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Planung

17.07.2020

Welden bekommt eine neue Mitte

Neue Definition des Ortskerns sieht Barrierefreiheit zwischen Ober- und Unterdorf vor. Doch es gibt auch Kritik und eine Frage: Würde ein Kneippbecken stinken?

Die Pläne für eine Neugestaltung der Weldener Ortsmitte nehmen Formen an. Bereits im September fand ein reger Bürgerdialog statt (wir berichteten). Dabei wurden die ersten Konzepte vorgestellt. Grundsätzlich gab es beim Bürgerdialog eine breite Zustimmung und eine Fülle an Ideen aus der Bevölkerung zu den einzelnen Plänen.

Zur aktuellen Sitzung hatte Bürgermeister Stefan Scheider neben Landschaftsarchitekt Reinhard Baldauf auch Peter Hartung vom Ingenieurbüro Sweco eingeladen. Beide präsentierten dem neuen Gremium erstmals die Umgestaltung zur neuen Ortsmitte Welden, ehe entscheidende Beschlüsse gefasst oder Aufträge vergeben werden. Von der ersten Vorstellung im September bis heute sind keine wesentlichen Änderungen vorgenommen worden. Das Verfahren komme langsam in die Umsetzung, erklärte der Bürgermeister.

„Die Machbarkeitsstudie und das Nahmobilitätskonzept wurden inzwischen fertiggestellt“, so Scheider. Erfreuliches gab es vonseiten der Regierung von Schwaben sowie dem Stadtplanungsbüro Die Städtebau: „Dem Konzept wurde vollumfänglich zugestimmt“, wie Scheider berichtete. Gespräche mit den betroffenen Anliegern wurden bereits geführt, die für die Umgestaltung ihre Zustimmung geben müssen. Diese seien sehr positiv ausgefallen. Weitere Gespräche mit den Grundstückseigentümern sollen stattfinden. „Bis Herbst werden wir mehr Informationen haben“, erklärte der Bürgermeister.

Eine neue Definition der Ortsmitte ist entstanden: Der Landschaftsarchitekt spricht vom Oberdorf (am Kirchplatz West) und Unterdorf (am Marktplatz Ost). Ziel ist es, eine Barrierefreiheit zwischen Oberdorf und Unterdorf zu schaffen. Atmosphärischer und mit großer Aufenthaltsqualität soll der Weldener Ortskern nach der Sanierung werden. Leerstände sollen wieder mit Leben gefüllt werden, wenn die Ideen der Planer aufgehen. Erhöhte Lebensqualität verspricht sich Baldauf von mehr Grünflächen. Besonders am Herzen lag dem Landschaftsarchitekt die Barrierefreiheit an der Kirche. Der Belag sei alt und mit Kleinsteinsteinpflaster belegt, bemängelte er. „Die Maßgabe muss sein, dass für alle Bewohner, besonders aber die Senioren und behinderte Menschen, Einrichtungen oder Geschäfte gut und sicher erreichbar sind.“

Die Markträte sahen manches kritisch. Sie fürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen nach Fertigstellung der Staatsstraße 2032. Die Autofahrer, die aus Dillingen oder Günzburg kommen und nach Augsburg fahren, sollten die Autobahn benutzen, so die mehrheitliche Meinung. Auch mit dem Wegfall einer Busbucht könnte das Tempo reduziert werden. Wie soll der Gehweg an der Kirche künftig markiert werden? Wie sieht es mit Fahrrädern aus? Gibt es die Möglichkeit, an Bushaltestellen das Fahrrad abzustellen? Eine deutliche Reduzierung der Asphaltflächen soll mit Neuanpflanzungen von Bäumen erreicht werden. Skeptisch äußerte sich Stefan Kiening (BGM) zur Kneippanlage am Festplatz: „Im Sommer neigt die Laugna aufgrund der geringen Wassermenge dazu, recht stark zu riechen, sodass ein Kneippbecken sicher wenige Besucher anziehen wird.“

Der Beteiligung an der Einführung eines flexiblen Buskonzepts für die Region Holzwinkel mit Altenmüster, Zusmarshausen und Horgau als Ergänzung zum ÖPNV hatte der Markt Welden als letzte der sieben Kommunen einstimmig zugestimmt. Christoph Huttner (CSU) wollte wissen, wie lange man auf einen Bus warten müsse. „Wie sieht es aus, wenn ich zu einem Termin muss? Könnte bei Bedarf auch noch ein dritter Bus eingesetzt werden?“ „Bleibt die zusätzliche Gebühr von 2,50 Euro erhalten oder wird auch hier eine Preissteigerung zu erwarten sein“, wollte Jörg Mikszas (AfD) wissen. Ist der AVV auch bereit, die beiden Busse auf nur einen zu reduzieren, sollten weniger Fahrgäste den Service nutzen? „Das Tarifsystem ist noch nicht in Stein gemeißelt“, erklärte Thomas Knöpfle (WiR). „Wir können immer noch Vorschläge einbringen. Der Kreistag wird sich im Herbst mit all den offenen Fragen auseinandersetzen.“

Zur Bestellung eines Behindertenbeauftragten hat sich Bürgermeister Stefan Scheider aufgrund seiner vielen Jahre Erfahrung (Scheider hatte einen behinderten Bruder) bereit erklärt, das Amt anzunehmen.

Die Diskussion ist geschlossen.

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