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Neusäß

24.07.2018

Wie Schüler mit Mobbing im Internet umgehen

Die Medientutoren des Justus von Liebig-Gymnasiums bringen ihren Mitschülern das Thema Mobbing im Netz näher. Sie werden unterstützt von Medienpädagogin Jana Schreiner (Dritte von rechts) und Lehrer Michael Weh (rechts).
Bild: Heike Mössinger

Die Medientutoren am Neusässer Justus-von-Liebig-Gymnasium sind Vorreiter für ganz Bayern. So arbeiten sie.

Thomas hat es nicht leicht in seiner Schule. Klassenkameraden haben einen Videoclip gedreht, der ihn bloß stellen soll und in den Klassenchat gestellt. Jetzt lachen alle seine Kameraden über ihn. Was solch ein Fall, der inzwischen jeden Tag an vielen Schulen vorkommt, für Folgen haben kann, darüber haben die Medientutoren des Justus-von-Liebig-Gymnasiums in Neusäß einen Aufklärungsfilm gedreht – und sind damit bayernweit Vorreiter.

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Das Gymnasium in Neusäß ist nämlich eine von nur drei Schulen in ganz Bayern, die an einem Modellprojekt für Medientutoren teilnehmen dürfen. Viele Jahre lang hatte die Schule schon nach einem Weg gesucht, nicht nur Streitschlichter, sondern auch Medientutoren ausbilden zu können. Erstere greifen bei verbalen oder handfesten Streitigkeiten ein, die anderen bei virtuellen. Gemeinsam mit einer Realschule in Traunreut und einer Mittelschule in München war das Gymnasium nun für die Teilnahme an dem Modellprojekt ausgewählt worden.

Dabei geht es vor allem um die mögliche Ausbildung von Medientutoren. Durchgeführt wird das Projekt im Auftrag des Kultusministeriums vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in München. Die Medientutoren erarbeiteten während ihrer wöchentlichen Treffen mit JFF-Referentin Jana Schreiner und den betreuenden Lehrkräften Michael Weh und Heike Mössinger Themen wie Urheberrecht, Datenschutz und Cybermobbing und üben sich in verschiedenen Methoden, wie etwa der Erstellung von Videoclips.

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In einer Art Talkshow kommen Betroffene und Täter zu Wort

So haben sie das auch im zuvor geschilderten Mobbing-Fall getan. Der ist so freilich frei erfunden. In einer Art Talkshow lassen sie den betroffenen Thomas, aber auch die Täter Maxi und Elias zu Wort kommen. Ein Moderator erläutert dabei einerseits rechtliche Konsequenzen, aber auch die psychischen Folgen für die Betroffenen. Auch Beratungsangebote werden erläutert. Den Film haben die Medientutoren nach den Pfingstferien in der Unterstufe gezeigt. Gerade in diesem Alter ist es wichtig, auf die Folgen von vielleicht unbedacht ins Internet gestellten Filmen aufmerksam zu machen.

Doch das ist nur ein Thema, mit welchem Medientutoren auf ihre Mitschüler zugehen. Die beteiligte Realschule hat spezielle Apps entwickelt, ihren Mitschülern das Thema Urheberrecht im Netz näher zu bringen. Und die Münchner Mittelschule klärt ihre Mitschüler darüber auf, wie sie mit Fakenews umgehen sollen und effektive Netzrecherche funktioniert. Bei verschiedenen Vernetzungstreffen haben sich die drei Schulgruppen getroffen und ausgetauscht.

Medientutoren machen nächstes Schuljahr weiter

Bei den Medientutoren geht es nicht um einen Luxuskurs der beteiligten Schulen. Schon bald könnten die Ergebnisse des Modellprojekts für viele Einrichtungen gelten, und zwar nicht allein für Schüler, sondern auch für Lehrkräfte. Das bayerische Kultusministerium spricht dem Thema Medienbildung, aber auch dem Einsatz von Medien im Unterricht, einen hohen Stellenwert zu. Im kommenden Schuljahr wird sich jede einzelne Schule in Bayern, von der Grund- über die Förderschule und das Gymnasium bis zur Fachoberschule, mit dem Thema Medienkompetenz beschäftigen müssen und ein eigenes Leitbild entwickeln.

Auch für Medientutoren am Justus von Liebig-Gymnasium geht es im kommenden Schuljahr weiter. Ihre Aufgabe wird es sein, von Jugendlichem zu Jugendlichem auf die Möglichkeiten, aber auch Gefahren im Internet und im Umgang mit Medien aufmerksam zu machen.

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