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Diedorf

14.11.2017

Verlässt das Maskenmuseum Diedorf?

Das Diedorfer Maskenmuseum von Michael Stöhr bietet einige Attraktionen, wie hier den „Gruselgang“. Nun hat Stöhr andere Pläne.

Im Haus der Kultur soll bald mehr Platz für eine „Künstlerkommune“ sein. Warum und auf welche Weise Dinkelscherben ins Spiel kommt.

Das einzige Diedorfer Museum, das Maskenmuseum, könnte ganz oder teilweise aus Diedorf wegziehen. Dinkelscherben oder Fischach sind demnach im Gespräch. Das berichtet Museumsgründer und -leiter Michael Stöhr im Zusammenhang mit einem erweiterten Konzept für das Haus der Kulturen, in welches das Museum inzwischen eingebettet ist. Platz dafür soll ab dem kommenden Jahr in der alten Dorfschmiede gegenüber des heutigen Maskenmuseums sein. Stöhr schwebt eine Art „offene Künstlerkommune“ vor. „Wir wollen noch viel mehr Künstler und Kunstpädagogen im Haus der Kulturen und im Künstlerhof mit den Ateliers einbinden.“ Bereits am heutigen Dienstagabend, 14. November, will er seine Sammlung in der Nachbargemeinde Dinkelscherben vorstellen.

In der alten Dorfschmiede und in frei werdenden Räumen im Haus der Kultur sollen ab Februar nach einer kurzen Renovierungs- und Umräumphase jene Aktivitäten stattfinden, für die bislang einfach kein Platz war. Geplant ist bereits für Februar eine Monatsausstellung mit japanischen Druckgrafiken und dem druckgrafischen Werk von Barbara Dix. Bereits bei den Diedorfer Kulturtagen im Oktober hatte Michael Stöhr Diedorfer Kunstpädagogen einen Raum geboten, ihre eigenen Werke auszustellen. Einige davon werden nun als Workshop- oder Seminarleiter wiederkommen. Ein Maskenschnitz- und ein Ytongkurs sind schon geplant. Auch der bekannte Land-Art-Künstler Hama Lohrmann will im Haus der Kultur dann Skizzen und Fotos ausstellen und Rainer Braune aus Hainhofen einen Zeichenkurs anbieten. Einen genauen Zeitplan könne es aber erst geben, wenn die Dorfschmiede auch wirklich frei ist, so Michael Stöhr. Noch bis Ende des Jahres ist die Dorfschmiede an die Kunstschule Diedorf vermietet, die dort ihre Atelierwerkstatt untergebracht hat. Sie sucht nun neue Räume.

Die anstrengende Suche nach ausreichend Raum für kulturelle Angebote kennt übrigens auch Michael Stöhr selbst. Das Diedorfer Maskenmuseum ist mit 8000 alten, authentischen Masken aus der ganzen Welt die größte Sammlung ihrer Art überhaupt. Wollte man die richtig zeigen, wären 1000 Quadratmeter Ausstellungsraum nötig, beschreibt Stöhr. Seit Jahren ist er im gesamten Bezirk auf der Suche nach einem wirklich ausreichend großen Gebäude – bislang ohne Erfolg.

Stattdessen wurde mit Landrat Martin Sailer und einigen Bürgermeistern eine Art Rotationsprinzip von Wechsel- und Teilausstellungen der Masken im Bezirk oder Landkreis, etwa in Fischach, Dinkelscherben und Diedorf, ins Auge gefasst. Diese Lösung würde zwar ein Zerreißen der einmaligen Sammlung bedeuten und die Besucher quasi auf eine Schnitzeljagd schicken. „Andererseits würde das aber der Aufnahmekapazität bei den Besuchern und der Belebung des Landkreises durch Ausflügler entgegenkommen“, erkennt Stöhr durchaus.

Dieses Konzept will er nun heute Abend in Dinkelscherben vorstellen. Die gesamte Sammlung oder eben Teile könnten möglicherweise in den Rathausstadel oder das Bahnhofsumfeld ziehen. Das wäre sicherlich ein Publikumsmagnet, heißt es in den Sitzungsunterlagen für heute Abend.

Eines steht für ihn sowieso fest: Den Umzug seiner Sammlung wird nicht mehr er selbst finanzieren, er setzt hier auf den Bezirk. Der pensionierte Kunsterzieher möchte stattdessen vor allem im kalten Winterhalbjahr eines machen: Reisen in die wärmeren Gebiete der Welt – immer auf der Suche nach weiteren Masken.

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