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Neusäß

29.05.2020

Zu wenig Platz: Die Neusässer Tafel steht vor dem Aus

Die Neusässer Tafel sucht dringend neue Räumlichkeiten.
Bild: Andreas Lode

Rund 250 Bedürftige versorgt die Tafel in Neusäß mit Lebensmitteln. Nun sucht sie dringend Räume, weil im Notburgaheim kein Abstand möglich ist.

Zwei Monate lang haben die Helfer der Neusässer Tafel getan, was sie konnten: Trotz Corona haben sie die Lebensmittel in Tüten verpackt und zu den Bedürftigen mit ihren Privatautos nach Hause gebracht – etwa 300 Tüten wurden geliefert. „Das war ein Riesenaufwand und nur durch die Hilfe von vielen jungen Leuten möglich“, berichtet die Vorsitzende Sabine Zimmermann.

Denn durch die Pandemie konnten viele der regulären Ehrenamtlichen – die meisten davon über 70 Jahre alt – nicht mehr mithelfen. Der Grund: In den Räumlichkeiten der Tafel am Notburgaheim in Westheim ist der nötige Abstand nicht einzuhalten, es wäre unverantwortlich gewesen, wenn sich die Senioren hier getroffen hätten, um die gespendeten Lebensmittel zu sortieren und zu packen. Also sprangen viele Jugendliche ein und halfen mit, ebenso das Freiwilligenzentrum.

„Zu klein waren die Räume am Notburgaheim schon lange“, sagt Sabine Zimmermann, nun sei die Lage aber dringlich: „Wir stehen kurz vor der Schließung, wenn wir keine anderen Räume finden.“

Zu wenig Platz: Die Neusässer Tafel steht vor dem Aus

Zahl der Bedürftigen in Neusäß ist schlagartig angestiegen

Dies wäre paradox, da es während der vergangenen Wochen in der Hochphase der Corona-Krise nicht an Spenden und Sponsoren gemangelt hatte. „Wir haben so viel Unterstützung erhalten, es war großartig“, so Zimmermann. Diese sei auch höchst willkommen, denn durch die Krise sei die Zahl der Bedürftigen auch in Neusäß schlagartig angestiegen – von rund 80 Haushalten und Familien auf etwa 110, schätzt die Vorsitzende. Viele Menschen hätten ihr Einkommen verloren und sind nun auf die Tafel angewiesen.

Umso mehr hofft Sabine Zimmermann auf eine rasche Lösung. Die Ansprüche der Tafel sind gering, aber ein Wasser- und ein Stromanschluss seien schon vonnöten sowie eine Fläche ab 150 Quadratmetern. Allzu einsichtig sollte der Eingang wenn möglich auch nicht sein, da sich immer noch viele Menschen schämen, dieses Hilfsangebot in Anspruch zu nehmen.

„Wir wären auch schon mit einer Übergangslösung zufrieden, das darf dann auch kleiner sein“, so Zimmermann. Hauptsache, man müsse die Hilfe nicht komplett einstellen. Noch ein- oder zweimal habe man nun eine Notlösung zum Abholen der Waren vereinbart, aber ein neues Domizil ist leider noch nicht in Sicht.

Die Neusässer Tafel ist im Internet zu finden unter www.tafel-neusaess.de, Vorsitzende Sabine Zimmermann unter Telefon 0178/9243851.

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