Newsticker

Söder warnt vor einer Lockerung der Corona-Regeln über Silvester
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Warum Gänse wirklich sterben müssen

Warum Gänse wirklich sterben müssen

Kommentar Von Christoph Frey
18.11.2020

Gans geht (fast) gar nicht: Weshalb die gesunkene Nachfrage das Federvieh nicht vor dem Schlachter schützt.

Ganz oder gar nicht? Diese Frage ist im Falle der Gans längst beantwortet. Der werte Kunde erhält das Vieh auf Wunsch auch fein säuberlich in Stücke tranchiert - und dennoch geht Gans für immer mehr Menschen gar nicht. Seien es das um sich greifende Vegetariertum oder der in diesem Jahr durch Corona herbei geführte Mangel an hinreichend großen Verzehrgemeinschaften: In diesem Jahr ist die Gans als Festtagsbraten eher selten gefragt.

Im Grunde hat die Gans das Abendland gerettet

Das aber rettet ihr noch lange nicht das Leben, weil der abendländische Mensch der Gans schon aus purer Gewohnheit an die Gurgel geht. Der Vogel zählt zu den traditionellen Festtagsspeisen. Davon künden auch Hunderte von Rezepten in der einschlägigen Literatur. Gans gebraten, gefüllt oder mit Ananas und Sellerie veredelt, dienen dem einen Zweck: Am Ende ist die Gans gar.

Schlimmes Schicksal für einen Vogel, auf dessen Wachsamkeit die abendländische Kultur fußt. Denn - Achtung Geschichtsstunde - ohne das Federvieh, das vor sich heranpirschenden Angreifern warnte, hätte der Aufstieg der Römer ein frühes Ende genommen. Nie wären sie bis nach Schwaben marschiert, um Augsburg zu gründen, nie wäre ein herzhaftes Römerle aus dem Backofen gekommen, und Lateinlehrer gäbe es auch nicht an unseren Gymnasien - womit diese Spezies der Pädagogen mit vollem Recht von sich behaupten kann: Gans oder gar nicht.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Gibt es wegen Corona Weihnachtsente statt Gänsebraten?

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren