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Stadtbergen

05.05.2020

Wie die Corona-Isolation einen Stadtberger zu einem Popsong inspirierte

kommt aktuell
Bild: Marcus Merk

Plus Musikstudent Lukas Langguth aus Stadtbergen schreibt einen Song über die aktuelle Corona-Lage. Beim Video haben ihm viele Menschen geholfen.

Bei dem Gedanken daran, was für ihn sein Zuhause ausmacht, kommt Lukas Langguth aus Stadtbergen sofort eines in den Sinn: sein Instrument, das Klavier. In schwierigen Zeiten wie diesen sei die Musik besonders wichtig, sagt der Musikstudent. „Ich denke, dass die Musik jetzt viele Menschen auf andere, positive Gedanken bringen kann.“ Aus diesem Grund hat er einen von der Quarantäne inspirierten Song veröffentlicht. In dem Popsong mit dem Titel „At home now“ gehe es darum, was unser Zuhause für uns eigentlich bedeutet, sagt Langguth.

Die Musik begleitet den heute 20-Jährigen schon sein ganzes Leben. Mit fünf Jahren begann er, in seinem Heimatort Leitershofen Klavierunterricht zu nehmen. Daraufhin wurde er von verschiedenen Musikern unterrichtet, unter anderem in den Bereichen Pop- und Bluespiano und klassisches Klavier. „Mit 15 Jahren habe ich dann meine Anfänge im Jazz gemacht und begonnen, Gesangsunterricht zu nehmen und Posaune zu lernen“, erzählt Langguth. Auch Preise konnte er mit seinen musikalischen Leistungen bereits gewinnen: Im Jahr 2018 beispielsweise bekam er bei „Jugend jazzt“ die Auszeichnung „Hervorragender Erfolg“. Inzwischen studiert er seit etwa zwei Jahren bei dem Pianisten Rainer Böhm Jazzklavier an der Hochschule für Musik in Nürnberg. Aufgrund von Corona könne sein Studium jedoch nicht normal fortgesetzt werden, daher sei er für die Quarantänezeit zurück zu seinen Eltern nach Stadtbergen gezogen, sagt Langguth.

Musiker komponiert Corona-Song

Musik macht er jedoch auch zu Hause weiterhin: Die Quarantäne habe ihn inspiriert, sagt Langguth. Die Melodie zu „At home now“ sei ihm plötzlich beim Klavierspielen gekommen. „Meine Eltern fanden sie sofort gut“, lacht der Musikstudent. Daher habe er weitergeschrieben und den Song nach etwa einer Woche fertiggestellt. „Den Titel wusste ich schnell, danach habe ich alle Assoziationen aufgeschrieben, die mir zu dem Thema eingefallen sind“, erzählt Langguth. So sei der Text des Liedes entstanden.

Stadtbergen: Menschen schicken Fotos

Der Musiker startete daraufhin im Internet einen Aufruf, ihm Bilder von Dingen zu schicken, die die Menschen mit ihrem Zuhause verbinden. Aus den ungefähr 60 Einsendungen habe er das Musikvideo zu seinem Song gebastelt, erzählt Langguth. „Da war alles Mögliche dabei: Bilder von Haustieren, von einer Kaffeetasse auf dem Gartentisch oder einem selbst gebackenen Kuchen“. Zum Lachen gebracht habe ihn besonders ein Bild, sagt Langguth. Darauf sei eine heruntergelassene Hose zu sehen gewesen. „Ich finde das schön, es zeigt, dass das Zuhause ein Ort sein kann, an dem man frei ist von allen sozialen Normen.“ Auch er selbst ist im Musikvideo zu sehen: Alle von den Zuschauern eingereichten Bilder hat er in seinem eigenen Zuhause nachgestellt. „Besonders lang gebraucht habe ich, um ein Bild von einem Handstand nachzustellen“, lacht Langguth.

Die Rückmeldungen auf das Video seien bislang fast ausschließlich positiv. „Es wurde viel gelobt und einige meiner Bekannten haben das Lied seit der Veröffentlichung als Ohrwurm“, freut sich Langguth. Genau das sei auch das Ziel gewesen, daher habe ihn das gute Feedback sehr stolz gemacht. Trotz der schönen Erfahrungen in der Quarantäne sehne er sich jedoch nach Normalität, sagt Langguth. „Für uns Musiker ist die Isolierung zugleich Fluch und Segen. Einerseits ist man sehr produktiv, andererseits sollte man Musik gemeinsam spielen. Mir fehlt das gemeinschaftliche Erlebnis mit dem Publikum und meinen Mitmusikern sehr.“

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