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Kutzenhausen

27.03.2018

Warum stiehlt jemand nachts ein Kalb?

Anhand der Ohrmarke konnte ein Bauer sein Kalb identifizieren, das ihm gestohlen wurde.
Bild: Benjamin Reif (Symbolbild)

Die Polizei hat nachts einen 38-Jährigen mit einem Kälbchen erwischt. Was der Besitzer des Tiers zu dem ungewöhnlichen Diebstahl sagt.

Martin Mayr bekam erst einmal einen Schreck, als die Polizei nachts um 3 Uhr an seiner Haustüre stand und klingelte: Die Beamten wollten vom Obmann des Bauernverbandes im Landkreis Augsburg wissen, ob das kurze Zeit vorher gefundene Kalb ihm gehört. Tatsächlich: Es gehört Mayr, wie ein Abgleich der Ohrmarke am Tier bestätigte. Ein 38-Jähriger hatte das fünf Wochen alte Kalb gestohlen. Die Polizei entdeckte die beiden gegen 1.15 Uhr in Agawang. Der Mann behauptete gegenüber der Polizei, dass ihm das Tier gefolgt sei.

Mayr holte in der selben Nacht das Tier wieder ab. Zwischenzeitlich war der 38-Jährige beim Kreisobmann, um sich zu entschuldigen. Der nahm’s mit einem Schmunzeln und sagte: "Die Anzeige der Polizei hat er trotzdem bekommen. Daran lässt sich nichts ändern. Das Kalb wurde ihm zum Verhängnis."

Der Mann hat in der Nacht noch mehr angestellt

Durch das junge Tier kam nämlich heraus, dass der 38-Jährige in der Nacht auf Sonntag sehr aktiv war. Die Feststellung bezog sich zum einen auf den Alkohol. Offenbar hatte der Mann nämlich tief ins Glas geschaut. Der bei ihm gemessene Wert lag laut Polizei bei über einem Promille. Außerdem steckte der 38-Jährige aus dem Landkreis ordentlich ein: Während die Musiker der Harmoniemusik Maingründel das Frühjahrskonzert spielten, entwendete er aus den Nebenräumen eine Trompete, ein Handy, einen Autoschlüssel und Bargeld.

"Wir hatten natürlich erst einmal einen riesigen Schreck bekommen, als die Sachen weg waren", erinnert sich die Zweite Vorsitzende der Harmoniemusik, Lena Misof. Nach dem Konzert machten sich einige Musiker auf die Suche: Wie sich herausstellte, hatte der Mann das Musikinstrument samt Wertsachen an einer Hausecke deponiert. Gefunden wurde spätnachts schließlich auch der Besitzer des Kalbs: Martin Mayr. Der Landwirt zweifelt allerdings daran, dass das Kalb aus seinem Aufzuchtunterstand ausgebüxt und dem 38-Jährigen freiwillig von Kutzenhausen ins benachbarte Agawang gefolgt war – über den Ortsteil Buch immerhin eine Strecke von gut zwei Kilometern. Es passiere zwar immer wieder, dass sich junge Tiere davonschleichen, erklärt Mayr. Generell gelte aber: "Eine Kalb bleibt in der Nähe, es ist ja ein Herdentier." Für ihn wie auch die Polizei erklärt sich allerdings kaum, was der Mann mitten in der Nacht mit einem Kalb anfangen wollte.

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