen riesigen Sole-Tank, der 120.000 Liter fasst. Weitere 60.000 Liter sind an den Stützpunkten Schwabmünchen und Aichach verfügbar – der Winter kann kommen.

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