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Ein Gedenkstein erinnert an die Hochwasserkatastrophe an der Schmutter

Allmannshofen

Ein Gedenkstein erinnert an die Hochwasserkatastrophe

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    12 Stunden hat Sarah Henke gebraucht, um den Entwurf auf den Stein zu bekommen. Unterstützung bekam sie von ihrem sechsjährigen Patenkind, das sich mit einem Baum auf dem Stein verewigt hat.
    12 Stunden hat Sarah Henke gebraucht, um den Entwurf auf den Stein zu bekommen. Unterstützung bekam sie von ihrem sechsjährigen Patenkind, das sich mit einem Baum auf dem Stein verewigt hat. Foto: Rosa Vent

    Die Erinnerung an die Hochwasserkatastrophe sorgt für Gänsehaut bei Sarah Henke. Die 28-Jährige lebt in Allmannshofen und war mehrfach vom Hochwasser betroffen: Im Keller stand das Wasser dort, wo sie im ersten Stock lebt und ihre Eltern im Erdgeschoss. Ihre Nachbarn – und künftigen Schwiegereltern – waren betroffen. Und ihre Oma erlebte die Hochwasserkatastrophe mit 89 Jahren im Ortsteil Hahnenweiler, der ebenso Opfer der Fluten wurde wie die Siedlung von Allmannshofen, die sich nur einen Steinwurf von der Schmutter entfernt befindet. Nun hat Sarah Henke eben dort einen Ort der Erinnerung geschaffen. Direkt am Ufer der Schmutter befindet sich jetzt ein ganz besonderer Stein – nämlich einer, der die Geschichte des Hochwassers in Allmannshofen erzählt.

    Selbst Betonblöcke hielten der Schmutter nicht stand

    Während der Hochwasserkatastrophe wurden Betonblöcke wie dieser von Freiwilligen aufgetürmt – angetrieben von der Hoffnung, das Wasser vom Ort fernhalten zu können. Doch das Wasser suchte sich in all seiner Kraft einen anderen Weg und flutete die Siedlung. Nun steht ein neuer Stein am Schmutterufer – einer von 85 Steinen, die die Gemeinde angeschafft hat, um künftig selbst Material vor Ort zu haben, falls die Schmutter erneut vom beschaulichen Bächlein zur Flutwelle wird. Und auf eben diesem Stein hat Sarah Henke nun das grafisch festgehalten, was die Menschen im Ort nachhaltig geprägt hat.

    Während der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni wurden zig dieser Steine aufgetürmt, um das Schmutterwasser abzuwehren. Nun steht dieser Gedenkstein am Schmutterufer.
    Während der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni wurden zig dieser Steine aufgetürmt, um das Schmutterwasser abzuwehren. Nun steht dieser Gedenkstein am Schmutterufer. Foto: Steffi Brand

    Zur Straße hin lässt sich der Schriftzug „Hochwasser Juni 2024“ neben dem Wappen von Allmannshofen erkennen. Wer sich mit den örtlichen Gegebenheiten auskennt, erkennt noch viel mehr: Die Türme von Kloster Holzen sind zu erkennen; das Oberdorf von Allmannshofen ist skizziert. Dort blieben die Menschen vom Hochwasser verschont. Doch gezeichnet hat Sarah Henke auch sehr genau, welche Häuser im Wasser standen – nämlich die Häuser im Ortsteil Hahnenweiler und die Häuser in der Siedlung, in der sie selbst lebt. Die Schmutterbrücke ist ebenfalls Teil des Werks – und für Sarah Henke auch der Part, der sie an den Moment erinnert, als klar wurde, dass alle Helfenden nun gehen müssen, um sich nicht selbst in Gefahr zu begeben.

    Der Stein erinnert an den Höchstwasserstand der Schmutter bei Allmannshofen

    Auf der anderen Seite – hin zur Schmutter, die sich nun wieder beschaulich durchs Flussbett schlängelt – hat sie auch Fakten untergebracht, die Allmannshofens Bürgermeister Markus Stettberger und Feuerwehrkommandant Matthias Würfel für wichtige Details hielten. So verewigte Sarah Henke das Datum der Katastrophe auf dem Stein und den Höchstwasserstand als Teil der Welle, die viele Betroffene mit der Hochwasserkatastrophe assoziieren.

    Ebenfalls zu sehen sind Szenen der Gemeinschaft, die trotz allem Unglück das Positive der Katastrophe sind – und eben daran zu erinnern war ebenfalls die Absicht der 28-Jährigen. Zu sehen ist unter anderem ein Feuerwehrmann, der stellvertretend für die Mannschaft von Allmannshofen gezeichnet wurde, um an deren Einsatz zu erinnern. Zu sehen sind aber auch Menschen, die zusammenstehen. Dieser Zusammenhalt sei selbst bei jenen zu beobachten gewesen, die vor der Katastrophe verstritten waren, erinnert sich Sarah Henke zurück an die Zeit nach dem Hochwasser. Ineinander verschlungene Hände und die Aufschrift „In einer echten Gemeinschaft wird aus vielen Ich ein Wir“ komplettieren den Stein, der erinnern soll – an die Hilfsbereitschaft im Ort und durch Fremde, die nach Allmannshofen kamen, an der Tür klingelten und bereit waren mit anzupacken.

    Zwölf Stunden arbeitete die Allmannshofenerin an dem Gedenkstein

    Den Entwurf für diese Szenerie hat Sarah Henke gemeinsam mit ihrer Freundin Dana Schmid gezeichnet. Woher sie ihre kreative Ader hat, ist der 28-Jährigen selbst nicht ganz klar – eventuell von ihrer Oma aus Hahnenweiler, die Steine bemalt, die dann am Wichtelweg ihrer Eltern platziert werden. Den ersten Entwurf für den Betonstein teilte Sarah Henke noch mit Allmannshofens Bürgermeister Markus Stettberger und Feuerwehrkommandant Matthias Würfel, nahm Anregungen auf und erhielt dann freie Hand bei der Ausgestaltung, die in Summe etwa zwölf Stunden gedauert hat.

    Geht es nach Sara Henke, soll der Stein erinnern. Er soll verhindern, dass das in Vergessenheit gerät, was die Leute geleistet haben. Und er soll dazu ermahnen, sich nachhaltig um den Hochwasserschutz im Ort zu bemühen. Die 28-Jährige sitzt selbst gerne am Betonstein, blickt auf die Schmutter und erkennt auf der gegenüberliegenden Seite dann, wie weit das Wasser stand – denn auf der anderen Uferseite hängt noch immer das Gras über den Weidezaun als möchte es auf seine vergängliche Art und Weise daran erinnern, wie unbeschreiblich hoch das Wasser stand. Und erneut verursacht der Gedanke daran Gänsehaut.

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    Während der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni wurden zig dieser Steine aufgetürmt, um das Schmutterwasser abzuwehren. Nun steht dieser Gedenkstein am Schmutterufer.

    Sarah Henke-Bild von Rosa Vent.jpg Achtung: Bildquelle Rosa Vent

    12 Stunden hat Sarah Henke gebraucht, um den Entwurf auf den Stein zu bekommen. Unterstützung bekam sie von ihrem sechsjährigen Patenkind, das sich mit einem Baum auf dem Stein verewigt hat.

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