Engagierten Bürgerinnen und Bürgern ist es zu verdanken, dass Adelsried mit seinen verschlungenen Wegen, idyllischen Landschaften und Kunst am Wegesrand zu einem einmaligen Wandergebiet geworden ist. Eine der drei Routen ist der 5,7 Kilometer lange Hans-Malzer-Weg. Gemütlich und ohne Steigung ging es am Sonntag für rund 70 begeisterte Wanderer zu den Skulpturen des berühmten Adelsrieder Bildhauers, die am Nachmittag dank Sonnenschein in wechselndem Licht erschienen.
Der Hans-Malzer-Weg ist eine Route mit zehn Stationen. Eine Rundtour, die in ca. zwei Stunden zu erwandern ist, wenn der Künstler nicht selbst dabei ist. Sonst braucht es schon länger, ist aber dafür umso unterhaltsamer. Denn dann kann Malzer die Geschichten erzählen, die hinter seinen Werken stecken. "Man kann an all meinen Arbeiten vorbeischauen, weg schauen, sie nicht beachten. Man kann aber auch hinschauen, sie betrachten und sich von der Fülle des Lebens anregen lassen."
Start war am Rathausplatz bei der Skulptur „Sich Aufrichten“. Die fünf überlebensgroßen Skulpturen sind so präsent, dass niemand einfach nur so vorbeigeht. Gleich daneben am Eingang des Kindergartens sind die Tierskulpturen der „Arche Noah“ zu finden. An der tiefsten Stelle des Friedhofs kann das Mosaik aus rostigem Eisen und Steinen besichtigt werden. Die Geschichte der Menschheit bewunderten die Gäste in der Adelsrieder Schule.
Weiter ging es zur Flurkapelle und man erreichte im Anschluss das Hans-Malzer-Haus, das reich verziert und in einem wahren Skulpturenpark eingebettet ist. Der Rundgang beginnt auf der Ostseite, führt über Süden und Westen zum Norden, der für den Winter steht. Wer sich zwischendurch ausruhen wollte, für denjenigen hat Gerhard Bönisch einige Bänke auf den Wegen zur Verfügung gestellt.
Bürgermeister Bernhard eröffnet Wanderwege
Im Anschluss an diese Wanderung gab es eine Verköstigung durch den Gartenbauverein. Offiziell eröffnet wurden die Wege von Bürgermeister Sebastian Bernhard. Den Segen erhielten sie von Pfarrer Thomas Payappan. Hermann Köhler, der diese drei Wanderwege mit vielen anderen entwickelt hat, ist all denen dankbar, die ihre Geschichten von ihren Vorfahren gesammelt haben. Gemeinsam mit Franz Brechenmacher möchte er „den Menschen die Zeichen der Vergangenheit für die Zukunft im Bewusstsein erhalten.“ Künftig will er auch eine Vernetzung mit anderen Gemeinden durchführen.
Neben dem Hans-Malzer-Weg lockt Adelsried noch mit zwei weiteren Wegen: Die Westroute ist mit 10,5 Kilometer die längste Route, gefolgt von der Ostroute mit 9,1 Kilometer An den Strecken warten insgesamt 27 Stationen mit Wegkreuzen, Bildstöcken, Marterln oder Kapellen.