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Marktgemeinderat

09.05.2015

Wasserzähler werden ausgetauscht, B10 wird Ortsstraße

Noch rattern die Lastwagen durch die Ulmer Straße. Wird der Verkehr weniger, wenn sie zur Ortsstraße wird?
Bild: Marcus Merk

Warum in Zusmarshausen bald niemand mehr auf den Wasser-Ableser warten muss

Die Tage, an denen sich Berufstätige in Zusmarshausen freinehmen mussten, weil der Wasserleser kam, sind bald vorbei. Bis 2016 sollen in zwei Stufen die insgesamt 2000 Wasserzähler der Haushalte in Zusmarshausen gegen Ultraschall-Zähler einer dänischen Spezialfirma ausgetauscht werden. Die verspricht in ihrer Werbung: 15 Jahre Lebensdauer, mehr als doppelt so lange wie die alten, Messung per Ultraschall, dadurch weniger Manipulationsmöglichkeiten, 460 Tage Datenspeicher und ein Funksystem. Alle 16 Sekunden sollen die Geräte ein Signal schicken, das von der Straße aus empfangen werden kann. Sprich: Wer den Zählerstand ablesen will, muss nicht mehr in die Wohnung oder in den Keller – er kann bequem von der Straße aus an die Daten kommen. Am Stichtag, ohne sie per Hand einzutippen und dabei Fehler zu machen.

Bedenken zur Datensicherheit wies Firmenvertreter Ingo Bluhm zurück: „Das hat Checkkarten-Niveau, wie ein Pin-Tan-Verfahren.“ Auch sollen keine Durchflussmessungen stattfinden. Dadurch wäre es möglich, das Verhalten der Bürger zu analysieren. Dennoch sollen die Zahlen monatlich ausgewertet werden – „nicht, um die Bürger zu überprüfen, sondern um schnell Wasserverlust zu bemerken“, versichert Ingo Bluhm. 84 Euro kosten die neuen Lesegeräte, in Summe sind das bei rund 2000 Haushalten etwa 170000 Euro. Gleichzeitig sollen Kosten für das Ablesen und regelmäßige Austauschen gespart werden. Bürgermeister Bernhard Uhl ( CSU) versprach, dass der Wasserpreis davon nicht betroffen ist: „Die Preise bleiben auf dem Niveau.“ Eine Ausschreibung habe es nicht gegeben, da es keine vergleichbaren Produkte gebe, sagte Bluhm. Niemand widersprach.

Hitziger war die Debatte um die Abstufung der Bundesstraße 10. Erst am 27. April hatte es dazu eine Bürgerversammlung gegeben (wir berichteten). Nun folgte der Marktgemeinderat der Empfehlung des Staatlichen Bauamts – der Abstufung der Augsburger und Ulmer Straße zur Ortsstraße und die Wiederaufwertung der Wertinger Straße zur Staatsstraße. Unter Vorbehalt und mit einem Abstimmungsergebnis von 11:7. Johannes Fischer vom Bauamt machte noch einmal deutlich, dass an der Abstufung der B10 mindestens zur Staatsstraße kein Weg vorbeiführe und die Nordumfahrung nun die Funktion der B10 als Ost-West-Verbindung übernehme. „Wenn Sie jetzt ablehnen, dann entscheidet die oberste Baubehörde, ob sie das akzeptiert – oder eben nicht“, sagte Johannes Fischer, und Bernhard Uhl prophezeite, „dass wir vor Gericht nicht standhalten würden“. Fragen stellten sich aber weiterhin, etwa nach der geplanten Westumfahrung. Die werde nicht vor 2025 gebaut, teilte Fischer mit und deutete an, dass dann auch die Wertinger Straße zur Ortsstraße würde. „Wir dürfen die Westumfahrung nicht einfach aufgeben“, sagte Harry Juraschek (SPD/Aktives Bürgerforum). Ein weiterer Streit entbrannte um die Übergabemodalitäten. So forderte der Zusmarshauser Bauamtsleiter Thorsten Völk, dass die Augsburger Straße noch vor der Abstufung ausgebaut und die Brücken untersucht werden. „Auch Kanal und Wasser haben dort ein gewisses Alter“ und müssten überprüft werden. Am Ende stand ein Kompromiss: Der Rat stimmt zu – unter Vorbehalt der Verhandlungsergebnisse. „Wir können immer noch die Reißleine ziehen“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Hubert Kraus. Johannes Fischer bremste jedoch: „Das Gesetz sieht keinen Kuhhandel vor.“

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