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Tiere

12.01.2019

Wie füttert man Vögel im Winter richtig?

Es ist sehr wohl sinnvoll, Vögel zu füttern, sagt der Experte. Jedoch ist ein Vogelhäuschen unhygienisch.

Diplom-Biologe Hermann Stickroth erklärt, was jetzt bei der Fütterung zu beachten ist und wie man jeder Vogelart eine Freude bereiten kann. Das klassische Vogelhäuschen ist übrigens nicht so gut

Jetzt im Winter fragen sich viele Menschen, wie sie den Vögeln in ihrem Garten helfen können, und ob sie überhaupt eine Futterstelle aufstellen sollen. Der Diplom-Biologe Hermann Stickroth erklärt, was es dabei zu beachten gilt.

Soll man Vögel überhaupt füttern?

Da sich die Umweltbedingungen für die Vögel drastisch verschlechtert haben – denken Sie nur an den Flächenfraß oder das Insektensterben – ist sogar eine ganzjährige Fütterung zu empfehlen. Vor allem, da immer mehr gewöhnliche Arten, wie beispielsweise der Spatz und Feldsperling, auf der Vorwarnliste der Roten Liste landen.

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Wann ist denn der beste Zeitpunkt, um mit der Fütterung zu beginnen?

Wer nicht das ganze Jahr über, sondern erst dann, wenn es kalt wird, füttern möchte, sollte damit im Spätherbst, also etwa im November bis Dezember beginnen. Dann können sich die Vögel mit der Situation vertraut machen.

Gibt es auch Argumente, die gegen eine Fütterung sprechen?

Den Menschen, die meinen, dass die Fütterung der Vögel ein Eingriff in die Natur sei, kann ich nur sagen, dass es viel schwerwiegendere Eingriffe gibt, die überhaupt erst zu dem Nahrungsmangel der Tiere geführt haben. Die eh schon unter Druck stehenden Arten finden ohne Fütterung dann auch im Winter kaum mehr Nahrung. Vor allem in Städten ist die Nahrung ganzjährig knapp. Wenn man die Bestände erhalten will, sollte man deshalb zufüttern.

Sollte man den Tieren auch Wasser bereitstellen?

Leider ist das im Winter schwierig, da die Tränke zufriert. Aber grundsätzlich ist das Anbieten von Wasser eine gute Idee.

Was kann man füttern, um allen Ansprüchen gerecht zu werden?

Eine Futtermischung mit verschiedenen Sorten ist gut, um alle Ansprüche abzudecken. Hier bieten sich zum Beispiel Sonnenblumenkerne, gepresste Haferflocken, Hanfsamen sowie Weizen an. Auch Fettpellets, Mehlwürmer sowie Meisenknödel mit getrockneten Insekten sind eine gute Alternative für einige Vogelarten. Die Knödel sind zwar nicht ganz billig, bieten den Tieren aber einen hohen Eiweißgehalt und sind damit perfekt geeignet für die kalte Jahreszeit. Mit Distelsamen werden Hänflinge angelockt, die aber eher am Stadtrand vorkommen.

Sind Meisenknödel eigentlich nur für Meisen, und worauf muss man beim Kauf achten?

Die Meisenknödel, die im Handel erhältlich sind, sind leider hinsichtlich des Fetts qualitativ eher minderwertig. Über den Winter halten sie aber auf jeden Fall. Man erkennt die mindere Qualität daran, dass sie kaum gefressen und schnell hart werden. Als Alternative kann man die Knödel auch selbst aus Talg vom Metzger herstellen. Am besten bietet man die Meisenknödel in einer Metallspirale an, in die man die Knödel hineinlegt. Dadurch können sich keine Tiere im Netz verfangen. Denn auch größere Vögel haben Interesse an den Knödeln, sind jedoch nicht so geschickt wie die Meisen.

Welche Häuschen sind zu empfehlen und wo stellt man das Vogelhäuschen am besten auf?

Das klassische Vogelhäuschen ist wenig hygienisch, da die Vögel dort in ihrem Futter herumhüpfen und sich über den Kot anstecken können. Besser sind Säulen oder Futterspender. Der beste Ort für eine Futterstelle ist freihängend im Baum, damit Katzen sie nicht erreichen.

Welche sind denn die häufigsten Arten, die bei uns in der Region die Futterstellen besuchen?

Am häufigsten sind der Feld- und Haussperling, aber auch die Amsel sowie verschiedene Meisen- und Finkenarten. Auch der Erlenzeisig und der Kleiber sind häufig anzutreffen. Der Buntspecht, der Eichelhäher und der Sperber gehören zu den größeren Gästen am Futterhäuschen. Der Sperber, ein kleiner Greifvogel, stellt für die Spatzen kein Problem dar.

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