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Kultur

24.11.2017

Was aus Rathausstadel und Bahnhof werden könnte

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Das Maskenmuseum könnte nach Dinkelscherben ziehen. Welche weiteren Ideen es für die Gebäude gibt

Fantasievoll, lustig, gruselig: 8000 Masken aus der ganzen Welt sind im Diedorfer Maskenmuseum zu sehen. Michael Stöhr, Museumsgründer und -leiter, ist nun schon seit Längerem auf der Suche nach neuen Räumen. Denn im bisherigen Domizil in Diedorf könnte eine Kulturschmiede entstehen, so seine Idee. Für die riesige Sammlung – es ist die weltweit größte ihrer Art – wären allerdings 1000 Quadratmeter Ausstellungsraum nötig. Weil so ein Gebäude schwer zu finden ist, schwebt Stöhr nun vor, Teile seiner Sammlung in verschiedenen Orten zu zeigen – unter anderem in Dinkelscherben.

Deshalb hat Stöhr kürzlich im dortigen Kulturausschuss seine Ideen vorgestellt. Auf dem Bahnhofsgelände könnte sich Bürgermeister Edgar Kalb eine Maskenausstellung durchaus vorstellen. Den Rathausstadel hat der Kulturausschuss dafür allerdings ausgeschlossen. Einen Beschluss gab es in der Sitzung noch nicht. Michael Stöhr betont, dass er keinen Zeitdruck hat. So will er nun erst einmal die Reaktionen von Landratsamt und Bezirk abwarten, da geht es auch um Zuschüsse. Möglicherweise könnte es vorher schon eine Sonderausstellung im Heimatmuseum geben – auch als Test, wie die Masken in Dinkelscherben ankommen.

Die Gemeinde hat gerade mehrere leer stehende Gebäude. Was genau damit passieren soll, steht noch nicht fest. Aber eines bedingt das andere. Zwei wichtige Bausteine in diesem Puzzle sind das Bahnhofsgelände, das der Gemeinde seit einigen Jahren gehört, und der Rathausstadel. Dieser liegt unterhalb des Dinkelscherber Rathauses und steht wie die übrigen Gebäude des Rathausensembles unter Denkmalschutz. Er wurde um 1750 südlich nahe der Zusam, die damals noch durch den heutigen Rathausgarten floss, erbaut, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins Reischenau, Christoph Lang. Der Thannhausener Bauforscher Bernhard Niethammer ist in den vergangenen Monaten der Geschichte des Rathausstadels durch Bauuntersuchung und Archivrecherche nachgegangen und stellt am heutigen Freitag seine Ergebnisse vor. Über das Gebäude wird schon seit Jahren diskutiert. Ein Vorschlag ist, einen „Kulturstadel“ daraus zu machen. In letzter Zeit wurde das Gebäude notgesichert. „Jetzt können wir relativ entspannt entscheiden, was damit passieren soll“, sagte Bürgermeister Kalb kürzlich bei der Bürgerversammlung. Als ein Ziel für 2018 nannte er, ein Konzept für das Bahnhofsareal und den Rathausstadel aufzustellen.

Das Bahnhofsgebäude wird derzeit saniert. Dach und Fassade sind schon erneuert, im Frühjahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann können in die neuen zwei Wohnungen über dem ehemaligen Wartesaal anerkannte Flüchtlinge einziehen. Dadurch bekommt die Gemeinde besonders hohe Zuschüsse vom Staat. Auf dem knapp einen Hektar großen Gelände gibt es noch drei weitere Gebäude, der Großteil steht leer. Demnächst soll dort eine Substanzuntersuchung stattfinden, kündigt Kalb an. „In drei Monaten wissen wir dann mehr.“ Im Gespräch für das Areal waren schon Gastronomie, Praxen und Wohnungen.

Auswirkungen auf die Zukunft all dieser Gebäude kann aber auch die Kindergartenplanung haben. Die Gemeinde brauche mindestens eine Gruppe mehr, sagt Bürgermeister Kalb. Beschlüsse gibt es noch nicht, aber Ideen. Eine wäre, den Kindergarten St. Anna am Auer Kirchweg zu erweitern. Erste Gespräche mit der Kirchenstiftung, dem Träger, gab es schon. Wenn dort umgebaut werden würde, müsste allerdings die Bücherei aus dem Pfarrzentrum ausziehen. Ein möglicher neuer Standort wäre das Bahnhofsgebäude. Die freie Fläche dort wäre passend, sagt Kalb. Auch der Rathausstadel käme infrage – „das wäre zentraler“. (manu)

über den Ratshausstadel findet am Freitag, 24. November, im Heimatmuseum statt. Der Eintritt ist frei.

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