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Kutzenhausen

17.10.2017

Warum Stefan Wolitz Diakon wurde

Bischof Konrad Zdarsa hat Stefan Wolitz im Augsburger Dom zum „Diakon mit Zivilberuf“ geweiht.
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Bischof Konrad Zdarsa hat Stefan Wolitz im Augsburger Dom zum „Diakon mit Zivilberuf“ geweiht.
Bild: Annette Zoepf

Der Musiklehrer Stefan Wolitz aus Kutzenhausen wurde von Bischof Dr. Konrad Zdarsa jetzt zum Diakon geweiht. Warum er diesen neuen Weg eingeschlagen hat.

Die Theologie war schon immer seine Leidenschaft. Doch in den letzten Jahren sei in ihm verstärkt der Wunsch gewachsen, Dienste in Diakonie, Gemeinschaft, Liturgie und Verkündigung auszuüben, verdeutlicht Stefan Wolitz aus der katholische Pfarrei St. Nikolaus in Kutzenhausen. Jetzt kann der Gymnasiallehrer für das Fach Musik, der seit 2001 am Gymnasium Marktoberdorf unterrichtet, seelsorgerisch tätig werden. Bischof Konrad Zdarsa hat ihn im Augsburger Dom im Rahmen eines feierlichen Pontifikalgottesdienstes zum Diakon geweiht. Als „Diakon mit Zivilberuf“ wird er nun in der pastoralen Arbeit der Pfarreiengemeinschaft Dietkirch aktiv sein.

„Nach dem Abitur bestimmten zwei Bereiche mein Leben: die Musik und die Theologie“, erzählt er. „Beide Bereiche haben mit meinem Glauben zu tun.“ Zunächst musste aber die Theologie zurückstehen. Nach reiflicher Überlegungen entschied sich Wolitz nämlich doch für ein Musikstudium.

Bereut hat er diese Entscheidung nicht. Seine beiden Leidenschaften könne er als Organist und Chorleiter der Pfarrgemeinde St. Nikolaus in besonderer und vielfältiger Weise verbinden, betont er. Dort ist er seit rund einem Vierteljahrhundert verwurzelt.

Sein ursprüngliches Verlangen, Theologie zu studieren, verstummte allerdings nicht. Mehr und mehr wuchs in ihm der Wunsch, nachhaltiger in allen Bereichen der christlichen Grundvollzüge tätig zu sein. So sei die Entscheidung für den Dienst des Diakons nur noch eine Frage der Zeit gewesen, verdeutlicht Stefan Wolitz.

Berufsbegleitend absolvierte er eine vierjährige Ausbildung. Sie beinhaltete unter anderem ein rund zweijähriges Theologie-Fernstudium, viele Ausbildungstermine, drei Praktika und eine Reihe von Exerzitien. Eine Ausbildung, die viele Facetten biete, so Wolitz. „In dieser langen Zeitspanne hat sich meine Entscheidung, für Gott und für die Menschen dienend tätig sein zu wollen, immer stärker und umfassender gefestigt“, blickt er zurück. Stefan Wolitz versteht sich als „Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi“. So bezeichnete schon der Apostel Paulus die Diakone. Seine zukünftigen Aufgaben umfassen nicht nur den zentralen Bereich der Diakonie, auch die Liturgie und die Verkündigung haben Priorität. So ist der Diakon durch seine Weihe zu Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen befugt und zum Predigen befähigt.

Der Diakon werde mit vielen Mosaiksteinchen des Glaubens und der Seelsorge konfrontiert, meint Wolitz. Sich selbst betrachte er als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Seine erste „Amtshandlung“ hat Wolitz bereits hinter sich: die Feier eines Gottesdienstes im katholischen Kindergarten St. Nikolaus.

Die künftigen inhaltlichen Schwerpunkte seiner Arbeit sieht er in enger Absprache mit dem neuen Leiter der Pfarreiengemeinschaft Dietkirch, Pfarrer Ralf Putz. Persönlich würde er sich gerne bei Krankenbesuchen und in der Jugendarbeit einbringen. „Ich freue mich auf neue Begegnungen und Herausforderungen und die damit verbundenen Erfahrungen.“ Das entspreche auch seiner Sichtweise des Diakons als Brückenbauer und Teamplayer, erklärt der Gymnasiallehrer.

Seine neue Arbeit sei für ihn ebenfalls Zeugnis ablegen für die Kirche. Eine wichtige Aufgabe sei es für alle getauften Menschen „Glauben spürbar und Freude erfahrbar und dadurch die Kirche erlebbar zu machen“. Als Eigenschaften nennt er seine Offenheit und freudige Neugier. Von Vorteil sieht er sein eheloses Leben. „Ich bin in kein zeitintensives Familienleben eingebettet und habe damit mehr Freiraum für die kirchlichen Grundvollzüge“, resümiert er.

Dabei ist die Diakontätigkeit zeitlich reglementiert. Sie soll wöchentlich nicht mehr als sechs Stunden einnehmen. Pflicht ist auch das tägliche Stundengebet. Letzteres gebe ihm Kraft und Stärke, zudem sei es eine Unterstützung, die spirituellen Wurzeln nicht zu verlieren, meint Wolitz. Auf seinem neuen Weg hat er sich seinen Namenspatron, den Heiligen Stephanus, zum Vorbild genommen. Dieser habe sich selbst in schwierigen Lebenssituationen stets seine Treue zu Christus bewahrt, stellt er beeindruckt fest.

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