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Zusmarshausen

28.09.2012

Zusamklinik schließt - Sozialplan für 140 Beschäftigte

Mit Spruchbändern und Parolen haben etwa 80 Beschäftigte der Zusamklinik vor dem Sitz der Rentenversicherung Schwaben demonstriert, während drinnen die Vertreterversammlung das Ende der Fachklinik beschloss.
Bild: Marcus Merk

Die Zusamklinik soll Ende des Jahres geschlossen werden. Für 140 Beschäftigte soll es nun einen Sozialplan geben. Neues Personal konnte indes nicht gefunden werden.

Wie es jetzt weitergehen soll, weiß sie nicht so genau. Seit 25 Jahren ist die alleinstehende Krankenpflegerin in der Zusamklinik beschäftigt, hat dort sogar gelernt. Doch jetzt ist das Aus für das Fachkrankenhaus beschlossene Sache. Gestern gegen Mittag ist in der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Schwaben, des Trägers der Zusamklinik, mit großer Mehrheit diese Entscheidung gefallen. Kurz nach 12 Uhr war Werner Grotzer, der Geschäftsführer der Rentenversicherung, zu den Beschäftigten der Klinik gekommen und hatte ihnen die Entscheidung und die Gründe für die Schließung mitgeteilt.

Lebensgrundlage von 140 Familien ist gefährdet

Dabei hatten die etwa 80 Beschäftigten der Klinik, die am Morgen mit zwei Bussen aus Zusmarshausen gekommen waren und während der gesamten Versammlung vor dem Gebäude der Rentenversicherung ausgeharrt hatten, noch ein paar Stunden Hoffnung vor der Zentrale der Rentenversicherung erlebt. Mit Spruchbändern und Parolen wollten sie die Vertreter daran erinnern, was die Schließung der Klinik für sie bedeuten würde: Den Verlust der persönlichen beruflichen und finanziellen Sicherheit einerseits und die Versorgungslücke für lungenkranke Patienten in der Region Augsburg andererseits. „Hier geht es um 140 Familien“, so eine Krankenpflegerin.

Zwei Kolleginnen aus dem Lungenfunktionsbereich erzählen, dass sie seit 30 und 20 Jahren in der Zusamklinik angestellt sind. Sie bestätigen, genau wie eine der Ärztinnen, dass die Klinik fachlich eine Ausnahmestellung einnehme. „Wir hätten uns mehr Unterstützung vom Träger erwartet“, sagen sie. Vor allem sei nicht versucht worden, das Personal zu halten, so ihre Einschätzung.

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Freigewordene Stellen konnten nicht besetzt werden

Denn der Personalmangel wurde anschließend als einer der Gründe angegeben, die jetzt zur Schließung führen. Allein im Sommer hätten innerhalb von zwei Wochen vier Ärzte gekündigt, so Werner Grotzer nach der Sitzung. Außerdem seien Stellen für drei Intensivpfleger ausgeschrieben gewesen. „Ich habe keine einzige Bewerbung bekommen“, so Grotzer. Eine Klinik ohne ausreichende medizinische Versorgung zu führen, das sei jedoch unmöglich.

Bereits im Juni habe deshalb der Intensivbereich zunächst von zehn auf vier Betten zurückgefahren werden müssen, bevor es Anfang September zur Schließung dieses Bereichs kam. „Das ist auch eine deutliche wirtschaftliche Einbuße“, so Grotzer. Das wissen auch die Pflegekräfte, die seit Jahren in der Klinik arbeiten. „Der Intensivbereich hätte auf das Doppelte ausgebaut werden sollen“, so eine der Pflegerinnen.

Sozialplan soll erarbeitet werden

Die Beschäftigten hatten in den vergangenen Wochen mit eigenen Vorschlägen noch versucht, ein Konzept für den weiteren Betrieb der Klinik vorzulegen. „Aber wäre es denn dann sicher gewesen, dass Sie auch das Personal gefunden hätten?“, so Grotzer im Gespräch mit den vor allem weiblichen Mitarbeiterinnen.

Dennoch: „Wir sind maßlos enttäuscht, dass der Sache nicht mehr Aufschub gewährt wurde“, so Reinhold Rummel, Vorsitzender des Personalrats der Rentenversicherung Schwaben. Gemeinsam mit der Geschäftsführung soll jetzt ein Sozialplan erarbeitet werden.

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