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Gersthofen

12.10.2017

Was tun, wenn’s im Industriepark brennt?

Regelmäßig übt die IGS-Werksfeuerwehr, um bei einem Brand im Industriepark Gersthofen schnell eingreifen zu können. (Archivbild) 
Bild: Marcus Merk

Mehr als 10.000 Haushalte in Gersthofen und Umgebung wären betroffen, wenn es im Industriepark einen Störfall gibt. Deshalb soll so gut es geht vorgesorgt werden.

Was tun bei einem Chemieunfall? Diese Frage mag sich mancher Nachbar des Gersthofer Industrieparks gelegentlich stellen. Denn dort werden Chemikalien und Gefahrstoffe hergestellt, gelagert und transportiert. Vier der zehn dort angesiedelten Unternehmen (CABB, Clariant, Invista und Infraserv Logistics) unterliegen deshalb den strengen Vorschriften der Störfallverordnung. Sie informieren gemeinsam mit der Betreibergesellschaft MVV die Nachbarn im Umkreis des Industrieparks über das richtige Verhalten im Fall eines Ereignisses, das über die Werksgrenzen hinausgeht.

Die Störfallverordnung sieht vor, dass sicherheitsrelevante Informationen regelmäßig überarbeitet und der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Seit Anfang Oktober erhalten deshalb mehr als 10000 Haushalte im Radius von zwei Kilometern um den Industriepark die neue Broschüre.

Heinz Mergel, Leiter des Industrieparks, betont: „Wir möchten mit diesen Informationen keine Ängste schüren. Uns ist es wichtig, dass unsere Nachbarn sich im Fall eines Ereignisses richtig verhalten und alle notwendigen Informationen schnell griffbereit haben.“

Im Sinne der Störfallverordnung wird ein Ereignis nur dann als Störfall bezeichnet, wenn durch einen Brand, eine Explosion oder die Freisetzung von Stoffen Menschen oder die Umwelt gefährdet werden; nur selten ist eine Betriebsstörung ein Störfall. Die neue Broschüre bietet neben den Verhaltenshinweisen ausführliche Informationen über die eingesetzten beziehungsweise hergestellten Produkte der einzelnen Unternehmen sowie die jeweiligen Ansprechpartner für Fragen.

In der Regel wird die Bevölkerung durch Sirenen, über Lautsprecherwagen oder über Rundfunkdurchsagen auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht. Wenn eine Gefährdung vom Industriepark ausgeht, müssen die Anwohner wissen, wie sie sich richtig verhalten und sich selbst und andere schützen können. Diese und noch mehr Ratschläge stehen in der neu aufgelegten Broschüre, die ein wichtiger Teil der Sicherheitsvorsorge der Unternehmen im Industriepark ist. Die Inhalte sind mit der Katastrophenschutzbehörde des Landratsamtes Augsburg abgestimmt.

Das Unternehmen verweist auf „umfassende Sicherheitsvorkehrungen“ sowie ein „gut organisiertes Notfallmanagement“. Dadurch sei das Risiko eines Schadensfalles im Industriepark Gersthofen so gering wie möglich. Dennoch ließen sich Betriebsstörungen oder Transportschäden, die Auswirkungen über die Werksgrenzen haben, nicht völlig ausschließen. In diesem Fall wird eine fest definierte Kette von Abläufen ausgelöst.

Die Werksfeuerwehr des Industrieparks ist rund um die Uhr in Bereitschaft, sie ist für chemietypische Einsätze ausgerüstet. Ein Notfallteam übernimmt im Lagezentrum die unverzügliche Information der zuständigen Behörden. Und die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden unterstützen bei der Gefahrenabwehr; sie bereiten sich in regelmäßigen Übungen auf solche Einsätze vor.

Anmeldefrist für Infoveranstaltung

Wer mehr über das Notfallmanagement im Industriepark Gersthofen erfahren will, ist zum Informationsabend eingeladen: Am Donnerstag, 19. Oktober, besteht ab 18 Uhr im Betriebsrestaurant des Industrieparks die Möglichkeit, sich über die Sicherheitsvorsorge zu informieren und mit den Vertretern der Unternehmen ins Gespräch zu kommen (Anmeldungen bis 15. Oktober unter Telefon 0821/479-2444), Eingang über das Tor 1 in der Ludwig-Hermann-Straße (Hauptpforte), Parkplätze stehen auf dem „Parkplatz Nord“ zur Verfügung.

Die Broschüre mit dem Titel „Im Notfall richtig reagieren“ steht auch im Internet zum Download zur Verfügung: www.industriepark-gersthofen.de. Die wichtigsten Verhaltensregeln gibt es dort auch in Englisch, Italienisch, Türkisch und Kroatisch. Herausgeber sind die MVV Industriepark Gersthofen GmbH sowie die betroffenen Unternehmen. (AL)

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