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Tradition

27.05.2020

Wasservögel bleiben heuer im Nest

Alter Pfingstbrauch ruht wegen Corona in Leitershofen und Deuringen

In Leitershofen hat sich der Jahrhunderte alte Pfingstbrauch des Wasservogels – er soll die bösen Geister des Winters vertreiben – bis heute erhalten. Doch heuer machte Corona die Pläne der Leitershofer Wasservögel zunichte.

Jahr für Jahr zogen am Pfingstsonntag und Pfingstmontag fünf Jugendliche im Alter von elf bis 14 Jahren im ganzen Stadtteil von Haus zu Haus. Gemäß der Leitershofer Überlieferung wird dem Brauch folgende Bedeutung zugemessen: Der Wasservogel, ein ganz in Ginster eingemachter Bursche, wird von den Leuten mit Wasser übergossen. Damit wäscht man sich von den Verfehlungen des vergangenen Jahres rein. Als Buße werden dann Geld und Süßigkeiten (früher Eier, Butter, Speck) gegeben.

Der Leitershofer Josef Riegel belebte den Brauch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder und machte ihn zu einer festen Größe im Gemeindeleben. Vor rund 30 Jahren übernahm sein Sohn Markus die Verantwortung für die Durchführung des beliebten Pfingstbrauches, dessen Erlös die Wasservögel immer sozialen Einrichtungen der Stadt spenden. „Wir bedauern es von Herzen, dass wir unsere Wasservögel in Zeiten von Corona mit den Kontakt- und Abstandsregelungen nicht laufen lassen können“, erklärt Markus Riegel.

In Deuringen findet der Wasservogel alle zwei Jahre statt. „Vergangenes Jahr waren wir unterwegs, heuer wird turnusgemäß pausiert“, sagt Karl Wolf von der Spielvereinigung Deuringen. Eine kleine Besonderheit haben sich die Deuringer Wasservögel einfallen lassen: Im Vorfeld werden fleißig bunte Papierrosen gefaltet und mit einem Birkenzweiglein den spendierfreudigen Bürgern übergeben. (inst)

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