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Stadtbergen

03.04.2021

Wegkreuze rücken zu Ostern in den Mittelpunkt

Die Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen möchte in der Karwoche die Gläubigen auf ihren eigenen Weg zu den verschiedenen Wegkreuzen führen. Hier steht ein Wegkreuz gegenüber dem Stadtberger Feuerwehrhaus.
Foto: Marcus Merk

Plus Oft werden die 14 Weg- und Flurkreuze im Alltag übersehen. Dabei ist ihre Geschichte durchaus bemerkenswert. Die katholische Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen lädt zur Besinnung und zum Innehalten ein.

Nach der Aktion an Weihnachten mit den Sternenwegen zur Krippe in der Deuringer Heide macht die katholische Pfarreiengemeinschaft zu Ostern den Gläubigen ein coronagerechtes Angebot: In den Ortsteilen Stadtbergen, Leitershofen und Deuringen gibt es zahlreiche Weg- und Flurkreuze. Der Pastoralrat der Pfarreiengemeinschaft hat für jedes Kreuz einen kurzen geschichtlichen Hinweis, einen Bibeltext, ein Gebet oder eine Meditation erstellt und bei den Kreuzen befestigt. Die Texte sind so gehalten, dass sie von Gläubigen aller Konfessionen und Passanten gut gelesen werden können. Auf einer Karte, die sowohl in den vier Pfarrkirchen ausliegt als auch auf der Homepage www.pg-stadtbergen.de zu finden ist, sind die Standorte der Kreuze markiert.

Ein Ausdruck des Glaubens auf Stadtberger Fluren

Kreuze auf Feldern und Fluren wurden von Menschen aufgestellt, die damit Gottes Segen für ihre Arbeit erflehen. "So verstehen wir als Christen auch das Kreuz: Es ist nicht nur Symbol für Folter und Tod. Durch die Auferstehung Jesu ist es für uns zu einem Zeichen des Lebens und des Segens geworden. Ich vergleiche das Kreuz gerne mit einem Plus. Es bringt einen Mehrwert für das Leben. Der Segen Gottes steht über mir und begleitet mich durch dick und dünn. Dies soll auch die Aktion 'Kreuzeweg' zum Ausdruck bringen", betont Stadtpfarrer Konrad Huber.

Die Menschen sollen die Kreuze wieder bewusst in den Blick nehmen. "Die Kreuze könnten uns wieder sagen: Wir dürfen uns mit unseren Sorgen und Nöten dem Himmel zuwenden, und wir sind als Gemeinschaft unterwegs. Wir brauchen einander, um das Leben zu bestehen – gerade jetzt in der Zeit der Pandemie", sagt Huber. Er ist sehr dankbar, dass diese Initiative von den Pfarrgemeinderäten der Pfarreiengemeinschaft eine sehr ansprechende Umsetzung fand. Mitglieder der Pfarrgemeinderäte haben Texte, Betrachtungen, Gebete zusammengestellt, die an den einzelnen Kreuzen zu lesen sind; Texte, nicht von den Hauptamtlichen vorgegeben, sondern Texte, die den Lebenswelten der Menschen entspringen, Empfindungen und Gefühle ausdrücken. Allen, die mitgearbeitet haben, gilt sein besonderer Dank. Pfarrer Huber: "Allen, die den Kreuzeweg gehen, wünsche ich die Erfahrung, dass Gottes Segen sie begleitet."

Wegimpulse kamen sofort gut an

Pastoralratsvorsitzende Sybille Geßler freut sich, dass ihre Idee, angeregt durch Wegimpulse für die Karwoche auf der Seite des Bistums Fulda, sofort gut ankam. "Drei Wochen vor Ostern nahmen wir dann die Umsetzung dieser Idee im kleinen Team mit den vier Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Michael Smischek, Peter Hagspiel, Martin Boxler und Petra Börner, Bernhard Helleis und Pfarrhelferin Anne Gasteyer in Angriff." Trotz der Kürze der Zeit wurde dieser "Stadtberger Kreuzeweg" umgesetzt. So mussten die Wegkreuze und deren Geschichte gesammelt, das Layout der Aushänge oder Plakate gemacht, der Lageplan der Kreuze erstellt und die einzelnen Stationen gestaltet werden. Aus der ursprünglichen Idee mit einer fest vorgegebenen Route des Weges wurde so der "Stadtberger Kreuzeweg".

Die Mariengrotte befindet sich westlich des Parkplatzes Herrgottsberg in den Westlichen Wäldern.
Foto: Marcus Merk

Für Leitershofen wurden fünf Wegkreuze und die Mariengrotte in den Westlichen Wäldern ausgewählt. Seit Palmsonntag sind diese ausgestattet mit jeweils einem Evangelienteil der heiligen Woche und einer kleinen geschichtlichen Erklärung zum jeweiligen Kreuz. "Vielleicht lernt man auf diesem Kreuzeweg ganz neue Winkel in unserer Stadt kennen", hofft der Leitershofer Pfarrgemeinderatsvorsitzende Michael Smischek.

Leitershofer Kreuz war einst ein Hofkreuz

Das Kreuz am Hubertusweg stand früher an der Ecke zwischen der Radegundisstraße und der Hubertusstraße und wurde von einem Unbekannten um 2010 restauriert und saniert. Ursprünglich handelte es sich beim Leitershofer Kreuz um das Hofkreuz der Familie Sattelmaier. Es wurde neu gestiftet von der Familie Firmus Niedermair. Die Ausführung übernahm Steinmetz Martin Schuster. Beim Kreuz am Herrgottsberg handelt es sich um das Hofkreuz der Familie Müller. Oswald Müller war späterer Bürgermeister der Gemeinde Leitershofen. Nach dem Abbruch der Hofstelle wurde das Kreuz von Brigitta Hofmann neu gestiftet.

Dieses Feldkreuz findet man bei der Golfplatz-Zufahrt am Ziegelstadel.
Foto: Marcus Merk

Das Kreuz am Waldrand ist ein ehemaliges Hofkreuz der Familie Sattelmaier. Es wurde damals von Paul Schmid aufgestellt. Das neue Kreuz wurde von Josef Kofler gestiftet und der neue Standort festgelegt, damit man es besser sieht. Das Kreuz wurde von Gregor Spenninger gefertigt und mit Roman Schmid aufgestellt.

Angerkreuz hat eine lange Tradition

"Das Angerkreuz hat eine lange Tradition", berichtet Peter Hagspiel, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Maria Hilf. Das frühere einfache Holzkruzifix , erstmals 1756 erwähnt, mit einer Christusfigur aus Blech wurde auf Initiative von Johann Geiger durch Albert Lidel erneuert. Pfarrer Winfried Bucher stellte eine Gussfigur zur Verfügung, die von Kaminkehrer Wilhelm Wieser restauriert wurde. Am 5. Juni 1994 wurde es gesegnet und wird seitdem von Stadtberger Familien gepflegt. Bei der Fronleichnamsprozession der Pfarrei St. Nikolaus wird hier seit Jahrzehnten ein Altar aufgebaut. Vor rund 20 Jahren wurden zwei alte Kastanien durch die heute vorhandene Linde ersetzt. Das Flurkreuz an der Holderstraße beim Stadel wurde vom Stadtberger Bauern Lukas Geiger im Jahre 1938 in Gedenken an die Flurbereinigung errichtet. "Gehen Sie von Kreuz zu Kreuz, lassen Sie sich von den Texten inspirieren und finden Sie Ihren persönlichen "Kreuz-Weg", rät Hagspiel.

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