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Neusäß

17.11.2017

Warum Vorlesen so wichtig ist

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Vorlesen macht Kindern und Eltern Freude. (Symbolbild)
Bild: Ingo Wagner, dpa

Die Büchereileiterin aus Neusäß erklärt, wie man es richtig macht.

Mit vielen Aktionen findet heute der 14. Bundesweite Vorlesetag statt. Verena Klaus leitet ehrenamtlich die Bücherei Sankt Ägidius in Neusäß. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, welche Rolle in der Zeit von Smartphone & Co. das Vorlesen spielt und ob Kinder damit noch zu fesseln sind.

Frau Klaus, was für einen Eindruck haben Sie: Welche Bedeutung hat das Vorlesen noch in der heutigen Zeit?

Klaus: In unserer Bücherei sind Familien mit Kindern im Alter zwischen zwei und neun Jahren nach wie vor die besten Kunden. Es werden viele Bücher ausgeliehen, gerade zum Vorlesen. Bei uns müssen die Bücher nicht gekauft werden. Das ist praktisch, denn mit jedem Lebensjahr verändern sich die Wünsche und Ansprüche. Mit ungefähr zehn Jahren scheint das Interesse am Lesen abzunehmen: Also zu dem Zeitpunkt, wenn viele ihr erstes Smartphone bekommen. Dann wird eher noch im Internet gelesen als in richtigen Büchern.

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Glauben Sie, dass die Menschen zum Vorlesen auf das E-Book umsteigen?

Klaus: Einer Umfrage in der Bücherei zufolge nicht. Unser Angebot besteht aus traditionellen Büchern und Zeitschriften. Vereinzelt wurde von unseren Nutzern nach Hörbüchern gefragt, aber E-Reader waren nicht gewünscht. Wie die Menschen abseits der Bücherei lesen, kann ich nicht sagen.

Warum hat das Vorlesen eine so große Bedeutung?

Klaus: Die Lesekompetenz soll gefördert werden, das ist später wichtig für Schule und Beruf. Der Wortschatz wird erweitert und das Vorstellungsvermögen ausgeprägt. Generell sollte man so früh wie möglich damit beginnen. Kleinkinder können zwar noch nicht viel aufnehmen, aber ein Buch mit schönen, großen Bildern und kurzen Texten eignet sich schon ganz gut.

Was können Eltern tun, um bei ihren Kindern das Interesse am Vorlesen zu wecken?

Klaus: Für meine einjährige Tochter habe ich zum Beispiel ein Buch, das Tiergeräusche nachahmt. Wenn ein Buch mit vielen Bildern rumliegt, blättert sie auch schon gerne darin herum. Allgemein sollte man es sich gemütlich machen und auf die Wünsche der Kinder eingehen, sie selbst ein Buch aussuchen lassen. Dann sollte man lebhaft vorlesen, wenn mehrere Personen vorkommen mit verschiedenen Stimmen. Es ist auch wichtig, die Fragen der Kinder zu beantworten. Werden diese abgewiegelt, geht das Interesse schnell verloren. Allgemein sollten die Rahmenbedingungen beim Vorlesen passen.

Wie häufig sollten Eltern ihren Kindern etwas vorlesen?

Klaus: Die Stiftung Lesen sagt: jeden Tag. Aber meiner Meinung nach geht es eher um die Qualität als um die Quantität. Lieber liest man zwei- bis dreimal die Woche etwas vor und nimmt sich Zeit. Da reichen schon 20 bis 30 Minuten, Hauptsache nicht im Stress oder zwischen Tür und Angel. Dann merken auch die Kinder: Mama, Papa oder Oma nimmt sich Zeit für mich. Diese sollte von nichts gestört werden, auch nicht vom Smartphone der Eltern.

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