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Zusmarshausen-Gabelbach

30.12.2020

Wie eine alte Orgel zu einer Reihe von Konzerten in Gabelbach führte

Im 17. Jahrhundert erklang die Günzer Orgel noch in der Barfüßerkirche in Augsburg. Als die Kirche 1755 eine neue Orgel bekam, wurde die Günzer Orgel an die Gemeinde Gabelbach verkauft. Sie ist heute die älteste erhaltene Orgel in Schwaben.
Bild: Marcus Merk

Plus Seit nunmehr 22 Jahren finden in der Gabelbacher Pfarrkirche St. Martin in ununterbrochener Reihenfolge Konzerte statt. Anlass war die geplante Restaurierung der historischen Orgel.

Schon seit 1758 steht die alte Orgel in der der Kirche St. Martin in Gabelbach. Gebaut hatte sie Marx Günzer bereits 1609. Doch die alte Orgel wurde mit den Jahren sanierungsbedürftig. Das sollte nicht so bleiben. Es gründete sich der "Fördervereins zur Restaurierung der historischen Orgel zu Gabelbach“. Und mit ihm begann eine Konzertreihe, die nun schon 22 Jahre lang anhält.

Im September 1998 entschloss sich der Verein, eine Konzertreihe ins Leben zu rufen. Mit der Kraft der Musik sollte für das ungewöhnliche Vorhaben der Orgelrestaurierung geworben und auf die Bedeutung des historischen Günzer-Orgel hingewiesen werden. Mit überaus großer Bereitschaft boten sich in den folgenden Jahren Solisten und Ensembles verschiedener Größe und Zusammensetzung an, mit Benefizkonzerten das Vorhaben zu unterstützen. Schon im November 1998 fand das erste Konzert statt.

Mehrere Orchester füllten die Kirche St. Martin in Gabelbach

Als wäre dies ein Weckruf gewesen, folgten nun Jahr für Jahr drei bis vier Konzerte. In St. Martin erklang Musik, die bis dahin hier noch nie gespielt und gehört worden war: Mehrere Orchester füllten die Kirche mit dem Klang von Streichern und Bläsern. Kleinere Ensembles brachten Kammermusik aus Barock und Klassik zu Gehör. Überregionale und regionale Chöre sangen Vokalkompositionen aus mehreren Jahrhunderten und unterschiedlichen Stilrichtungen. Zwei sinfonische Blasorchester, mehrere Bläserensembles und die örtlichen Musikkapellen setzten mit ihrem strahlenden Klang einen besonderen Akzent. Das große Engagement der Musiker führte zu einem zweifachen Erfolg: Mit ihrem hervorragenden Musikangebot sprachen sie eine große Zahl musikinteressierter Zuhörer an und schufen damit die Grundlage für den guten Ruf der Gabelbacher Konzerte. Da viele Musiker unentgeltlich oder nur gegen eine geringe Aufwandsentschädigung spielten, war jedes Konzert ein Benefizkonzert im wahrsten Sinn.

Die Orgel in Gabelbach ist die älteste Süddeutschlands. Sie wurde aufwendig restauriert. (Archivbild)
Bild: Marcus Merk

58 Benefizkonzerte in 18 Jahren in Gabelbach

58 Benefizkonzerte in 18 Jahren – diese Zahlen spiegeln den musikalischen und finanziellen Erfolg wider. Nach Abschluss der Restaurierung im Jahr 2016 rückte die zu neuem Leben erweckte Günzer-Orgel in den Mittelpunkt des Interesses. Sie sollte nun in jedem Konzert gespielt werden, ergänzt mit einer zweiten Klangfarbe (Gesang, Streicher, Bläser), um damit interessante musikalische Kombinationen zu ermöglichen. Versierte und namhafte Organistinnen und Organisten brachten in bisher 16 Konzerten die Orgel zum Klingen und loteten ihre Gestaltungsmöglichkeiten aus – vom majestätischen vollen Werk bis zum dezenten Spiel nur eines Registers. Da sie vorwiegend Werke des frühen 17. Jahrhunderts auswählten, eigneten sich andere Instrumente dieser Zeit als Ergänzung: Renaissance- und Traversflöte, Barockvioline, Gambe und Dulzian.

In 22 Jahren fanden 74 Konzerte statt – das ist mehr, als man sich am Anfang erhoffen und vorstellen konnte. Ausgangspunkt war die Orgelrestaurierung, die von musikalischen Aktivitäten begleitet werden sollte. Dieses Vorhaben überzeugte Musiker und Zuhörer, sodass ein stabiles Konzertangebot entstand, das das kulturelle Leben in unserer Region bereicherte und deshalb auch weitergeführt wird.

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