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Meitingen

22.11.2019

Angespannte Atmosphäre

Es blitzt und donnert! Zwischen Gersthofens Abteilungsleiter Klaus Assum (links) und seinem Meitinger Kontrahenten Torsten Vrazic herrscht vor dem Landkreisderby eine angespannte Atmosphäre.
Foto: Grafik: Vrazic/Fotos: Tautz, Heigemeir

Vor dem Derby zwischen dem TSV Meitingen und dem TSV Gersthofen schießen die Bosse Giftpfeile hin und her

Wenn der TSV Meitingen und der TSV Gersthofen in den vergangenen Jahren die Klingen gewetzt haben, lieferten sich die beiden Nachbarn auf dem Spielfeld immer einen äußerst harten Kampf um die Spitzenplätze in der Fußball-Bezirksliga Nord. Dabei waren auch Platzverweise keine Seltenheit. De facto dürfen sich die Fans an diesem Sonntag (14 Uhr, Rathaus-Apotheken-Arena) zum Abschluss des Fußballjahres also wieder auf ein echtes Spitzenspiel freuen – der Dritte erwartet den Tabellenführer.

Doch diesmal ging es bereits im Vorfeld heiß her. Im Fokus standen Meitingens Abteilungsleiter Torsten Vrazic und sein Gegenüber Klaus Assum aus Gersthofen, die außerhalb des Spielfelds eigentlich ein freundschaftliches Verhältnis pflegen. Doch der Anspannung vor dem Spitzenspiel wegen brachen bei beiden förmlich alle Dämme. Für Vrazic rückte vor dem Landkreisderby sogar die Tabelle in den Hintergrund. „Diese unqualifizierten Facebook-Beiträge nach Niederlagen vom TSV Meitingen regen mich auf. Die will ich einfach nicht mehr sehen. Deshalb müssen wir gewinnen, nicht wegen irgendwelchen Tabellenkonstellationen“, echauffierte der 46-Jährige. Assum hatte nach dem 3:1-Erfolg im August diesen Jahres seine Mannschaft im in den sozialen Netzwerken in höchsten Tönen gelobt und indes an der Berichterstattung des Landboten genörgelt. „Diese Lobeshymnen spielt er nur, wenn sie gegen uns gewinnen. Den Rest des Jahres schreibt er ja auch nur Randnotizen. Er sollte sich mal lieber um seine Würmer im Stadion kümmern“, so Vrazic.

Doch auch Assum teilte gegen seinen Abteilungsleiter-Kollegen kräftig aus. „Immer wenn irgendwas ist – es wird hintenraus knapp, oder das Spiel geht verloren – dann waren die Spieler verletzt oder der Schiedsrichter schuld. Es ist immer das Gleiche mit ihm“, giftet der 51-Jährige. „Und komischerweise stehen am Ende sowieso wieder alle auf dem Platz. Er sollte die Ursachen der Niederlagen lieber mal bei sich und seiner Mannschaft suchen.“ Recht hat er, hatten beim 2:2-Remis des TSV Meitingen gegen den TSV Rain II laut Vrazic die Schiedsrichter doch gleich zwei Tore zu Unrecht zurückgenommen.

Fernab dieses Nebenschauplatzes konzentrieren sich die Trainer jedoch auf das Sportliche. „Das ist natürlich ein brisantes und interessantes Spiel. Da freuen wir uns alle drauf. Das wird eine coole Nummer“, sind sich Meitingens Paolo Mavros sowie das Trainer-Duo aus Gersthofen, Mario Schmidt und Florian Fischer, einig. Doch während unter anderem bei Fischer vor dem Spitzenspiel noch jegliche Anspannung auf sich warten ließe, hält es Mavros kaum noch auf seinen vier Buchstaben. „Die Anspannung ist da und meine Aussage deutlich: Wir wollen und werden alles geben und gewinnen, um auf Gersthofen aufzuschließen. Dafür brauche ich keinen meiner Spieler motivieren. Wir sind heiß“, stellt der 47-Jährige klar. Doch in der jüngsten Vergangenheit konnten die Lechtaler in Spitzenspielen nicht immer die gewünschte Form abrufen. Eine erneute Niederlage gegen Gersthofen würde demnach die Aufstiegsträume vorerst begraben. „Daher müssen wir bis zur 95. Minute hellwach sein. Gersthofen ist bis zum Schluss brandgefährlich, sehr eingespielt und steht hinten gut“, warnt Mavros. Auch Fischer, der das enttäuschende 1:1-Remis gegen Nördlingen inzwischen hinter sich ließ, weiß: „Es ist ein richtungsweisendes Spiel. Verlieren wir, wird es wieder richtig spannend. Einen Favoriten gibt es nicht, auch wenn Meitingen individuell ein paar Vorteile genießt.“ Es sei daher ein Spiel, das jeder Zeit in beide Richtungen kippen könne, meint der 34-Jährige.

Beide haben vor dem Derby mit personellen Problemchen zu kämpfen. Beim TSV Gersthofen sind Aykut Atay, Michael Göttler und Tobias Wiesmüller verletzt, Daniel Biehal und Nico Baumeister laborierten die Tage an einem grippalen Infekt. In Meitingen sorge man sich indessen um Alexander Heider und Mathias Schuster (beide Knöchelverletzung). Mark Huckle ist jedoch pünktlich für das Duell gegen seinen Ex-Verein wieder fit geworden.

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