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Gersthofen

20.03.2015

Wohin mit den Solarparks?

Spiegelnde Flächen auf dem Feld schmiegen sich an das Gelände an: Nördlich der A8 bei Edenbergen gibt es bereits einen großen Solarpark. Ein weiterer wurde jetzt westlich des Industriegebiets Ihle im Gersthofer Westen beantragt. Der Planungsausschuss hat allerdings Bedenken gegen dieses Projekt.
Bild: Florian Rußler

 Erneuerbare Energien fördern - das ist erklärtes Ziel des Stadtrats. Zwei neue Solarparks brachten die Räte allerdngs an ihre Grenzen

  Wegen ihrer Lage und Größe  hatten die Mitgleider des Planungsausschusses eine Reihe von Fragen.  Der erste Antrag  sieht einen „Solarpark Nord am Lechkanal vor. Das Baugrundstück ist insgesamt zwölf Hektar groß und besteht aus zwei Teilflächen. Die nördliche, bisher als extensive Wiese mit Gehölzgruppen genutzte, umfasst 7,5 Hektar, die südliche, auf der sich noch ein Wald befindet, 4,5 Hektar.

Die Jahresleistung der Anlage soll circa fünf Millionen Kilowattstunden umfassen. Dafür werden 214 Modultische aufgestellt. Schon vor einiger Zeit gab es Baupläne für das Areal. Diese scheiterten allerdings, weil sich dort in den vergangenen Jahrzehnten wertvolle Biotope entwickelt haben und daher umfangreiche Ausgleichsflächen erforderlich gewesen wären. Entsprechend müsse für den jetzt geplanten Solarpark die ökologische Ausgleichsfläche mit der Naturschutzbehörde ausgehandelt werden.

Der zweite Antrag  sieht nördlich der Autobahn und westlich des Industriegebiets „Ihle“ eine 15 Hektar große Photovoltaikanlage vor. Sie soll eine Leistung von 8000 Kilowatt bringen. Derzeit wird geprüft, ob eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung notwendig wird. Vor allem dieses Vorhaben stieß im Ausschuss überwiegend auf zurückhaltende Reaktionen.

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„Wir haben bei der Änderung des Flächennutzungsplans betont, wir wollen keine zusätzlichen Gewerbefläche mehr ausweisen, weil wir zurzeit ausreichende Flächen besitzen“, betonte Bürgermeister Michael Wörle. „Aber bei erneuerbaren Energien sollten wir jede Möglichkeit nutzen, zumal der Antrag von regionalen Unternehmern kommt.“ Zudem gebe es hier die Möglichkeiten, gewisse Synergien mit der Stadt zu nutzen und gegebenenfalls die Gersthofer über einen Bürgerfonds mit teilhaben zu lassen.

In Gewissensnöte gebracht fühlte sich Markus Brem (FW) bei dem Projekt an der Autobahn. Zwar würden durch die Photovoltaikanlagen keine wertvollen landwirtschaftlichen Flächen versiegelt. „Wir kommen aber in Argumentationsnöte, wenn wir diese gewerbliche Nutzung zulassen, anderen Betreiben die Genehmigung aber dann verweigern.“ Zudem lägen ihm zu wenig Informationen vor, um entscheiden zu können. „Das Thema sollte zuerst im Arbeitskreis Energie diskutiert werden“, forderte er. „Wir machen uns unser Aushängeschild, das Eingangportal von Westen her kaputt“, sagte Jürgen Schantin (W.I.R.) und griff damit einen Kritikpunkt von Peter Schönfelder (SPD) auf. Weil die Fläche nördlich der Autobahn nicht nur am Rand der Schnellstraße liege, sondern sich die Module weit in die bisherigen Landwirtschaftsflächen erstrecken, „entziehen wir landwirtschaftlich hochwertige Flächen einer nachhaltigen Nutzung“. Sehr groß erschien die Fläche Max Poppe (CSU). Die Verwaltung solle mit dem Investor noch einmal über die Ausmaße sprechen, forderte er.

Anderer Ansicht war Albert Kaps (Pro Gersthofen). „Es geht hier nicht um Schönheit, sondern darum, die Energiewende ernst zu nehmen. Wo sollen die Flächen sonst entstehen, wenn nicht an der Autobahn?“ Mit 9:4 Stimmen wurden die Anträge in den Stadtrat verwiesen. Am kommenden Mittwoch soll dort ausführlich diskutiert werden.

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