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Landkreis Augsburg

09.09.2020

Zweite Panne im Corona-Testzentrum für den Landkreis Augsburg

Bis zu 450 Personen können in Hirblingen am Tag getestet werden. Doch wie gut wird dort gearbeitet?
Bild: Andreas Lode

Plus Die Ergebnisse der Corona-Tests sollten nach 36 Stunden vorliegen. Doch das klappt an der Station in Hirblingen nicht. Nun wächst die Kritik an der Firma.

Wie zuverlässig arbeitet das Corona-Testzentrum für den Landkreis Augsburg? Nach Recherchen unserer Redaktion wurde in Hirblingen in mindestens zwei Fällen die versprochene Frist von 36 Stunden nicht eingehalten. Innerhalb dieser Zeit sollen Betroffene das Ergebnis ihrer Untersuchung erhalten. In den beiden Fällen warten Menschen seit vergangenen Donnerstag beziehungsweise Montag vergeblich auf eine Benachrichtigung durch die Firma Ecolog, die das Testzentrum im Auftrag des Landkreises betreibt.

Anfragen unserer Redaktion hat das Unternehmen bislang nicht beantwortet. Es will sich laut einer Sprecherin am Donnerstag äußern, weil man noch Zeit für Recherchen benötige. Auch Vertreter des Augsburger Landratsamtes sind nicht weitergekommen. Dabei sei man an Auskünften „höchst interessiert“, so ein Sprecher der Behörde. Dort war man bislang davon ausgegangen, dass die Arbeit in dem vor einer Woche eröffneten Zentrum, dessen Dienste allen Landkreisbürgern kostenfrei zur Verfügung stehen, reibungslos läuft.

Bislang war keine Corona-Probe aus Hirblingen positiv

Bis zu 450 Menschen könnten dort täglich untersucht werden. Der tatsächliche Andrang war laut Landratsamt geringer. In den ersten drei Betriebstagen (Donnerstag, Freitag, Montag) wurden rund 300 Proben genommen. Keine einzige war nach Behördenangaben positiv.

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Ecolog betreibt im Freistaat mehrere Testzentren. Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung attestiert den Einrichtungen teilweise „katastrophale Zustände“ – was das Gesundheitsministerium aber zurückweist. Der Bericht spricht von unzureichend geschultem Personal.

Auch dem Meitinger Landtagsabgeordneten und Parlamentarischen Geschäftsführer der Freien-Wähler-Fraktion haben Klagen über fragwürdige Abläufe erreicht, wie er gegenüber unserer Zeitung bestätigte. Diesen Beschwerden müsse „intensiv“ nachgegangen werden – auch auf Landkreisebene.

Abgeordneter warnt vor „gefährlicher Scheinsicherheit“

Mehring, der sich auch an die Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gewandt hat, betonte, dass er voll und ganz hinter der Teststrategie der Staatsregierung stehe. Aber: „Wir müssen dafür sorgen, dass es am Ende funktioniert.“ Ansonsten schaffe man eine „gefährliche Scheinsicherheit“. Schon heute seien die Infektionszahlen in Bayern höher als in so manchem Urlaubsgebiet, aus dem Rückkehrer freiwillig zum Test antreten.

Aus Mehrings Sicht kommt es dabei auf zwei Punkte an. Erstens: Werden – bei beschränkten Kapazitäten – die richtigen Menschen getestet? Zweitens: Wie zuverlässig arbeiten die beauftragten Unternehmen?

Im Augsburger Landratsamt denkt man unterdessen darüber nach, wie die Behörde als Auftraggeber mehr Einblick in die Abläufe im Testzentrum erlangt. Bisher bekomme man von dort nur die Zahl der insgesamt Getesteten gemeldet, so ein Behördensprecher. Falls es in einzelnen Fällen zu Verzögerungen komme, erfahre man das aber nicht. Ecolog hatte vertraglich zugesichert, Untersuchungsergebnisse innerhalb von 36 Stunden zu liefern.

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